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Diskussion

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Was lassen wir durchgehen? …und was geht zu weit?

Es stellt sich die Frage: Soll man eingreifen oder muss man eingreifen? Wenn ja, wie weit soll man gehen? Auf der einen Seite sollte man der Natur ihren freien Lauf lassen, denn eine gewisse Sukkzession hat es immer gegeben und wird es immer geben. Auf der anderen Seite ist der Druck der Invasiven Arten zum Teil immens, so dass gegengesteuert werden muss, um einigen, ohnehin bedrohten Arten, eine Chance zu geben.

Blattminen Kastanienminiermotte

Die Kastanie und...

Lasst der Natur ihren freien Lauf ! ?

Eingreifen heißt aber auch nach anthropogenen Gesichtspunkten zu "gestalten", d.h. der Mensch entscheidet, was er will und was nicht. Dabei ist nicht alleine entscheidend, was wir schön finden, sondern was auch von ökologischem Nutzen ist. Anhand der Anzahl der Nutznießer an einer Pflanze lässt sich ihr "Wert" für die Artengemeinschaft ermitteln. Allerdings sind auch die Kanadische Goldrute, die Herkulesstaude und das Indische Springkraut ein Anziehungspunkt für blütenbesuchende Insekten.

Aber auch das ist wieder eine Sichtweise, die mit Natur nichts zu tun hat. Die Natur nimmt darauf keine Rücksicht: die Konkurrenzstärksten setzen sich durch und vermehren sich, wenn die Bedingungen günstig sind. - Gibt es von einer Art zu viele, finden sich auch irgendwann Fressfeinde und Krankheiten ein, die die Art reduzieren.

Kastanienminiermotte

...die Kastanienminiermotte: ein schönes Beispiel für den Nachzug eines Antagonisten.

Mit einer radikalen Bekämpfung invasiver Arten wird aber auch verhindert, dass sich Fressfeinde und Antagonisten (Gegenspieler) einstellen und entwickeln können, die die "Plage" in Schach halten und eine Einmischung des Menschen überflüssig machen. Das heißt aber auch, dass eine Entwicklung hin zu einem Gleichgewicht Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern kann. Um den Prozess zu beschleunigen, ist ein bewusstes Einbringen von natürlichen Antagonisten aus den Ursprungsländern eine Überlegung wert, ist in seinen Folgen aber nicht immer vorhersehbar und hat in der Vergangenheit weit mehr Schaden angerichtet, als geholfen.

Fazit:
In den meisten Fällen ist die Invasion nicht mehr rückgängig zu machen und es kann nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden. Handlungsbedarf besteht bei den invasiven Arten und denen, von denen eine reale Gefährdung für den Menschen ausgeht.

Bienenfresser

Bienenfresser: Wärme liebende Südeuropäer werden möglicherweise aufgrund von Klimaerwärmung zu einem vertrauen Bild in unseren Breitengraden.

Was blüht uns noch?
Mit der Globalisierung hat der Mensch den Zeitraffer eingeschaltet. In immer kürzerer Zeit werden überall auf der Welt neue Tier- und Pflanzenarten auftreten und dies mit unübersehbaren Auswirkungen. Es werden Arten aussterben oder nur in Museen wie Zoologischen oder Botanische Gärten und streng überwachten Inseln wie Galapagos etc. - überleben.

Die Folgen der Globalisierung und der Mobilität durch Flugzeug, Bahn und Schiff sind eine weltweite Zunahme exotischer Arten - wobei die Amsel in Neuseeland genauso exotisch ist, wie der Halsbandsittich bei uns.

Aber auch die Globale Erwärmung darf nicht unerwähnt bleiben: Durch steigende Temperaturen im Zuge des Klimawandels verschiebt sich die Artenzusammensetzung. Für die einen wird es zu warm, andere erhalten attraktive Standorte. Selbst wenn die standorttypischen Pflanzen- und Tierarten kein Problem mit der Temperaturveränderung haben, geraten sie ins Abseits, wenn ein neuer Fressfeind auftritt oder der "Neuling" konkurrenzstärker ist.

Nutria

Nutria: Da er nicht viel Frost verträgt, hält sich seine Ausbreitung bei uns noch in Grenzen. Er könnte einer der Gewinner der Erderwärmung sein und wäre somit ein gutes Beispiel für Time-lag.

Time-lag
Pflanzen oder Tiere können über einen längeren Zeitraum unauffällig vor sich hin vegetieren, ohne sich übermäßig zu vermehren und unangenehm in Erscheinung zu treten. Durch Änderung der Lebensbedingungen (z.B. Klimaveränderung) oder genetische Anpassung kann es - unvorhersehbar - irgendwann zu einer Massenvermehrung kommen. Der Zeitraum zwischen dem ersten Auftreten und der auffälligen Vermehrung wird als Time-lag bezeichnet.

Beitrag erstellt am 25. Februar 2008

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