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Natur erleben in den Bückebergen

Natur erleben in den Bückebergen

Naturerlebnispfad Liekwegen eröffnet

11. Mai 2010 - Zur Eröffnung des Naturerlebnispfades im Steinbruch Liekwegen unterstrichen Hans-Heinrich Sander, Niedersächsischer Minister für Umwelt und Klimaschutz, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann die besondere Bedeutung für den Artenschutz und das Naturerleben in Niedersachsen.

„Dieses Projekt bringt den Menschen den natürlichen Reichtum des Landkreises Schaumburg nahe und bietet ihnen die Möglichkeit, die Natur aktiv zu erleben“, sagte der Niedersächsische Minister für Umwelt und Klimschutz heute (Dienstag) anlässlich der Einweihung des Erlebnispfades „Natur erleben in den Bückebergen“. Mit Fördermitteln der EU und des Landes Niedersachsen aus dem Programm „Natur erleben“ in der Gesamtsumme von 36.000 Euro ist es gelungen, in dem ehemaligen Steinbruch in Liekwegen einen Erlebnispfad mit diversen Mitmach-Stationen zu errichten. Durch den Einsatz des Landkreises und des NABU-Kreisverbandes Schaumburg, hat sich der Erlebnispfad zu einem herausragenden Artenschutzprojekt entwickelt, das den Besuchern die Natur mit allen Sinnen erlebbar macht. „Hier erfahren die Menschen die Natur als einen Ort der Erholung, der zugleich ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche Entwicklung und den Tourismus in der Region ist“, erläuterte Minister Sander das Förderprogramm „Natur erleben“ als ein Kernstück seiner Naturschutzpolitik.

Gelbbauchunke

Gelbbauchunke

Anlässlich der Eröffnung dieses Erlebnispfades hielt Landrat Schöttelndreier eine kurze Rückschau auf die Entstehungsgeschichte dieses Projektes. Die Erfolgsgeschichte für den Naturschutz begann ab dem Jahr 1999, als besonders geschützte Tierarten im Abbaugebiet festgestellt wurden. Diese Tiere verdankten ihre Existenz dem Abbau, da sie auf eine Mischung aus Rohbodenflächen, Gewässern, Sukzessionsflächen und offenen Flächen angewiesen sind. Ihr neuer Lebensraum wäre durch die anstehende Rekultivierung, das heißt die geplante Aufforstung der Flächen, unwiederbringlich zerstört worden. „Sprichwörtlich in letzter Minute“ so Schöttelndreier, sei es dem Landkreis im Jahr 2003 mit Hilfe von EU-Geldern gelungen, eine 22 Hektar umfassende Fläche zu erwerben.

Seit dieser Zeit werden regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt, um immer wieder Rohbodenflächen und Kleingewässer zu schaffen; teilweise müssen auch bereits aufgewachsene Gehölze wieder entfernt werden. Diese Arbeiten werden vom NABU-Kreisverband Schaumburg durchgeführt, der als Projektpartner die Maßnahmen vor Ort organisiert, fachlich begleitet und auch die Entwicklung im Steinbruch dokumentiert. NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann dankte dafür nicht nur dem Landkreis Schaumburg, besonders der Leiterin des Amtes für Naturschutz, Martina Engelking, sondern insbesondere auch dem NABU-Kreisverband, in erster Linie Bruno Scheel als 2. Vorsitzenden, sowie den vielen Helfern für ihr außerordentlich hohes Engagement, ohne das dieses Kleinod nicht hätte erhalten werden können. Dr. Holger Buschmann unterstrich: „Dank der gemeinsamen Bemühungen ist es gelungen, den Steinbruch zu einem herausragenden Projekt für den Tier- und Pflanzenartenschutz im Landkreis zu entwickeln. Gemeinsam wollen und werden wir eine Vielzahl von Menschen für diese wunderschöne Natur begeistern und für den Naturschutz gewinnen. Nur was man kennt, das schützt man dann auch.“

Mit der Einrichtung eines Naturerlebnispfades sollen die Bevölkerung und insbesondere auch Kinder über die Besonderheiten und die Bedeutung dieses Lebensraums informiert werden. Auch für gehbehinderte Personen besteht die Möglichkeit, Teile des Pfades zu besuchen und die Natur im Steinbruch kennen zu lernen. Hierzu werden an diversen Stationen die unterschiedlichen Lebensräume im Steinbruch anhand vorkommender Arten - von der Büschelnelke bis hin zum Baumpieper - vermittelt.

Ziel ist es, die Natur „mit allen Sinnen“ erlebbar zu machen, aber auch gezielt durch den Steinbruch zu lenken, um ungestörte Rückzugsräume für die Arten zu gewährleisten. Das 45.000 Euro umfassende Projekt wurde mit Mitteln der EU (50 Prozent) und des Landes Niedersachen (30 Prozent) gefördert.



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