Niedersachsen.NABU.de NABU Regionalgeschäftsstellen Südostniedersachsen/Harz Seltener Eichenschreckenfund

Seltener Eichenschreckenfund

NABU findet seltene Eichenschrecke

Südliche Eichenschrecke erst seit 2007 in Niedersachsen nachgewiesen

Südliche Eichenschrecke groß

30. September 2008 - Sonntagvormittag auf dem Gelände der Biologischen Station des NABU Salzgitter: Im Rahmen von „Familienerlebnis Natur“ wollen Kinder Kronen aus Herbstlaub basteln. Hierzu wurde von einem Spitzahorn buntes Laub gepflückt. Daran haben die Kinder die Heuschrecke mit den langen Fühlern sofort entdeckt: ein Exemplar der Südlichen Eichenschrecke.

„Gemeine Eichenschrecken mit gut körperlangen Flügeln finden wir regelmäßig auf unserem Gelände“, erklärte Walter Wimmer, NABU-Regionalgeschäftsführer. „Dieses offensichtlich erwachsene Weibchen fiel aber sofort durch die Stummelflügel auf“, so der Biologe weiter. Es handelt sich um eine Südliche Eichenschrecke, eine mediterrane Art, die erstmals 1958 in Deutschland festgestellt wurde.

Das Tier aus Salzgitter ist in diesem Jahr der erste Nachweis aus Niedersachsen. Walter Wimmer erklärte: „Eichenschrecken leben auf Bäumen und werden deshalb oft übersehen. Funde aus Berlin und Bremen machen es wahrscheinlich, dass die Südliche Eichenschrecke auch bei uns schon viel weiter verbreitet ist, mit ihren 1,5 Zentimetern Körperlänge nur meistens unentdeckt und unerkannt bleibt.“ Fliegen kann die Südliche Eichenschrecke mit ihren Stummelflügeln übrigens nicht. Dafür springt sie gut und lässt sich oft über Hunderte von Kilometern an Zügen und Autos mitnehmen. „Die erwachsenen Tiere sind vereinzelt noch bis November zu finden, so dass auch in diesem Jahr noch mit weiteren Funden in Niedersachsen zu rechnen ist“, vermutete Wimmer. Übrigens: Eichenschrecken leben räuberisch, zum Beispiel von Raupen, Blattläusen und anderen Insekten.

Seit dem Jahr 1958 breitet sich die Südliche Eichenschrecke nach Nordosten aus. „Aus Niedersachsen wurden die ersten Tiere 2007 aus Wolfsburg, Osnabrück und Göttingen gemeldet“, weiß Günter Grein, der beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) für die Heuschreckenerfassung zuständig ist, zu berichten.

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