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NABU-Aufruf: Melden Sie uns Ihre Eisvogelsichtungen

Eis bringt Eisvögeln den Tod

NABU-Aufruf: Melden Sie uns Ihre Eisvogelsichtungen

Eisvogel groß

14. Januar 2009 - Eisvögel, NABU-Vogel des Jahres 2009, kämpfen in diesen Tagen ums Überleben. „Es ist paradox, aber der Eisvogel verträgt kein Eis“, erklärte Volker Moritz, Diplom-Biologe und Sprecher der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg im NABU. Volker Moritz: „Längere Frostperioden bedeuten für viele Eisvögel den Tod, denn eine geschlossene Eisdecke trennt ihn von seiner Beute, den kleinen Fischen. Der geschickte Jäger droht deshalb zu verhungern, wenn er keine eisfreien Gewässerbereiche findet.“ Bereits in der Vergangenheit haben strenge Winter viele Eisvögel das Leben gekostet. Die künstliche Aufstauung von Bächen und Flüssen durch Wehre und Staustufen verschlimmert die Situation: Das Wasser fließt langsamer oder kommt gar ganz zum Stehen, weshalb sich umso schneller eine geschlossene Eisdecke bildet.

Eisvogel klein

Die Gefährdung durch das Eis könnte dem Eisvogel sogar seinen Namen eingebracht haben: Wenn im Winter Flüsse und Seen im Land zufroren, jagten plötzlich viele Eisvögel an Teichen in den Siedlungen - diese blieben durch die geschützte Lage oder die ständige Wasserentnahme länger eisfrei. Die Menschen in den Dörfern sahen den schillernden Vogel also vor allem in frostigen Perioden und nannten ihn deshalb Eisvogel. Es gibt aber auch zahlreiche andere Theorien um die Entstehung des Namens, etwa über das althochdeutsche „eisan“ für „schillern“ oder die Bezeichnung „Eisenvogel“ wegen seines stahlblauen Rücken- oder des rostfarbenen Bauchgefieders.

Wenn der Eisvogel im Frühjahr erfolgreich brüten kann, gleicht er damit die Verluste durch den strengen Winter wieder aus. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir dem Eisvogel einen intakten Lebensraum und die Chance auf eine erfolgreiche Brut zugestehen“, erklärte Volker Moritz. Der Eisvogel braucht sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen. Nur dort findet er seine Nahrung, überwiegend Kleinfische, und natürliche Steilwände, an denen er seine Brutröhren baut. Diese Lebensräume sind trotz mancher Fortschritte im Gewässerschutz immer noch Mangelware.

Eisvogel klein

In Niedersachsen stellt sich die Situation für den Eisvogel derzeit sehr unterschiedlich dar: während im Nordwesten, in Ostfriesland und dem Oldenburger Land nahe der Nordsee kein Schnee mehr liegt und viele Gewässer zumindest eisfreie Abschnitte bieten, hat er es im Süden und Osten Niedersachsens sehr viel schwerer - dort hat der Winter die Bäche und Flüsse fest im Griff. „Vielen Menschen fallen derzeit die nach eisfreien Bereichen suchenden Eisvögel auf, und sie rufen uns an“, berichtete NABU-Experte Moritz: „Solche Meldungen interessieren uns sehr. Mitunter werden diese Tiere sogar an Gewässern bis in die Innenstädte hinein beobachtet.“

Der NABU Niedersachsen ruft daher auf, diese Beobachtungen aufzuschreiben und zu übermitteln. Als kleines Dankeschön verlosen wir unter allen Meldern 10 farbige NABU-Wandkalender. Meldungen zu Eisvogelsichtungen erbittet der NABU Niedersachsen unter info@NABU-Niedersachsen.de, telefonisch unter 0441 / 25600 oder schriftlich: NABU Niedersachsen, Eisvogel-Sichtung, Alleestr. 36, 30167 Hannover. Wichtig sind der Ort und die Zeit der Sichtung sowie die eigene Adresse, um an der Verlosung teilnehmen zu können.

Vogel des Jahres 2009

Der Eisvogel in Niedersachsen

Eisvogel 2 groß

Die Farbenpracht des Eisvogels ist überwältigend, wegen seines schillernden Gefieders wird er oft als fliegender Edelstein bezeichnet.

NABU und LBV haben heute in Berlin den Eisvogel zum „Vogel des Jahres 2009” gekürt. In Niedersachsen ist der Eisvogel in der aktuellen 'Roten Liste der gefährdeten Brutvögel 2007' als 'gefährdet' eingestuft. In Niedersachsen gibt es demnach einen Bestand von 700 Brutpaaren des Eisvogels. Für die Jahre von 1980 bis 2005 wurde eine Bestandsabnahme von unter 20 Prozent ermittelt. Die Gründe dafür liegen vor allem in der Begradigung von Bächen und Flüssen sowie der Zerstörung von Steilufern in der Vergangenheit. Deshalb gibt es zu wenig geeigneten Lebensraum für den schillernden Eisvogel. Notwendig sind Flussläufe und Teichgebiete mit natürlicher Uferbepflanzung, wie zum Beispiel Erlen, die als so genannte Ansitzwarten bei der Nahrungsaufnahme von Jungfischen dienen.

mehr zu den Eisvogelseiten beim NABU-Bundesverband

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