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Naturverträgliche Biogasproduktion

Naturverträgliche Biogasproduktion

NABU Niedersachsen und Lindhorst-Gruppe unterzeichnen Vereinbarung

Biogas Pferde Rinder gross

04. März 2011 - Die Vereinbarung für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen bei der Bioenergieerzeugung haben heute Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, und Jürgen Lindhorst, Vorstandsvorsitzender der Lindhorst-Gruppe, unterzeichnet. Die Grundsätze des '10-Punkte-Papiers Biogas' werden für den Betrieb der Biogasanlage Walle verbindlich und entsprechend den vereinbarten Bedingungen zur Verifizierung auch durch externe Gutachter im Betriebsablauf kontrolliert und überprüft. Zudem erhält der Beauftragte des NABU Niedersachsen Zugang zu den Gutachten und Aufzeichnungen.

Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen zeigte sich beeindruckt. „Wo andere über Bioenergie reden, Akzeptanzprobleme erkennen aber nicht lösen, handelt hier ein Unternehmer. Herr Lindhorst praktiziert zukünftig Klimaschutz und Landschaftsschutz zum Wohle von Mensch, Natur und Umwelt. Mit der Umsetzung des 10-Punkte-Papiers Biogas gehen wir von einem Start für eine zukunftsfähige, naturverträglichere und gleichzeitig klimaschützende Biogasproduktion aus. Dazu wünschen wir uns weitere Nachahmer.“

Jürgen Lindhorst, Vorstandsvorsitzender Lindhorst-Gruppe, erklärte: „Als bekennender Naturschützer bin ich sehr glücklich über das Ergebnis des nunmehr erfolgreich ausgehandelten 10-Punkte-Papier-Biogas, welches aufzeigen soll, dass Naturschutz und moderne Landwirtschaft sinnvoll in Einklang zu bringen sind. Dazu sind wir alle unserer jetzigen sowie auch den zukünftigen Generationen verpflichtet.“

Uwe Baumert, NABU-Bioenergie-Experte, hatte das 10-Punkte-Papier-Biogas ausgearbeitet und freute sich: „Als Verfasser bin ich glücklich nach vielen Oberbedenkenträgern einen aufgeschlossenen Wirtschaftsmacher gefunden zu haben, der beweisen wird: Bioenergie lässt sich im Einklang mit der Natur nachhaltig erzeugen.“

Unterzeichnung Biogasvereinbarung klein

vlnr: Dr.Holger Buschmann, Uwe Baumert, Jürgen Lindhorst bei der Unterzeichnung der Vereinbarung

Der NABU Niedersachsen hatte vor einem Jahr kontrovers diskutierte Thesen in einem '10-Punkte-Papier Biogas' mit Grundsätzen für eine naturverträgliche Biogasproduktion vorgelegt. Nach der aktuellen und heute ratifizierten Fassung ist der Anteil einer Fruchtart für die Biogasanlage, außer Grasschnitt und Landschaftspflegegut, auf maximal 50 Prozent begrenzt. Eine mindestens dreigliedrige Fruchtfolge wird eingehalten und auf den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)verzichtet. Zudem wird ein Nachweis von 10 Prozent an ökologischen Ausgleichsflächen, wie zum Beispiel Saumstrukturen, Wildpflanzenmischungen, Blühflächen und Blühstreifen, Feldgehölze, Extensivgrünland, in sinnvoller Vernetzung geführt. Auf den Umbruch weiterer Flächen auf ökologisch sensiblen Standorten zum Anbau von Energiepflanzen wird verzichtet. Das Anstreben der Rückführung von Moorstandorten ist in dem Papier festgeschrieben. Zudem wird ein hoher Wirkungsgrad der Biogasanlage von 70 Prozent durch die konsequente Nutzung der Abwärme (Kraft-Wärme-Kopplung) eingehalten. Die Anlage arbeitet innovativ in Nassfermentierung und wird beschickt nach neuester Einbringungstechnologie mit einem Mix aus Landschaftspflegegut und Extensivgras, beides insbesondere von Naturschutzflächen, GPS (Grünroggen als Ganzpflanzensilage), Gülle sowie Maissilage mit Umstellung auf Zuckerrübe (derzeit Anteil beträgt 36 Prozent).

Deutschland streitet über Bioenergie, insbesondere in Niedersachsen werden Biogasanlagen kritisch gesehen. Während die dramatische Umnutzung der Landschaft für einige Segen mit Zukunftssicherheit und gutem Profit ist, ist Biogas für andere mit drohender Vermaisung der Landschaft und Verlust der Artenvielfalt verbunden.

In Niedersachsen hat die Anbaufläche für Mais von 357.500 Hektar im Jahr 2005 auf rund 546.000 Hektar im Jahr 2010 zugenommen. Der Zuwachs allein im Jahr 2010 betrug 72.000 Hektar oder knapp 101.000 Fußballfelder. NABU Niedersachsen und die Lindhorst-Gruppe betonten, dass, um eine nachhaltige, umweltschonende Energieversorgung auch langfristig sicherzustellen, der Anbau von Biomasse nach den Kriterien einer naturverträglichen Landwirtschaft erfolgen müsse. Nur durch die Einhaltung ökologischer Mindeststandards könne der gute Ruf nachwachsender Rohstoffe auch in Zukunft gewährleistet werden.

Biogas-Vereinbarung mit Lindhorst-Gruppe, Teil 1
Biogas-Vereinbarung mit Lindhorst-Gruppe, Teil 2
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