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Tierische Helfer bei der Moorpflege

Tierische Helfer bei der Moorpflege

NABU setzt Moorschnucken im Huvenhoopsmoor ein

10. August 2010 - Ein heiseres „Mäh“ tönt aus dem dichten Birkengestrüpp, gefolgt von weiterem klangvolleren Schafsgeblöke. „Das ist Klaus, der Bock“, freut sich Richard Henning, Schafhalter aus Leidenschaft, und zeigt auf den wolligen Kopf, der zögerlich aus dem Gebüsch am Moorlehrpfad im Huvenhoopsmoor auftaucht. „Die meisten Menschen denken, wenn sie Moorschnucke hören, es seien schokoladenbraune Schafe wie die Heidschnucken“, berichtet er, „tatsächlich ist die Moorschnucke eine helle, besonders robuste kleine Schafrasse, die früher eigens für die Beweidung der Moorbrachen in Norddeutschland gezüchtet wurde und von der es heute nur noch wenige reinrassige Herden gibt“, so Richard Henning weiter. Er hat seine kleine Herde von Moorschnucken auf Einladung des NABU ins Huvenhoopsmoor gebracht. In Absprache mit der Gemeinde Gnarrenburg als „Hausherren“ des Moorlehrpfades sollen die 16 Schafe in den nächsten Wochen nach Herzenslust fressen, um die für Moorheide und Wollgräser bestimmten Flächen von dem stark zunehmenden unerwünschten Aufwuchs zu befreien.

„Leider ist der Standort für den Moorlehrpfad, eine ehemalige Moorweide, in seinem Wasser- und Nährstoffhaushalt so gestört, das größere Flächen mit Binsen und Birken überwachsen“, erklärt Diplom-Biologe Axel Roschen, Leiter der NABU-Umweltpyramide und seinerzeit Projektleiter beim Bau des Lehrpfades vor sechs Jahren. Seit dessen Eröffnung ist der Moorpfad am Ortsende von Augustendorf eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Um den Besuchern auch Moorheide und Wollgrasflächen zu zeigen, mussten die Moorschnucken jetzt als Landschaftspfleger angeworben werden. „Mit ehrenamtlichen Pflegeeinsätzen konnten wir die Flächen nicht von dem massiven Aufwuchs von Birken frei halten“, berichtet Axel Roschen. Die große Trockenheit in diesem Jahr käme diesem unerwünschten Bewuchs noch zu Gute, denn die Feuchtigkeit im Torf sei hoch genug für das Wachstum der Birken, während es für die anspruchsvolleren Pflanzen, wie die Glockenheide, schon zu trocken sei, so der Biologe weiter. Mit dem Einsatz der Schafe sollen die Flächen jetzt erst einmal kräftig ausgelichtet werden. „Vielleicht bekommen Besen- und Glockenheide oder die Wollgräser dann eine Chance“, hofft Axel Roschen, besser wäre es allerdings, wenn zudem der Wasserstand auf den Flächen angehoben werden könnte. Auf jeden Fall aber seien die Tiere eine Bereicherung für die Besucher des Moorlehrpfades, so Roschen. „Meine Schnucken fühlen sich jedenfalls in diesem Gebiet sichtlich wohl“, erkennt Richard Henning, der seine Moorschafe sonst auf eigenen Flächen im Karlshöfener Moor weiden lässt. Der mit einem Elektrozaun gesicherte Bereich böte reichlich Futter und genügend Rückzugsmöglichkeiten für die eher scheuen Schafe.

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