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NABU-Tagfalterkarte erschienen
NABU-Tagfalterkarte erschienen
Faszinierende Fotos, Infos, Bestimmungshinweise - jetzt erhältlich!
Distelfalter - Sommergeneration
31. Mai 2010 -
Auf zarten Schwingen fliegen sie auch im Oldenburger Land von Blüte zu Blüte - da, wo sie noch vorhanden sind: Tagfalter. Denn zwischen Wangerooge und Dümmer, zwischen dem Aper Tief und dem Harpstedter Wald schwinden ihre Lebensräume - Grund genug für den Naturschutzbund NABU, im Schmetterlingsschutz durchzustarten.
Jetzt legte die rührige NABU-Schmetterlings-AG, die vom Diplom-Biologen Carsten Heinecke geleitet wird, eine große, klappbare Bestimmungstafel zu den häufigsten Tagfaltern vor. Sie wurde von Diplom-Landschaftsökologin Elke Freese erstellt und anlässlich einer Pressekonferenz in Oldenburg vorgestellt. „Mit dieser Bestimmungstafel kommen wir einem oft geäußerten Wunsch der Bevölkerung nach, auf einfache Art und Weise Schmetterlinge im Garten, im Park und in der freien Landschaft bestimmen zu können“, begründete NABU-Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers die Herausgabe. In dieser Tafel, die für den benutzerfreundlichen Gebrauch im Freien auf wasserabweisender Pappe gedruckt wurde, werden in Farbfotos und leicht verständlichen Texten die häufigsten Tagfalter vorgestellt - von den Edelfaltern über Landkärtchen und Augenfalter, Bläulinge, Weißlinge bis hin zu Widderchen und Dickkopffaltern. Dazu hat Elke Freese, die in der NABU-Schmetterlings-AG seit langem ehrenamtlich mitarbeitet, allerlei Wissenswertes auch zur Artansprache der Falter zusammengetragen. „Diese Bestimmungstafel eignet sich sowohl für den einzelnen Schmetterlingsfreund in seinem Garten als auch für Lehrer und Schulklassen“, sagt Elke Freese. „Mit dieser Tafel dürfte auch die Neugier der Falterinteressenten geweckt werden, die Augen nach weiteren, bislang im Garten oder bei der Wanderung noch nicht gesehenen Arten offen zu halten“, hofft sie. „Wir sehen diese Tafel auch als Beitrag zur Beschäftigung mit Artenvielfalt - passend zum Internationalen Jahr der Biodiversität.“
Zitronenfalter
Tagfalter zählen auch im Oldenburger Land zu den Tierarten, die stark zurückgehen - insbesondere die spezialisierten Arten. Diplom-Biologe Carsten Heinecke berichtet: „Im Oldenburger Land sind derzeit 47 Tagfalterarten nachgewiesen, das entspricht gut 42 Prozent der in Niedersachsen nachgewiesenen Arten. Davon sind erschreckenderweise 17 Arten, also 36 Prozent, gefährdet!“ Dabei handelt es sich vor allem um Arten aus naturnahen Wäldern und Waldrändern, aus feuchten Wiesen, Magerwiesen, Trockenrasen und Mooren, erklärt der NABU-Fachmann: „Akut vom Aussterben bedroht sind im Oldenburger Land der Feuchtwiesen-Perlmutterfalter, der Hochmoor-Perlmutterfalter, der Hochmoorbläuling und der Mittlere Perlmutterfalter. Deren Überleben kann nur durch konsequenten Schutz ihrer Lebensräume gesichert werden“, mahnt Heinecke an.
„Wir erleben derzeit einen massiven Verlust wertvoller, spezieller Lebensräume, gerade auch in unserem Oldenburger Land“, zeigt sich NABU-Geschäftsführer Wohlers besorgt: „Besonders dramatisch ist der Verlust von Grünland, das immer mehr den wuchernden Maiswüsten geopfert wird“, sagt der Naturschützer: „Heutige Kinder kennen aus dem Land zwischen Wangerooge und Dümmer schon fast keine blühenden Wiesen und Weiden mehr - überall gähnt Maiswüste oder Grasacker, für Schmetterlinge völlig uninteressant, und für viele weitere Arte auch. Das ist auch ein Verlust an Lebensqualität für die Menschen - Kinderseelen ohne sinnliche Blüteneindrücke müssen verarmen!“ Auch der Verlust von innerörtlichen Freiflächen, unverbauten, trockenen Standorten durch immer mehr Überbauungen, Versiegelungen und Zerstörungen wirke sich aus, gerade auch auf die Schmetterlingsarten - und -bestände. Hinzu komme, dass auch heute noch – „im 21. Jahrhundert ein unglaublicher Anachronismus“ - Moore abgetorft würden und naturnahe Feldgehölze verschwänden, was sich am deutlichsten im Oldenburgischen, dem „einstigen Stammland der Wallhecken neben Ostfriesland“, an vernachlässigten Wallhecken zeige.
Schachbrettfalter, Paar auf Rotklee
„Deshalb ist es so wichtig, dass sich noch mehr Menschen mit der Schönheit und der Biologie der Tagfalter beschäftigen und ihre Liebe zu diesen fragilen Lebewesen entdecken - und auch im eigenen Garten etwas für sie tun, etwa durch Pflanzung und Saat von Futterpflanzen, denn Blautanne und Cotoneaster sind für Falter so attraktiv wie ein Grabstein!“, begründet Wohlers das Engagement des NABU für Schmetterlinge: Er ist sich sicher, dass die neue Bestimmungstafel, die der NABU ab sofort bundesweit durch seine Oldenburger Geschäftsstelle anbieten wird, viele Interessenten finden dürfte: Sie ist dort für 3 Euro erhältlich - gegen Einsendung von 5 Euro versendet der NABU sie zusammen mit der praktischen Broschüre „Gartenlust“, in der auch Tipps zum Schmetterlingsschutz im Garten enthalten sind.
Die Anschrift:
NABU
Stichwort „Tagfalter“
Schlosswall 15
26122Oldenburg
Mehr zur LAG Schmetterlinge:
NABU-LAG Schmetterlinge
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