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Lebendige Teiche
Lebendige Teiche
Kleingewässer im Siedlungsbereich in Niedersachsen
17. Februar 2011 -
Kleingewässer sind echte ‚Hotspots der Biodiversität’ in unserer immer mehr ausgeräumten Kulturlandschaft. In ihnen finden sich in vielfältiger Weise Amphibien, mitunter Fische, eine Fülle von Wirbellosen und Mollusken und – im Umfeld, vom Kleingewässer direkt profitierend – Reptilien, Vögel und Säugetiere. Der ökologische Nutzen von Kleingewässern zeigt sich in vielerlei Funktionen.
In den vergangenen Jahrzehnten sind Kleingewässer in Niedersachsen in drastischer Weise und in aus Naturschutzsicht beängstigendem Umfang aus der Landschaft verschwunden: Neben der direkten Verfüllung zum Beispiel im Zuge von Flurbereinigungsmaßnahmen verschwanden und verschwinden Kleingewässer heute durch Überbauung, Versandung in der Nähe landwirtschaftlicher Intensivflächen, Trockenlegung und natürliche Sukzession. Die restlichen Gewässer werden meist durch eine Eutrophierung durch Düngereintrag, Belastung mit Bioziden, Wasserentnahme-Intensität, Vertiefung, Fehlbesatz mit Fischen und Einflüsse durch pflanzliche und tierische Neubürger und direkte Auswirkungen von Baumaßnahmen durch zum Beispiel Verschlammung entwertet. In der Folge ergab und ergibt sich ein hoher Verlust an Artenvielfalt. Dieser Verlust lässt sich besonders an den Roten Listen ablesen, in denen Arten der Kleingewässer deutlich überrepräsentiert sind und an den Amphibienarten der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinien-Anhänge II und IV, die sich fast ausnahmslos in ungünstigen Erhaltungszuständen befinden.
Demgegenüber gibt es in Niedersachsen eine unbekannte, wohl aber große Zahl künstlicher Kleingewässer in Privatbesitz, vom kleinen Gartenteich bis zu hektargroßen Fischteichen, sowie von Funktionsgewässern der Kommunen oder Verbände, wie Regenrückhaltebecken und Feuerlöschteiche, die in ihrer Vielfalt ein großes Potenzial bieten und durch oft nur einfache Maßnahmen für die Zwecke des Natur- und Artenschutzes eine höhere Bedeutung erlangen können.
Insbesondere Gartenteiche wurden seit den 60-er Jahren verstärkt angelegt und gelten noch heute als besonders attraktives Kleinod im Garten. In manchen Ortschaften befindet sich heute in jedem zweiten bis dritten Garten ein Gartenteich. Waren die ersten Gartenteiche reine Kunstobjekte, wurde seit Ende der 70-er Jahre immer mehr dem Ideal eines Naturteiches mit möglichst hoher Artenvielfalt nachgeeifert. Dies hat dazu geführt, dass Gartenteiche heute eine vollkommen unterschätzte Rolle beim Erhalt der Artenvielfalt spielen. Insbesondere in intensiv landwirtschaftlich genutzten Landschaftsräumen, wie zum Beispiel der Börde, spielen Gartenteiche für den Erhalt der Kleingewässerarten sogar die entscheidende Rolle. Damit besitzen viele Gartenteiche bereits heute einen hohen naturschutzfachlichen Wert. Dies allerdings weitgehend unbeachtet vom amtlichen Naturschutz, da eine Kartierung auf privaten Grundstücken nur mit hohem Aufwand möglich ist und die angelegten Gewässer auf Topografischen Karten nicht verzeichnet sind. Das Wissen um die tatsächliche Bedeutung, die Häufigkeit und Verteilung der Gewässer im Siedlungsraum ist daher äußerst gering oder bestenfalls regional vorhanden.
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Faltblatt Projekt Lebendige Teiche
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