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NABU Niedersachsen zum EEG
NABU Niedersachsen zum EEG
Geothermie besser fördern
14. Juni 2011 -
Der Entwurf zur Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) liegt auf dem Tisch, die Bundesregierung treibt zur Eile. Diese Hektik sowie inhaltliche Mängel sind für den NABU Niedersachsen unverantwortlich. Der NABU spricht sich für eine stärkere Förderung von Geothermie aus.
„Nach erster Prüfung liegen bei uns Unverständnis, Ablehnung, Zustimmung und Enttäuschung zu diesem Entwurf nahe beieinander“, stellte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen kurz und knapp fest. Unverständnis und Ablehnung ruft nicht nur die Hektik beim Durchpeitschen des Gesetzes hervor, sondern auch die aus NABU-Sicht unvertretbare Förderung von industriellen Großanlagen bei Bioenergie. Damit werden Flächenkonkurrenz und regionale Konflikte im Flächenland Niedersachsen nur unnötig angeheizt. Hier sei die Niedersächsische Landesregierung gefordert.
„Unsere Zustimmung finden die ökologischen Korrekturen, insbesondere die Begrenzung des Anteils von Mais und Getreidekorn auf maximal 60 Prozent und damit die Entschärfung der Vermaisung unserer Landschaften“, so Dr. Holger Buschmann weiter. „Die Übernahme dieser Begrenzung ist ein Beleg dafür, wie richtig und zielführend unser ‚NABU-10-Punkte-Papier Biogas’ war und ist, das allerdings nach wie vor über den Entwurf der Bundesregierung hinausgeht“. Auch die Schaffung einer Vergütungsklasse für besonders naturverträglich erzeugte Biomasse ist ein wichtiger Fortschritt.
Enttäuschend ist für den NABU Niedersachsen die insgesamt geringere Förderung für kleine und mittlere Biogasanlagen, deren wirtschaftlicher Betrieb gefährdet wird. Hier fordert der NABU Niedersachsen die Erhöhung der Grundvergütung um 1 bis 2 Cent pro Kilowattstunde. Bei Anlagen von 500 KW bis 5 MW dagegen muss die Förderung um zwei Cent abgesenkt werden, um den Einstieg von Großinvestoren bei gewerblichen Anlagen zu verhindern und regionale Strukturen nicht zu schwächen.
Eine weitere Enttäuschung ist die geringfügige Erhöhung von 4,0 auf 5,0 Cent/KWh für Strom aus Geothermie. „Geothermie mit sehr geringem Flächenverbrauch steht als Strom, Wärme und Kälte für Wärmepumpenheizungen besonders klimafreundlich zur Verfügung“, erläuterte Uwe Baumert, Energieexperte beim NABU Niedersachsen und fordert: „Wir benötigen einen Energiemix mit allen verfügbaren Erneuerbaren Energien auf hohem Niveau. Dafür kommt insbesondere, die auch unter Niedersachsen reichlich vorhandene Geothermie mit ihrer Grundlast- und Spitzenlastfähigkeit in Betracht.“
Wer A=Atomausstieg sagt, müsse auch B=Bereitstellung der Mittel sagen und diese Mittel im EEG, in Marktanreizprogrammen und dem Wärmegesetz sicherstellen, waren sich Dr. Holger Buschmann und Uwe Baumert vom NABU Niedersachsen einig.
Uwe Baumert zusammenfassend: „Geothermie ist besonders nachhaltig mit Rücksicht auf Mensch, Natur und Umwelt, denn nach ca. 30 Jahren Nutzung regeneriert sich eine Tiefenquelle durch nachströmende Wärme aus dem Erdinnern zur erneuten Nutzung“.

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