Niedersachsen.NABU.de Tiere & Pflanzen Eisvogelschutz in Niedersachsen Aktuelle Meldungen Eisvogeltagung
Dritte Eisvogeltagung
Dritte Eisvogeltagung
Alle Eisvogelfreunde sind herzlich eingeladen
19. Januar 2012 -
Am 10. März von 11 - 17 Uhr findet zum dritten Mal die Eisvogeltagung auf NABU Gut Sunder statt, um neue Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen.In diesem Jahr soll die Praxis des Eisvogelschutzes im Mittelpunkt stehen.
Aus den Niederlanden konnte Jelle Harder von der Vogelwerkgroep Het Gooi gewonnen werden, der im Film vorführt, wie auch bei Mangel an Steilufern Brutplätze mit natürlichen Materialien geschaffen werden können.
Hans Müller aus Unterlüß hat in einem ebenfalls sehr anschaulichen Film festgehalten, wie durch Maßnahmen am Gewässer Eisvogellebensräume entstehen.
Ein Erfahrungsbericht von Jürgen Hicke vom NABU Rotenburg soll auch den Neueinsteigern, die an der Tagung teilnehmen, Anregungen für ihre Arbeit geben.
Bei einer Exkursion über das Gelände von Gut Sunder zeigt Peter Schütte die dort entstandenen Eisvogelbiotope - im Tierfilmzentrum gibt es dazu wieder die entsprechenden Filmsequenzen der Eisvögel zu sehen.
Das Projekt „Eisvogelschutz in Niedersachsen“ läuft noch bis Juli 2012. Gemeinsam soll überlegt werden, wie es danach weiter gehen kann. Der Aufbau eines dauerhaften Netzwerks soll ebenso diskutiert werden wie die Finanzierung weiterer Aktivitäten durch Patenschaften.
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Einladung Eisvogeltagung 2012
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Anmeldung Eisvogeltagung 2012
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Eisvogeltagung
Rückblick auf eine erfolgreiche Veranstaltung
30. Juni 2011 -
Wieder viele neue Impulse für die Aktiven im Eisvogelschutz brachte die Eisvogeltagung auf Gut Sunder im April. Inzwischen sind 40 Niststationen fertig gestellt, weitere 40 sind konkret geplant. Das Projekt läuft noch bis Juli 2012. Unserem Ziel, 100 Niststationen in Niedersachsen zu errichten, sollte nichts mehr im Wege stehen. Gruppen, die sich die Fördermittel von 400 Euro pro Niststation noch sichern möchte, sollten sich möglichst bald melden. Außerdem können projektbegleitende Infotafeln gefördert werden.
Als Ergebnis der Fachdiskussionen wurde ein Kontroll- und Wartungsplan für Niststationen zusammengestellt. Deutlich wurde noch einmal, wie wichtig es ist, einen abgelegenen Standort für die Niststation zu wählen und diesen geheim zu halten, denn häufige Störungen können den Eisvogel sehr leicht vertreiben.
Die Biologen Olaf Zimball und Dr. Margret Bunzel-Drüke hoben die Bedeutung von guten, in jedem Jahr mehrfach belegten Nistwänden hervor. Solche natürlichen Standorte sollten unbedingt erhalten werden! Prof. Dr. Louis betonte wie wichtig es ist, Lebensstätten von bedrohten Arten (also z.B. solche Nistwände) zu dokumentieren! Die Kartierungen, die viele Gruppen durchführen, können bei drohenden Eingriffen sehr wertvoll sein, um das, was wir schützen möchten, zu dokumentieren! Ergänzend ist die Neuanlage von Steilwänden sinnvoll, dort wo die Ufer dafür geeignet sind.
Umweltwissenschaftler Frank Göken konnte belegen, dass Freizeitaktivitäten einen großen Störfaktor für den Eisvogel darstellen. Seine Arbeit „Untersuchungen zu Lebensraumansprüchen des Eisvogels und Störungen durch Freizeitaktivitäten - Erkenntnisse aus Beobachtungen an der mittleren Hunte im niedersächsischen Landkreis Oldenburg“ kann in digitaler Form bei uns angefordert werden. Bei drohender Intensivierung des Tourismus in naturnahen Bereichen sind solche zitierfähigen Belege von großer Bedeutung.
Den Kontroll- und Wartungsplan, die Anleitung zum Abstechen von Nistwänden, sowie viele weitere Tipps und Hinweise finden Sie nachstehend
oder können kostenlos in einer Infomappe angefordert werden bei:
NABU Emsland/Grafschaft Bentheim
Jutta Over
Projektleitung Eisvogelschutz
Haselünner Straße 15
49716 Meppen
05931 / 4099630
NABU.EL-NOH@t-online.de
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Schaffung einer Eisvogelnistwand durch Baumrodung
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Tipps zum Abstechen von Eisvogelnistwänden
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Kontrolle und Wartung der Niststandorte
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Sitzwarten für den Eisvogel schaffen
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Geheime Brutplätze und Partnertausch
NABU-Eisvogeltagung gab neue Impulse
Der Wildtierbiologe Dr. Frank Veit (re.) erläutert den interessierten Teilnehmern Maßnahmen zum Eisvogelschutz auf NABU Gut Sunder.
30. April 2010 -
Zahlreiche aktive Naturschützer aus ganz Niedersachsen trafen sich im Rahmen des NABU-Projektes Eisvogelschutz in Meißendorf und tauschten Erfahrungen aus. Den passenden Rahmen für die Tagung bot NABU Gut Sunder mit seinem neu eröffneten Tierfilmzentrum. Hier konnten sich die Tagungsteilnehmer bestechend scharfe Nahaufnahmen von Eisvögeln anschauen, die direkt in der Umgebung gefilmt worden waren. Auf einem Rundgang über das Teichgut erläuterte Wildtierbiologe Dr. Frank Veit vielfältige Maßnahmen zur Optimierung von Gewässerlebensräumen.
Mit spannenden Fakten aus dem Leben des Eisvogels konnte das Referentenduo Dr. Margret Bunzel-Drüke und Olaf Zimball von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz Soest (ABU) aufwarten. Durch jahrzehntelange Beringungen und Beobachtungen in Nordrhein-Westfalen war es Ihnen gelungen, Antworten auf viele Fragen zur Biologie des scheuen Vogels zu bekommen. So fanden Sie etwa heraus, dass Eisvogelpaare sich meistens noch nicht einmal ein Jahr lang treu sind. Zwar blieben die Männchen in ihren Revieren und bei den im Frühjahr gegrabenen Bruthöhlen, die Weibchen aber wechselten nach einer erfolgreichen Brut gern zum nächsten Partner und brüteten ein zweites Mal. Auch eine dritte Brut mit einem weiteren Partner sei keine Seltenheit. So ergibt sich ein reger Partnertausch, oft über mehrere Kilometer einer Flusslandschaft. Der Nachwuchs dieser umtriebigen Tiere zerstreut sich dann über ganz Europa: So wurden beringte Vögel aus dem Sauerland in London, in der Bretagne, in Malaga und sogar auf Mallorca wiedergefunden.
Eisvogelpopulationen erleiden in jedem strengen Winter Verluste von bis zu 70 %. Diese Verluste holen Sie durch Mehrfachbruten teilweise wieder auf. Das ist aber nur möglich, wenn Sie genug Brutplätze, also Steilwände an klaren fischreichen Gewässern, zur Verfügung haben. Der erfolgreiche Schutz der Eisvögel in Nordrhein-Westfalen beruhe vor allem auf der Erhaltung solcher Brutplätze und auf der Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen. Als Beispiel führte Olaf Zimball das Projekt Disselmersch an der Lippe an. Hier seien 96 ha Land von der Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege angekauft worden, um Flutrinnen in der Aue anzulegen und den Fluss aus seinem Korsett aus Steinschüttungen zu befreien.
Jürgen Hicke, der über Erfahrungen im Eisvogelschutz beim NABU Rotenburg referierte, setzte dagegen, dass solche Gewässerrenaturierungen nicht überall kurzfristig zu erreichen seien. Künstliche Bruthilfen – sogenannte Eisvogelniststationen – seien daher eine gute Sofortmaßnahme. Vorraussetzung seien aber gute Wasserqualität und genug Ansitzmöglichkeiten für den Eisvogel in Ufergehölzen. Als ideal hätten sich Gebiete erwiesen, die sowohl über Fließgewässer, als auch über naturnahe Teiche verfügten. Außerdem sollte der Standort nicht der Öffentlichkeit zugänglich sein, da der Eisvogel eine sehr hohe Fluchtdistanz habe und wiederholte Störungen leicht zum Auskühlen und Absterben der Jungvögel führen könnten. Die meisten Standorte würden daher geheim gehalten. Hicke berichtete anschaulich über verschiedene Schwierigkeiten beim Bau der aufwändigen Niststationen. So müsse der Lehm für die Füllung oft Hunderte von Metern zu Fuß über nasse Wiesen geschleppt werden. Unterspülungen am Ufer könnten auch schon mal die gesamte Station in Schlagseite bringen, so dass umfangreiche Wartungsarbeiten anfallen.
Von diesem Arbeitsaufwand haben sich Eisvogelfreunde aus ganz Niedersachsen keineswegs abschrecken lassen. So waren neben einzelnen Interessierten Vertreter von 18 NABU-Gruppen zur Tagung gekommen, die ebenfalls eine Niststation bauen möchten oder bereits fertiggestellt hatten. Mit dem Team der Paul-Gerhardt-Schule aus Dassel war außerdem eine im Naturschutz engagierte Schule vertreten. Projektleiterin Jutta Over hob das ehrenamtliche Engagement lobend hervor. „So eine Eisvogelniststation ist kein Meisenkasten. Der Bau erfordert erheblichen logistischen und technischen Aufwand. Die Gruppen leisten hier ganze Arbeit für den Naturschutz, dafür möchte ich mich im Namen der Eisvögel herzlich bedanken. Unserem Projektziel, 100 Niststationen in ganz Niedersachsen zu bauen, sind wir nun schon etwas näher gekommen.“
Mehr zum Eisvogelprojekt:
Dem Eisvogel ein neues Zuhause
Vom 8.-12.März bauten 23 junge Menschen im Rahmen ihres freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) auf dem Bioland-Hof an der Aue in Zeven eine Eisvogelniststation direkt an das Ufer des Flusses. Drei Bäume mussten gefällt werden, um genug Holz aufzustapeln, damit der Nistkasten vor dem Hochwasser geschützt ist.
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