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Amphibien-Massenwanderung steht bevor

Amphibien-Massenwanderung steht bevor

Schon über 3.800 überfahrene Erdkröten gemeldet

Erdkrötenpaar gross

Erdkrötenpaar

16. März 2012 - Drei Wochen nachdem sich die ersten Frösche, Molche und Kröten aus den Winterquartieren wagten, nehmen die Wanderungen der Amphibien zu ihren Laichgewässern aufgrund der frühlingshaften Temperaturen deutlich Fahrt auf. Nach Einschätzung des NABU steht der Saisonhöhepunkt in Niedersachsen kurz bevor.

Im Westen und Südwesten Deutschlands legen die Grasfrösche bereits ihre Laichballen ab. Jetzt sagt die innere Uhr auch den Erdkröten, 2012 zum „Lurch des Jahres“ gekürt, dass es Zeit wird, für Nachwuchs zu sorgen. „Die Temperaturen sind schon krötengerecht, kommt in den nächsten Tagen noch Regen hinzu, wird dies im Flachland die Massenwanderungen in Gang bringen“, prognostizierte NABU-Amphibienexperte Sascha Schleich.

Wo Amphibien Straßen queren, laufen die ehrenamtlichen Naturschützer nun regelmäßig ihre nächtlichen Kontrollen, um die Tiere sicher über die Straße zu bringen. Allein in Niedersachsen sind an 108 Standorten Schutzzäune aufgebaut worden. Die Überquerung der Straßen ist in der Dunkelheit auch für die Helfer gefährlich. Deshalb bittet der NABU die Autofahrer um besondere Rücksicht. Krötenübergänge sind mit Warnschildern 'Vorsicht
Krötenwanderung' gekennzeichnet oder sichtbar durch die meist grünen Zäune am Straßenrand. Mancherorts fehlen solche Schutzmaßnahmen, hier ist erhöhte Vorsicht geboten.

Um bisher nicht betreute Krötenquerungen ausfindig zu machen, ruft der NABU auf, überfahrene Erdkröten per Online-Formular zu melden. Obwohl die Hauptwanderung noch aussteht, wurden bundesweit schon mehr als 3.800 Verkehrsopfer registriert.

Frösche und Kröten wandern jetzt

Ehrenamtliche Amphibienschützer helfen mit Schutzzäunen

Grasfrosch

Grasfrosch

01. März 2012 - Mit der derzeit milden Witterung hat die Amphibienwanderung in Niedersachsen begonnen. Erste Tiere sind etwa in Volkse sowie Hillerse (Gifhorn), Engensen (Region Hannover), im östlichen Wendland und in Rotenburg, aber auch in Uelzen und in Braunschweig unterwegs. Der NABU Niedersachsen bittet Autofahrer, auf entsprechenden Strecken zum Schutz der gefährdeten Tiere sowie für die ehrenamtlich tätigen Amphibienschützer vorsichtig und langsam zu fahren. Zugleich ruft der NABU dazu auf, überfahrene Erdkröten zu melden. Der NABU möchte damit einen besseren Überblick über das Ausmaß der Todesfälle auf den Straßen bekommen.

Amphibien legen auf ihren Wanderungen Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück. Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück. Während dieser Laichwanderung müssen die Lurche viele Straßen überqueren. Viele dieser stark bedrohten Tiere überleben das nicht! Die Amphibien sterben aber nicht nur durch das direkte Überrollen unter den Autoreifen. Auch der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn tötet sie. An die Autofahrer appellierte der NABU daher, auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht zu überschreiten, um den Druck gering zu halten und die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen.

Jungs an Krötenzaun

Kinder am Krötenzaun

Zum Schutz vor dem Straßenverkehr stellen NABU-Gruppen an stark betroffenen Straßenabschnitten Amphibienschutzzäune auf. Diese Zäune halten die Amphibien davon ab, die Straßen zu überqueren. Ehrenamtliche Naturschützer sammeln so Nacht für Nacht die Tiere an den Zäunen, um sie sicher in Eimern auf die andere Straßenseite zu tragen. Allein in Niedersachsen sind Amphibienschützer Jahr für Jahr in NABU-Gruppen an über 100 Standorten aktiv, stellen Fangzäune auf und legen auch Ersatzlaichgewässer an. Ohne dieses vielfache Engagement wäre es um unsere Frösche und Kröten deutlich schlechter bestellt. Weitere Helferinnen und Helfer sind in unseren Gruppen vor Ort herzlich willkommen!

Je nach Wetterlage kommt die Wanderung in verschiedenen Regionen zu unterschiedlichen Zeiten in die Gänge. Oftmals stockt die auch wieder, wenn die Temperaturen sinken. Sobald einige Nächte nacheinander wärmer als fünf Grad Celsius sind und ein wenig Regen fällt, stimmen die Bedingungen und die Amphibien machen sich langsam auf den Weg.

Besonders bei feuchter Witterung und zwischen 18 Uhr und 5 Uhr in der Früh muss mit den Tieren gerechnet werden. „Manchmal überqueren in einer Nacht mehrere hundert bis tausend Erdkröten Verkehrsstraßen. Selbst bei einer nicht viel befahrenen Straße mit neun Autos pro Stunde liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit der wandernden Erdkröten schon bei unter 20 Prozent“, erklärt NABU-Amphibienexperte Sascha Schleich. Wie viele Amphibien genau unter die Räder kommen sei jedoch nicht bekannt.

Erdkröte

Der NABU bittet um Meldung überfahrener Erdkröten

Der NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik (Amphibien, Reptilien und Fische) ermittelt daher im Rahmen der Aktion 'Lurch des Jahres 2012', wie viele Erdkröten in einer Laichperiode auf ihren traditionellen Wanderungen auf den Straßen sterben müssen. „Mit einer aussagekräftigen Straßenopferanzahl kann der NABU nicht nur die Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen auffordern, sondern auch seine eigenen Aktivitäten lenken“, erklärt Sascha Schleich den Sinn der bundesweiten Aktion. Um ein möglichst genaues bundesweites Ergebnis verteilt auch über ganz Niedersachsen zu erhalten, bittet der NABU Niedersachsen jeden um Mithilfe, der überfahrene Erdkröten sieht, diese zu zählen und anschließend zu melden. Das Meldeformular kann auch mit iPhone und weiteren Smartphones aufgerufen und ausgefüllt werden.

Die Erdkröte, 'Froschlurch des Jahres' 2012, zählt zwar zu den häufigsten Amphibienarten in Deutschland. Allerdings wird sie bereits im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Art aufgeführt und die Bestände sind durch verschiedenste Gefährdungsfaktoren rückläufig. Die größte Gefahr liegt in der Lebensraumzerschneidung durch Straßen, wo unzählige Erdkröten jedes Jahr auf ihrer Laichwanderung ihr Leben verlieren.

Meldeaktion zu Amphibienwanderungen

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Milde Temperaturen und feuchte Witterung lassen Amphibien zu ihren angestammten Laichgewässern wandern - oft verbunden mit riskanten Straßenquerungen. Der NABU Oldenburg möchte sich ein Bild von den Wanderbewegungen machen und bittet alle Amphibienfreunde, aktuelle Wanderungen im Stadtgebiet zu melden! Die Meldedaten können Dank enger Koordination direkt in die Schutzmaßnahmen der Stadt Oldenburg einfließen. mehr Mehr

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