Niedersachsen.NABU.de Tiere & Pflanzen Vogelschutz Kormoran Kein Abschuss in Schutzgebieten
Kein Abschuss in Schutzgebieten
Kein Abschuss in Schutzgebieten
Kormoranurteil des Verwaltungsgerichtes Hannover
28. April 2010 -
Als Bestätigung seiner Position begrüßte der NABU Niedersachsen das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover, nach dem Kormorane im Vogel- und Naturschutzgebiet Steinhuder Meer nicht getötet werden dürfen.
„Mit diesem Urteil verschafft das Gericht den geschützten Vögeln in den fünf Naturschutzgebieten am Steinhuder Meer und im Vogelschutzgebiet Steinhuder Meer endlich ihr gutes Recht. Für weitere Verfahren dürfte dieses Urteil wegweisenden Charakter haben“, erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzenden, heute in Hannover. Die Schutzgebiete könnten bei Genehmigung von Kormoranabschüssen ihren eigentlichen Schutzzweck nicht mehr erfüllen, da die Störwirkungen auch für andere Wasservögel, darunter seltene und gefährdete Arten, wie See- und Fischadler, gravierend wären.
Schon außerhalb der Schutzgebiete würden jährlich über Tausend Kormorane aufgrund der Kormoranverordnung geschossen. „Dass die Ansprüche einzelner Interessensgemeinschaften nun auch vor den letzten Schutzräumen des Artenschutzes nicht Halt machen, ist ein Unding angesichts der überall geführten Diskussionen um den Erhalt der Artenvielfalt im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt“, so Dr. Holger Buschmann weiter.
Wie der NABU Niedersachsen begründete auch das Verwaltungsgericht Hannover seine Ablehnung der Kormorantötung unter anderem damit, dass durch die Aktion andere geschützte Vögel im Schutzgebiet ebenfalls gestört würden.
„Und die Mär von der Gefährdung seltener Fischarten oder der Vernichtung seiner eigenen Lebensgrundlage, die weltweit noch nie passiert ist, ist damit auch am Steinhuder Meer in den Bereich der Fabel verwiesen worden“, sagte Dr. Holger Buschmann. Anstatt diesen prächtigen, heimischen Vogel als Sündenbock vorzuschieben, sollte sich die Fischerei Gedanken über ihre eigene Bewirtschaftungsweise machen, die ökologischen Ansprüchen nicht gerecht wird.
In Niedersachsen in den Jahren 2003 bis 2008 wurden insgesamt 7.886 Kormorane in Niedersachsen getötet. Der Abschuss pro Jahr schwankte dabei zwischen 671 (2003) und 2.046 (2006) Vögeln.
Am gestrigen Dienstag, 27.4., hatte die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover die Klagen des Fischereipächters und des Fischerei-Vereins Steinhude gegen die Region Hannover auf Erteilung der Erlaubnis zum Abschuss von monatlich 23 Kormoranen in den fünf Naturschutzgebieten im Steinhuder-Meer-Gebiet (Ostufer Steinhuder Meer, Wulveskuhlen, Hagenburger Moor, Meerbruch, Meerbruchswiesen) und Vogelschutzgebiet Steinhuder Meer verhandelt.
Rechtskräftiges Urteil zum Kormoranabschuss am Steinhuder Meer
Kein Kormoranmord in Schutzgebieten
Abschussgenehmigung am Steinhuder Meer darf nicht erteilt werden
25. Januar 2010 -
Für morgen wird die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Hannover über den Antrag eines Fischereipächters und des Fischereivereins Steinhude erwartet, regelmäßig Kormorane im EU-Vogelschutzgebiet Steinhuder Meer abschießen zu dürfen. Die Fischerei hatte beantragt, monatlich 23 Kormorane in den fünf Naturschutzgebieten im Steinhuder-Meer-Gebiet (Ostufer Steinhuder Meer, Wulveskuhlen, Hagenburger Moor, Meerbruch, Meerbruchswiesen) abzuschießen.
Durch die Vergrämung (Vertreibung) rastender Kormorane am Steinhuder Meer sollen die Kormoranbestände am Steinhuder Meer dauerhaft dezimiert werden. Nach Auffassung des NABU Niedersachsen ist dies ein Ausrottungsfeldzug gegen den Kormoran, der gegen jegliche Bestimmungen verstößt.
„Der Antrag der Fischer ist aus unserer Sicht nicht genehmigungsfähig, da er sowohl gegen EU-Richtlinien als auch gegen grundsätzliche natur- und tierschutzrechtliche Bestimmungen auf Bundes- und Landesebene verstößt“, erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender. Schon außerhalb der Schutzgebiete würden jährlich über Tausend Kormorane aufgrund der Kormoranverordnung geschossen. „Dass die Ansprüche einzelner Interessensgemeinschaften nun auch vor den letzten Schutzräumen des Artenschutzes nicht Halt machen, ist ein Unding angesichts der überall geführten Diskussionen um den Erhalt der Artenvielfalt im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt“, so Dr. Holger Buschmann weiter. Die Schutzgebiete könnten bei Genehmigung des Kormoranabschusses ihren eigentlichen Schutzzweck nicht mehr erfüllen, da die Störwirkungen auch für andere Wasservögel, darunter seltene und gefährdete Arten, wie See- und Fischadler, gravierend wären.
„Es ist an der Zeit, den Kormoran als natürlichen Bestandteil unserer Gewässerökosysteme zu akzeptieren und ungerechtfertigte Ansprüche von Sportanglern und Fischerei zurückzuweisen“, betonte Dr. Holger Buschmann. Fischereiwirtschaftliche Schäden sind nur in kommerziellen Fischzuchtanlagen nachweisbar und ließen sich in der Regel durch geeignete Abwehrmaßnahmen vor Ort verhindern, ohne die Tiere töten zu müssen. Zudem könne es nicht sein, dass eine Abschussgenehmigung erfolgt, ohne dass ein wirtschaftlicher oder ökologischer Schaden durch Kormorane überhaupt nachweisbar ist. „Und die Mär von der Gefährdung seltener Fischarten oder der Vernichtung seiner eigenen Lebensgrundlage, die weltweit noch nie passiert ist, soll gerade am Steinhuder Meer wahr sein“, fragte Dr. Buschmann. Anstatt diesen prächtigen Vogel als Sündenbock vorzuschieben, sollte sich die Fischerei Gedanken über ihre eigene Bewirtschaftungsweise machen, die ökologischen Ansprüchen leider nicht immer gerecht wird.
Mehr zum Kormoran:
Sinnvoller Artenschutz statt Abschüsse
Der NABU Niedersachsen begrüßt die Entscheidung des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen, die Kormoran-Verordnung und den begleitenden Erlass in NRW auslaufen zu lassen und fordert das Niedersächsische Umweltministerium im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt auch für Niedersachsen zu einem entsprechenden Verzicht auf.
Mehr
Schluss mit der sinnlosen Verfolgung
Bereits drei Jahre vor Ablauf der Geltungsdauer soll die Kormoran-Verordnung auf Kosten des Naturschutzes überarbeitet werden, ohne dass dazu eine Notwendigkeit besteht. Das Votum von BUND Niedersachsen und NABU Niedersachsen ist eindeutig: Mit der sinnlosen Verfolgung und Vergrämung muss Schluss sein, denn sie ist weder fachlich noch rechtlich haltbar.
Mehr
Kormoran-Abschuss-Verlängerung
Mit der Änderung zur Kormoranverordnung soll der Abschuss der Vögel auf weitere fünf Jahre bis Ende Dezember 2012 verlängert werden. Der NABU Niedersachsen lehnt dies ab und kritisiert Form und Inhalt der Anhörung zur Kormoranverordnung. Für die Kormoranverordnung besteht keine fachlich-inhaltliche Notwendigkeit. Den vorliegenden Untersuchungsbericht, der die Verlängerung begründen soll, können sich ehrenamtlich Tätige im Niedersächsischen Umweltministerium anschauen, kritisierte der NABU Niedersachsen.
Mehr
Kormoran ist Vogel des Jahres 2010
Vogel des Jahres 2010 ist der Kormoran, eine der interessantesten und faszinierendsten heimischen Vogelarten. „Wer den geschickten und geselligen Fischtaucher mit seinem schillernden Federkleid einmal aus der Nähe beobachten kann, wird mit einem packenden Naturschauspiel belohnt.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
LIFE+NATURE Projekt AMPHIKULT
'300 Teiche für Niedersachsen' Vernetzung und Management von AMPHIbien in der KULTurlandschaft Mehr
NABU Gut Sunder
bietet ein umfangreiches Seminarprogramm 2012 Mehr
NABU-Wildtiernis
Wo sich Steinmarder, Eisvogel und Hornisse vor der Kamera tummeln. Mehr
NABU-Paradiese
Der NABU stellt Ihnen das Schutzgebiet des Monats vor Mehr
Anzeigenmotive
Helfen Sie dem NABU und der Natur, indem Sie eine Anzeige kostenlos abdrucken. Mehr
Infomaterial
Faltblätter und Broschüren des NABU Niedersachsen zum Herunterladen und Bestellen Mehr
NABU-Naturgucker
Die interaktive Datenbank für Ihre Naturbeobachtungen Mehr
Studentenjobs
Mitgliederwerbung für den NABU: Studenten- und Ferienjobs. Mehr
Verbandsbeteiligung
Band I und II des überarbeiteten Handbuchs können beim Landesbüro der Naturschutzverbände bestellt werden. Mehr
Von Aal bis Zilpzalp
Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon Mehr
