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Moorschutz ist Klimaschutz

Moorschutz ist Klimaschutz

Gesunde Moore können in erheblichem Maß Kohlendioxid binden

Großes Moor bei Gifhorn groß

Wiedervernässtes Großes Moor bei Gifhorn

18. März 2009 - Das Schlagwort Klimaschutz ist in aller Munde. Es wird dabei viel von Energieeinsparungen und verstärkter Nutzung von regenerativen Energien gesprochen. Dies ist auch richtig, aber häufig wird vergessen, dass Niedersachsen ursprünglich zu großen Teilen aus Mooren bestand.

Die Entwässerung und anschließende Abtorfung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung von Mooren trug und trägt in hohem Maße zu unseren Kohlendioxid-Emissionen bei. „Schutz der Moore bedeutet also nicht nur den Erhalt von einzigartigen Tier- und Pflanzenarten, sondern auch aktiven Klimaschutz“, erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender.

In Zeiten einer rasant fortschreitenden Erderwärmung gewinnen Moore zunehmend an Bedeutung für den Klimaschutz. Gesunde Moore können in erheblichem Maß das gefährliche Treibhausgas Kohlendioxid binden, sind sich der Greifswalder Experte Prof. Dr. Michael Succow und Dr. Holger Buschmann einig. Im Laufe der Jahrtausende sind Moore dort entstanden, wo entweder durch Niederschläge oder einen hohen Grundwasserspiegel Wasserüberschuss herrschte. Typische Vegetation in Moorgebieten sind Torfmoose, Seggenriede, Röhricht und Erlenbrüche. Moore machen heute weltweit noch etwa drei Prozent der Landfläche aus, haben im Torf aber etwa 30 Prozent des gesamten terrestrischen Kohlenstoffs gespeichert. Weil Moorpflanzen außerdem, wie andere Pflanzen auch, für ihr Wachstum das Treibhausgas Kohlendioxid verarbeiten, haben sie für den Kohlenstoffhaushalt der Erde eine herausragende Bedeutung. Im Vergleich zu Wäldern speichern Moore ein Mehrfaches an Kohlenstoff, führt Professor Succow aus.

Moorexkursion Prof. Succow

Moorexkursion mit Prof. Succow (li.)

Den umgekehrten Effekt gibt es, wenn Moore zerstört werden. „In Deutschland sind in den letzten zwei bis drei Jahrhunderten die meisten Moore entwässert worden, diese Entwicklung setzt sich leider in aller Welt fort“, erklärt der Wissenschaftler. Mit der Entwässerung dringt Sauerstoff in die oberste Torfschicht ein, Mikroorganismen bauen den Torf ab und der Kohlenstoff wird in Kohlendioxid umgewandelt, das wiederum in die Atmosphäre entweicht und den Treibhauseffekt verstärkt. Weiterhin wird Lachgas freigesetzt, das den Prozess noch beschleunigt. Wird Torf gar noch verbrannt, steigt nochmals der Ausstoß an Kohlendioxid. „Aus meiner Sicht ist die Schicksalsfrage der Menschheit, ob es gelingen wird, den Kohlenstoffhaushalt in den Griff zu bekommen“, sagt der Greifswalder Moor-Experte, „die Sicherung der historischen Moorlandschaft ist das Gebot der Stunde“. Er rät dazu, Moore in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, also sie wiederzuvernässen.

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