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Erfolg im Steinkauzschutz
Erfolg im Steinkauzschutz
Erfassung der Bestände in Niedersachsen zeigt positive Entwicklung
22. Januar 2009 -
Der Steinkauz (Athene noctua) steht im Mittelpunkt eines Artenschutzprojektes des NABU Niedersachsen. Gemeinsam mit der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) und der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN wurden flächendeckende Bestandsaufnahmen in Niedersachsen vorgenommen. Dabei kamen erfreuliche Ergebnisse zutage: Insgesamt konnten 247 Brutpaare direkt nachgewiesen und 198 besetzte Reviere mit Brutverdacht für Niedersachsen festgestellt werden.
Damit wurden die Schätzungen der Bestände zwischen 150 und 200 Brutpaaren schon im ersten Jahr der Steinkauz-Erfassung bei weitem übertroffen. Die Hauptverbreitungsgebiete des kleinen Eulenvogels befinden sich im Südwesten Niedersachsens mit Verbreitungsschwerpunkten im Bereich Lingen, Vechta, Oldenburg und Osnabrück. „Das Ergebnis der Kartierung gibt Anlass zur Hoffnung“, erklärte NABU-Projektleiterin Melanie Beinhorn, „denn in den letzten Jahrzehnten konnten nur ständige Bestandsrückgänge der ehemals häufigen und weit verbreiteten Art in Niedersachsen gemeldet werden.“
Die kleine 18 Zentimeter große Eule aufzuspüren, ist nicht besonders leicht. Neben der Kontrolle ausgebrachter Nisthilfen werden Klangattrappen genutzt. Auf die abgespielten Revierrufe antwortet der Steinkauz in den meisten Fällen mit Empörung angesichts des potentiellen Nebenbuhlers im Revier und kann so kartiert werden.
Für das Artenschutzprogramm spielen neben der Bestandserfassung die Montage von Niströhren und Lebensraum verbessernde Maßnahmen eine entscheidende Rolle. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr seit Projektbeginn 500 weitere Niströhren in Niedersachsen ausgebracht. „Ein wichtiges Projektziel ist die Vernetzung der Steinkauzvorkommen, um stabile Populationen auszubilden“, so Melanie Beinhorn weiter, „in dieser Hinsicht wurde und wird von den ehrenamtlich tätigen Naturschützern in Niedersachsen viel Arbeit geleistet.“
Das Erfolgskonzept des Artenschutzprojektes ist die Bündelung der Kräfte von lokalen Steinkauzschützern. Über 130 Eulenschützer in Niedersachsen beteiligen sich an dem Projekt, dass von der NABU-Projektkoordinatorin Simone Zukowski an der NABU-Umweltpyramide Bremervörde abgestimmt wird. „In diesem Jahr stehen Lebensraum verbessernde Maßnahmen für den Steinkauz im Fokus“, berichtete Simone Zukowski, „wir werden im Rahmen des Projektes unter Berücksichtigung der Habitatansprüche des Steinkauzes gezielte Maßnahmen in den Steinkauzgebieten initiieren, die sich nachhaltig auswirken.“
Wichtig für die Arbeit von Simone Zukowski ist dabei die Beobachtung der lokalen Steinkauzschützer, dass sich der Steinkauz immer mehr in die Ortsrandbereiche zurückzieht und damit durch die Schaffung von Bauland in Zukunft stärker gefährdet wird. „Der Rückgang der Grünlandbewirtschaftung und insbesondere der Weidewirtschaft hat hier für diesen Rückzug eine große Rolle gespielt“, betonte Simone Zukowski. „Es wird viel Grünland umgebrochen, um auf Energiepflanzen wie Mais zu setzen“. Der Steinkauz bevorzugt in der Kulturlandschaft offene Flächen mit kurzer Vegetation z.B. beweidete Streuobstwiesen. Als Brutplätze nutzt er Höhlen in Kopfweiden und Obstbäumen, Scheunen und künstliche Nisthilfen.

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