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Sibirische Schwertlilie in der Elbtalaue
Sibirische Schwertlilie in der Elbtalaue
Loki Schmidt Stiftung und NABU besichtigen Pevestorfer Wiesen
16. Juni 2010 -
Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) ist von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen zur Blume des Jahres 2010 gewählt worden. Die in Deutschland und Europa gefährdete Pflanzenart gilt im Niedersächsischen Tiefland sogar als vom Aussterben bedroht.
In den Pevestorfer Wiesen betreut der NABU Hamburg seit rund 25 Jahren eines der wenigen Vorkommen dieser Art. Dies und die seit etlichen Jahren gute Zusammenarbeit zwischen NABU und Stiftung waren Anlass genug, eine gemeinsame Führung mit Vertretern beider Naturschutzorganisationen in die Pevestorfer Wiesen zur Blütezeit der blauen Schwertlilie durchzuführen.
Loki Schmidt, die die Naturschutz-Stiftung in den 80er-Jahren gegründet hat, konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht an der Führung teilnehmen. „Sie hat das sehr bedauert“, so Dr. Johannes Martens, Geschäftsführer der Stiftung, „denn die Sibirische Schwertlilie hat sie noch nie in freier Natur gesehen“. Rolf Bonkwald, jetzt im Vorstand für Sponsoring und Unternehmenskooperation zuständig, hob die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der Stiftung hervor. So betreut der NABU Hamburg auch zwei Trockenrasengebiete am Höhbeck, die von der Stiftung in den 80er-Jahren erworben wurden. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen, bedankte sich ebenfalls für das Engagement des NABU Hamburg im Gebiet und freute sich über die gute länderübergreifende Zusammenarbeit.
Iris sibirica in den Pevestorfer Wiesen
Manfred Reetz, der die NABU-Flächen über 30 Jahre betreut hat, erläuterte die Historie zum Vorkommen der Iris, denn das Ursprungsvorkommen liegt ca. 1,5 Kilometer weiter südlich und ist deutlich kleiner. Da die Zukunft dieser Fläche allerdings Anfang der 1980er Jahre nicht gesichert war, hat der NABU mit aus Samenmaterial gezogenen Pflänzchen diesen Bestand auf eigener Fläche angesiedelt und über die Jahre zu einem stabilen Vorkommen entwickeln können.
Der Bestand am Rande des Weges in den Pevestorfer Wiesen ist für Naturliebhaber ein beliebtes Fotomotiv. „Der hohe Bekanntheitsgrad dieser Art beruht insbesondere darauf, dass etliche Gartenformen der Iris sibirica existieren“, betonte Dr. Johannes Martens, Geschäftsführer der Stiftung. „Der bundesweite Rückgang der Wildform ist auf Flächentrockenlegungen und Aufgabe der extensiven Nutzung, insbesondere dem Verzicht auf eine späte Mahd im Jahr zurückzuführen“, erklärte Dr. Johannes Martens weiter. Auch Flächenversiegelungen insbesondere in Auenbereichen und eine grundsätzliche Eutrophierung von Niedermooren, Stillgewässern und Pfeifengraswiesen über Luft, Boden und Wasser sind weitere Ursachen für den Rückgang dieser Art.
Hintergrund:
Die wilde Iris ist gefährdet - Gespräch mit Manfred Reetz, Schutzgebietsbetreuer NABU Hamburg. Das Gespräch führte Oliver Schuhmacher. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des NABU Hamburg.
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Wilde Iris Interview mit Manfred Reetz
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Informationen zum Schutzgebiet Pevestorfer Wiesen
Typische Landschaften
Ursprünglich erstreckten sich umfangreiche Auwälder beiderseits des Elbstromes. Sie sind heutzutage jedoch durch menschliche Eingriffe wie Eindeichung und Strombaumaßnahmen bis auf wenige Reste verschwunden. Einer der letzten Auwaldreste im Elbtal ist das "Elbholz" bei Gartow.
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Edler Blaublü(h)tler
Mit der Sibirischen Schwertlilie wurde eine unserer seltensten Blütenpflanzen der Feuchtlebensräume zur „Blume des Jahres 2010“ gewählt. Aufgrund von Trockenlegungen, Änderungen der Bewirtschaftung und vermehrtem Nährstoffeintrag gilt Iris sibirica in weiten Teilen Europas als gefährdet.
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