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Igel im Herbst

Igel im Herbst

Stachelige Zeitgenossen auf Nahrungssuche

Igel gross

Der kleine Kerl ist auf dem besten Weg, sich seinen Winterspeck anzufuttern.

11. Oktober 2011 - Die Tage werden kürzer, morgens zieht der Nebel über die Felder und die Temperaturen sinken merklich. Der Herbst ist im Anmarsch und mit ihm rückt ein sympathischer Vierbeiner in den Fokus der Öffentlichkeit. Fast täglich erreichen die Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde Anfragen besorgter Bürger bezüglich oft nur scheinbar hilfsbedürftiger Igel. Die stacheligen Zeitgenossen sind derzeit auf Nahrungssuche, um sich eine Fettreserve für den Winter zuzulegen.

„Täglich erreichen uns mehrere Anrufe von besorgten Menschen, die junge Igel im Garten gesichtet haben“ so Rogoschik weiter: „Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Igeljunge werden bis Ende September geboren und sind in den folgenden Wochen, sobald sie etwas selbstständiger sind, auch tagsüber auf Nahrungssuche unterwegs. Da sie sich in relativ kurzer Zeit eine ausreichende Fettreserve für den Winter zulegen müssen, nutzen sie dazu jede Minute.“

Auch wenn Sie einmal beobachten, dass die Jungen längere Zeit allein sind, sollten sie nicht aufgenommen werden, so der dringende Rat der Mitarbeiter des NABU-Artenschutzzentrums. Igel sind sehr vorsichtig, die Mutter hält sich wahrscheinlich gut versteckt in der Nähe auf und die Kleinen können sich gegenseitig wärmen. In Menschenhand haben die Jungen schlechtere Chancen zu überleben. „Uns fehlt die richtige Milch und von der Mutter können sie auf den nächtlichen Streifzügen viel für das Leben in freier Wildbahn lernen und die Entnahme eines gesunden Igels ist in keinem Fall gerechtfertigt, sogar vom Bundesnaturschutzgesetz verboten“, erläuterte Bärbel Rogoschik.

Igelfreunde können jedoch einiges tun, um Ihren Garten igelfreundlich zu gestalten, denn die beste Igelhilfe ist nach wie vor die naturnahe Gestaltung des Gartens. Einen optimalen Überwinterungsstandort kann auch eine so genannte „Igelburg“ bieten, die schnell selbst gebaut ist. Wenn dieser Holzkasten mit ausreichend Laub und Reisig überdeckt wird, können sich Igel darin zur Überwinterung zurückziehen. Kellerschächte und -treppen sollten abgedeckt sein oder so eingerichtet sein, dass ein hineingefallener Igel herausklettern kann. Erdbeernetze sind für Vögel und Igel eine große Gefahrenquelle und müssen auf jeden Fall entfernt werden. Auch auf im Garten freilaufende Hunde sollte geachtet werden, solange die Jungigel auf ihren Entdeckungstouren sind.

Zur Unterstützung können Sie außerdem jederzeit Wasser anbieten, dass täglich gewechselt werden muss. „Zufüttern ist zur Zeit nicht notwendig, da die Igel genug Schnecken und Insekten finden“, betonte Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums. Es gibt kein spezielles Gewicht, ab dem Igel auf jeden Fall überwinterungsfähig sind. Aber ab etwa 300 Gramm ist ein junger Igel selbständig, und er ist in der Lage in der Natur zu überleben. Igelforscher haben nachgewiesen, dass auch kleinere Jungtiere in der Natur wesentlich größere Überlebenschancen haben, als allgemein angenommen wird. Im Haus überwinterte Igel hätten im Frühjahr erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie wieder in die Natur entlassen werden, gab Bärbel Rogoschik zu bedenken.

Informationsmaterial zum Igel oder wie Sie einen igelfreundlichen Garten anlegen, hält das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde für Interessierte während der täglichen Öffnungszeiten von 9 bis 17 Uhr bereit.

Wichtige Hinweise, wie mit einem Igelfund umzugehen ist, Tipps und viel Wissenswertes über dieses sympathische, nützliche Tier finden Sie auch in der farbigen Broschüre 'Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi', die für sechs Briefmarken zu 55 Cent bestellt werden kann beim NABU Niedersachsen, Stichwort 'Igel', Alleestr. 36, 30167 Hannover.

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