Niedersachsen.NABU.de Aktionen & Projekte Vogel des Jahres Gartenrotschwanz - Vogel des Jahres 2011

Landesweit aktiv für den Gartenrotschwanz

Landesweit aktiv für den Gartenrotschwanz

Dem Vogel des Jahres 2011 wird unter die Flügel gegriffen

Gartenrotschwanz-Weibchen

Gartenrotschwanz Weibchen

08. Februar 2011 - Mit einer 'konzertierten Aktion' will der NABU Niedersachsen dem Vogel des Jahres 2011 helfen: Der Gartenrotschwanz soll zwischen Dollart und Elbe, zwischen dem Land Hadeln und dem Eichsfeld neuen Wind unter die schmucken Flügel bekommen. Die landesweite Aktion mit einer Laufzeit von zwei Jahren wurde am 3. Februar in Oldenburg gestartet.

NABU-Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers, dessen Büro des NABU Oldenburger Land die Aktion landesweit koordiniert, betonte die Dringlichkeit von Hilfe für den „zwar beliebten und attraktiven, aber stark im Sinkflug befindlichen Gartenrotschwanz“. Der Bestand habe sich in nur 15 Jahren – „einem Wimpernschlag der Naturgeschichte“ - um gut die Hälfte verringert und werde niedersachsenweit mit lediglich noch 13.000 Brutpaaren angenommen, „wobei es sehr starke regionale Unterschiede gibt“, betonte Rüdiger Wohlers: „Nordöstlich der Weser und im Süden Niedersachsens ist er noch etwas häufiger zu finden als im Nordwesten, wo er gänzlich zur Rarität geworden ist.“ Bundesweit brach der Bestand ebenfalls stark ein, binnen eines Vierteljahrhunderts verringerte er sich bis zum Jahr 2005 auf rund ein Viertel seines Bestandes.

Gartenrotschwanz-Männchen

Gartenrotschwanz Männchen

Dem will der NABU Niedersachsen nun durch „eines der größten Naturschutzprojekte in der Geschichte Niedersachsens abhelfen“, stellte Wohlers die Aktion vor: „Der Gartenrotschwanz hat seinen starken Rückgang durch vielfältige Beeinträchtigungen erfahren. Hauptproblem ist die Zerstörung seiner Lebensräume in unseren Breiten. Dazu zählt der enorme Flächenverbrauch, die Vernichtung artenreicher Strukturen wie naturnaher Weg- und Waldränder, halboffener Kulturlandschaften und Überbauung und Monotonisierung von Gärten. Wo einst Grünland mit vielfältigen Hecken und Wallhecken war, gähnt heute durch die Vermaisung infolge des Biogasbooms und der Massentierhaltung eine lebensfeindliche Wüste. Hecken sind verschwunden, Wallhecken mangels Pflege degeneriert. Streuobstwiesen an den Ortsrändern wurden überbaut oder verfielen, Gärten mit Bebauung überzogen oder zu seelenlosen Exotenanpflanzungen 'entwickelt'. Darin kann auch der Gartenrotschwanz keine Insekten als Nahrung mehr finden. In der Brutzeit benötigt er davon zur Aufzucht seiner Brut eine besonders große Anzahl, weshalb er 16 bis 18 Stunden auf Insektenfang geht. Deshalb müssen wir auch vielfältig ansetzen. Der Gartenrotschwanz ist darüber hinaus vielfältigen Gefahren auf seinem 6.000 bis 8.000 Kilometer langen Zugweg in die Trocken- und Feuchtsavannen Zentralafrikas ausgesetzt, auch durch Vogelfang in vielen Ländern, und natürlich durch verheerende Dürre infolge des Klimawandels.“

Dieses umfangreiche Projekt wird erst möglich durch die Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung sowie die Firmen Fielmann und Schwegler. Wohlers dankte den Förderern nachdrücklich.

Der NABU Niedersachsen will dem Rückgang mit einem breiten Reigen aus Maßnahmen begegnen, kündigte Rüdiger Wohlers an: „Wir möchten zunächst ein breites Wissen über den Gartenrotschwanz, der gerade von Laien oft mit dem weniger seltenen Hausrotschwanz verwechselt wird, in die Bevölkerung tragen. Deshalb haben wir eine Projektseite im Internet entwickelt und rufen die Menschen auf, beobachtete Gartenrotschwänze mittels der dortigen Eingabemaske zu melden. Das führt auch dazu, dass sich viele Menschen damit beschäftigen, was sie selbst für diesen wunderbaren Sänger tun können.“ Gartenrotschwänze kehren im April, spätestens Mai, in ihre niedersächsischen Brutgebiete zurück.

Gartenrotschwanz-Männchen an Bruthöhle

Gartenrotschwanz Männchen an der Bruthöhle

Neben der Öffentlichkeitsarbeit und der Kartierung durch Mithilfe der Bevölkerung wird der NABU Niedersachsen öffentlich zugängliche Schauflächen einrichten - so etwa auf dem Gelände des NABU-Schulbauernhofs in Wiegboldsbur bei Aurich und beim NABU-Artenschutzzentrum Leiferde bei Gifhorn sowie in Holdorf, auf denen konkrete Schutzmaßnahmen für den Gartenrotschwanz - der stets stellvertretend für viele andere Arten steht - umgesetzt werden.

„Es geht darum, zahlreiche Anregungen für möglichst viele Menschen zu geben“, erklärte Rüdiger Wohlers, NABU-Bezirksgeschäftsführer. Dazu zählt die Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen und Sträuchern ebenso wie die Anbringung von Nistkästen. Zudem werden NABU-Aktive mit Beratung für Haus- und Kleingärtner ebenso zur Verfügung stehen wie für Vereine, die beispielsweise eine Streuobstwiese schaffen wollen, sowie für Firmen, Kleingartengemeinschaften oder auch Schulen. „Das Wissen über konkrete Schutzmaßnahmen soll weit ins Land hinausgetragen werden“, betonte Rüdiger Wohlers. Auch Haus- und Kleingärtner könnten für den Gartenrotschwanz einiges tun, indem sie gerade größere Gärten, Kleingärten und Flächen am Siedlungsrand aufwerten. „Neben der Pflanzung von Obstbäumen und standortgerechten Sträuchern sowie der Förderung von Blühstreifen - die insektenreiche Weide bieten - können auch spezielle Nistkästen für den Gartenrotschwanz gebaut und angebracht werden. Für den Gartenrotschwanz geht es jetzt ums Ganze“, betonte der NABU-Bezirksgeschäftsführer.

Der NABU Niedersachsen hat ein sehr attraktives Infopaket zusammengestellt, das aus einer 30-seitigen Bauplansammlung für Nisthilfen, der ausführlichen Broschüre zum Gartenrotschwanz und einem farbenprächtigen Farbposter des Vogels des Jahres 2011 besteht. Es kann angefordert werden gegen Einsendung von fünf Euro beim

NABU
Stichwort Gartenrotschwanz
Schlosswall 15
26122 Oldenburg

Kontakt:

Birgit Röttering


Nähere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie bei

Birgit Röttering
0441 / 2 56 00
roettering@NABU-oldenburg.de


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Das Projekt wird gefördert von der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit.



mehr Internetseite zum Projekt

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