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Fledermausfreundliches Haus

Fledermausfreundliches Haus in Greetsiel

Rund 100 Tiere auf dem Dachboden

Fledermausfreundliches Haus Greetsiel

Die Plakette an der Haustür zeigt: Familie Stracke hat ein fledermausfreundliches Haus

31. Dezember 2011 – Am Donnerstag überreichte Alma Seeba, 1. Vorsitzende des NABU im Altkreis Norden, dem Greetsieler Ferienhausbesitzer Wolfgang Stracke im Auftrag des NABU-Landesverbandes eine Urkunde sowie eine ganz besondere Plakette, die er über seinem Klingelschild anbringen kann: Er hat ein fledermausfreundliches Haus.

Fledermausfreundliches Haus Greetsiel

Wolfgang Stracke freut sich über die vom NABU verliehene Plakette

Schon vor Jahren stellte Familie Stracke fest, dass sich die geheimnisvollen, sagenumwobenen Tiere, von denen es noch 23 verschiedene Arten in Deutschland gibt, unter ihrem Dach einquartiert haben. Die Familie ist von ihren stillen Untermietern fasziniert, die – anders als Ratten, Mäuse und Marder – keinerlei Schaden anrichten und sich nur selten durch Geräusche – ein leises Zirpen, Kratzen, Wispern oder Zetern – verraten. Ihre Hinterlassenschaften in Form von trockenem Kot, der durch Chitinreste glänzt, und den Überbleibseln von Beuteinsekten kann man einfach wegfegen und zudem als hochwertigen Pflanzendünger im Garten nutzen.

Die Familie Stracke ist stolz darüber, dass die Fledermäuse sich ihren Dachboden als Ersatzhöhle ausgesucht haben. Die einheimischen Arten, die fast alle auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen, bevorzugen zugluftfreie, warme und störungsfreie Plätze. Das Große Mausohr hängt frei an den Dachbalken, andere Arten nutzen engste Spalten zwischen den Pfannen oder hinter der Fassadenbekleidung, um dort ihre Wochenstuben einzurichten. Darin ziehen die Weibchen ihre Jungen auf.

Fledermausfreundliches Haus Greetsiel

Rund 100 Fledermäuse nisten im Dach von Familie Stracke

In seiner Aktion ‚Unter einem Dach – Fledermäuse und Menschen’ informiert der NABU darüber, wie Hausbesitzer der Dachboden-Besiedelung durch Schaffung von Hanghilfen und Einflugöffnungen nachhelfen können. Die Greetsieler Familie beteiligte sich an dieser Aktion und informierte den NABU Niedersachsen über seine rund 100 stillen Mitbewohner.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung durch SKN Druck und Verlag, Frau Eva Requardt-Schohaus

Fledermausfreundliches Haus

231. Plakette vom NABU verliehen

Flehaus an Möller groß

25. Juni 2009 - Die 231. Plakette wurde dem Ehepaar Möller im Landkreis Rotenburg/Wümme, für ihr Engagement zum Schutz einer zwergenreichen Kinderstube unter dem Dach verliehen. Bei dem Fledermausquartier handelt es sich um eine Wochenstube von ca. 200 Zwergfledermäusen.

"Bei den Fledermäusen handelt es sich um eine Wochenstube der Zwergfledermäuse, also um Fledermausmütter mit ihren Jungtieren", erklärte Sarina Pils, Vorstandsmitglied NABU Rotenburg. Mit ca. 200 Tieren sei es darüber hinaus ein sehr großes Quartier. Im Durchschnitt würden sich nur ca. 10 bis 15 Fledermäuse in einem Quartier befinden. Grund für den NABU das Engagement der Möllers zu belohnen und ihnen eine Plakette für ihr 'Fledermausfreundliches Haus' zu überreichen.

"Fledermäuse zählen zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten und fast alle einheimischen Arten sind auf der Roten Liste Deutschlands vertreten", sagte Sarina Pils vom Rotenburger NABU-Vorstand. Am Beispiel einiger bekannter Fledermausquartiere seien in den siebziger Jahren dramatische Populationsrückgänge von bis zu 98 Prozent beobachtet worden. Manche Arten verschwanden sogar ganz und gelten bis heute in Deutschland als ausgestorben. An diesem Rückgang der Fledermausbestände seien die Menschen nicht ganz unschuldig, so die Naturschützerin. Faktoren des Bestandsrückgangs sind unter anderem neben Veränderungen in der Landschaft die zu Verlusten von Jagdhabitaten führten auch die Beseitigung alter Baumbestände, alter Gebäude sowie Versiegelung und Umbau von Dachböden. Dadurch gingen viele Fledermausquartiere verloren. Heute haben einige Arten, Dank intensiver Schutzbemühungen, in den letzen 20 Jahren erfreulicherweise wieder zugenommen. Trotzdem sind weiterhin Schutzmaßnahmen notwendig um die Bestände weiter zu entwickeln und zu erhalten.

Hier setzt der NABU an: Mit der Vergabe der Plakette für ein "Fledermausfreundliches Haus" möchte der NABU Menschen dazu ermutigen, den Flugkünstlern in ihrem Wohnumfeld zu helfen und Fledermäusen ein Quartier zu bieten. Das kann unter anderem dadurch geschehen, dass bei möglichen Umbauarbeiten am Haus bestehende Quartiere erhalten bleiben oder mit zum Teil einfachen Mitteln neue Fledermausquartiere geschaffen werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Ehepaar Möller. Vor gut zwei Jahren bemerkte Herr Möller bei Reparaturarbeiten an seinem Dach zum ersten Mal Fledermäuse. Für Herrn Möller stand es außer Frage: Er wollte das Fledermausquartier auf keinen Fall zerstören. Er achtete bei der Reparatur darauf, sein Dach fledermausfreundlich zu reparieren, um die kleinen Flugkünstler nicht zu beeinträchtigen. "Das hat sich gelohnt", freute sich der Fledermausfreund Möller. "Inzwischen sind es fast 200 Tiere und wir haben dafür einen mückenfreien Garten", lacht Möller. Auf die Frage, ob Fledermäuse zu Schäden an Gebäuden führen, kann Sarina Pils Entwarnung geben: "Fledermäuse nagen weder am Holz, zerbeißen oder zerstören keine Kabel oder Isolierungen und stellen somit keine Gefahr für die Bausubstanz des Gebäudes dar.

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