Niedersachsen.NABU.de Themen Wald Keine Biomasse aus Mammutbäumen

Keine Biomasse aus Mammutbäumen

Keine Biomasse aus Mammutbäumen

Wald darf nicht auch noch der Biomasseproduktion geopfert werden

Fichte gross

Statt der in Monokulturen zusammenbrechenden Fichten werden bereits amerikanische Riesennadelbäume als „Turbofichten“ angebaut.


20. September 2011 - Nachdem die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen mit Plänen für einen großflächigen Anbau amerikanischer Mammutbäume zur Biomasseerzeugung in heimischen Wäldern an die Öffentlichkeit getreten ist, stellt sich für den NABU Niedersachsen die Frage, ob jetzt, nach der „Vermaisung“ von ehemaligen Wiesen- und Grünlandflächen, der Wald einer Intensivproduktion geopfert werden soll. Die Versuchsanstalt experimentiert im Auftrag von vier Bundesländern, darunter auch Niedersachsen, daran, die Produktivität der Wälder zu erhöhen.

Dr. Carsten Böhm, NABU-Landesvorstandsmitglied, erklärte: „Es werden bereits zunehmend, statt der in Monokulturen zusammenbrechenden Fichten, nun amerikanische Riesennadelbäume wie Douglasie, Küsten-Riesentanne und Riesenlebensbaum als eine Art ‚Turbofichten‘ angebaut. Dies geschieht mit kräftiger Subventionierung durch den Steuerzahler und unter dem Deckmantel eines Waldumbaus für den Klimawandel.“

Der NABU setzt sich mit allem Nachdruck für die Entwicklung naturnaher und damit robuster Wälder aus heimischen Baumarten ein. Dr. Carsten Böhm unterstreicht: „Im Internationalen Jahr des Waldes ist es ein fatales Signal, aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt zu haben und wieder einseitig profitorientiert am Wald herum zu experimentieren. Umfassend nachhaltig handelt nur, wer jetzt konsequent auf die Vielfalt heimischer, so genannter klimaplastischer Waldgesellschaften mit ihren über 50 Baumarten setzt.“

Im Schwarzwald wenden sich Initiativen bereits gegen die „McDonaldisierung des Waldes“ und in der Zeitschrift 'Spiegel' warnten bereits im Jahr 2007 verantwortungsbewusste Förster vor einer 'Rückkehr der Spargelwälder'. Der geplante großflächige Anbau von Mammutbäumen würde nicht nur hiesigen Arten den Lebensraum nehmen. Es sind aus Sicht des NABU viele wichtige Fragen, wie Kulturkosten, Verjüngung im Dauerwald und langfristige Anbaurisiken, ungeklärt.

NABU-Hintergrund zur „Entwicklung naturnaher und robuster Wälder aus heimischen Baumarten“

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