Niedersachsen.NABU.de Themen Naturschutzrecht & Ehrenamt Umweltgesetzbuch
Regional angepasste Baumarten nutzen
Regional angepasste Baumarten nutzen
Naturschutzgesetzgebung muss auch genetische Vielfalt schützen
10. Dezember 2008 -
Der NABU Niedersachsen hat angesichts der „heißen Phase“ der Diskussion zum Umweltgesetzbuch gefordert, durch die Festlegung der Verwendung regionaler angepasster Baum- und Straucharten im Waldbau und in der freien Landschaft dafür zu sorgen, den „lange überfälligen Schutz auch der genetischen Vielfalt“ zu sichern.
Elke Meier, Fachbereichsleiterin Naturschutz des NABU Niedersachsen, wies darauf hin, dass es „nicht länger angehen kann, dass fremde Herkünfte von Baumarten in der Forstwirtschaft und bei Pflanzungen in der freien Landschaft Verwendung finden. Diese stellen nicht nur eine Verarmung der von ihnen abhängigen Tier- und Pflanzenwelt dar, sondern sind langfristig eine Gefahr für den regionalen Genpool.“ Die Expertin weiter: „Von Artenvielfalt sprechen viele - von genetischer Vielfalt wenige. Auch Bäume und Sträucher haben sich an die regionalspezifischen klimatischen Gegebenheiten angepasst - eine bayerische Eiche ist einem ganz anderen Klima angepasst als eine Eiche aus der Heide. Bringen wir diese Eichen zusammen, können die speziellen Anpassungen verloren gehen und verkleinert sich der Genpool. Im Zuge der Klimaveränderung kann dies weitreichende Auswirkungen mit sich bringen, da eine flexible Reaktion auf stärker werdende Witterungsschwankungen kaum mehr möglich ist und an die Klimaveränderungen besonders angepasste Gene verschwinden könnten. Auch Tierarten, die auf die unterschiedlichen Herkünfte angewiesen sind, könnten auf der Strecke bleiben.“ Eine weitere genetische Verarmung innerhalb der Baum- und Straucharten muss daher verhindert werden.
Die NABU-Expertin sieht in einer Festsetzung der ausschließlichen Verwendung standortgerechter, regionalspezifischer Baum- und Straucharten zur Verwendung im Waldbau, aber auch bei Kompensations- und anderen öffentlichen Maßnahmen wie Grüngürteln auch eine wirtschaftliche Chance für heimische Baumschulen: „Wenn sich unsere Baumschulen, derer es viele gerade in Niedersachsen gibt, auf die Erzeugung dieser regionaltypischen Bäume und Sträucher spezialisieren, werden sie einen großen Markt vorfinden - und etwas für die Natur tun. Viele Baumschulen in Schleswig-Holstein und insbesondere in der Schweiz können hier bereits als Vorbild dienen. Wir hoffen daher sehr, dass eine entsprechende Regelung in das Umweltgesetzbuch eingefügt wird - Niedersachsen sollte dies unterstützen!“
Mehr zum Umweltgesetzbuch
Steht die Natur zum Ausverkauf?
Die großen Umweltverbände sehen das als zentrales Reformvorhaben der Bundesregierung vorgelegte Umweltgesetzbuch (UGB) vor einer Zerreißprobe. "Wenn die massiven Interventionen des Agrar- und Verkehrsressorts insbesondere beim heftig umkämpften Dritten Buch 'Naturschutz und Landschaftspflege' nicht zurückgewiesen werden, bleibt der Naturschutz auf der Strecke", beklagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
LIFE+NATURE-Projekt AMPHIKULT
„300 Teiche für Niedersachsen“ Vernetzung und Management von AMPHIbien in der KULTurlandschaft Mehr
NABU Gut Sunder
bietet ein umfangreiches Seminarprogramm 2012 Mehr
NABU-Wildtiernis
Wo sich Steinmarder, Eisvogel und Hornisse vor der Kamera tummeln. Mehr
NABU-Paradiese
Der NABU stellt Ihnen das Schutzgebiet des Monats vor Mehr
Anzeigenmotive
Helfen Sie dem NABU und der Natur, indem Sie eine Anzeige kostenlos abdrucken. Mehr
Infomaterial
Faltblätter und Broschüren des NABU Niedersachsen zum Herunterladen und Bestellen Mehr
NABU-Naturgucker
Die interaktive Datenbank für Ihre Naturbeobachtungen Mehr
Studentenjobs
Mitgliederwerbung für den NABU: Studenten- und Ferienjobs. Mehr
Verbandsbeteiligung
Band I und II des überarbeiteten Handbuchs können beim Landesbüro der Naturschutzverbände bestellt werden. Mehr
Von Aal bis Zilpzalp
Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon Mehr
