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Minister torpediert eigenes Wolfskonzept!
Aktuell: Zur Pressemeldung vom 1. Dezember 2011 "NABU kritisiert Kooperationsvereinbarung zum Umgang mit dem Wolf"
Minister torpediert eigenes Wolfskonzept!
Umweltministerium kooperiert mit Jägerschaft zum Wolfsschutz
30. November 2011 -
Die Landesjägerschaft Niedersachsen LJN und das Niedersächsische Umweltministerium schließen morgen auf der Messe 'Pferd und Jagd' 2011 in Hannover eine Kooperationsvereinbarung zum Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen. Damit wird die Zukunft des Wolfes in Niedersachsen in die Hände der Landesjägerschaft gelegt, obwohl es sich um eine streng geschützte Art handelt, die nicht dem Jagd- sondern dem Artenschutzrecht unterliegt.
Mit großer Skepsis sieht der NABU Niedersachsen eine derartige Kooperationsvereinbarung zwischen Umweltministerium und LJN zum Wolf. Dieser Alleingang ist nach Einschätzung des NABU Niedersachsen fachlich widersinnig, rechtlich äußerst bedenklich und lässt alle ehrenamtlich im Wolfsschutz Engagierten außen vor.
Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen erklärte „Gerade im Wolfsschutz engagieren sich seit vielen Jahren - und schon viel eher und stärker als die Jägerschaft - auch andere Organisationen, Umweltverbände und ehrenamtlich Tätige. Zu den Zielen und Inhalt der Vereinbarung und ihrer Notwendigkeit zum Abschluss mit der LJN gab es, auch nach Nachfrage, bis heute keinerlei Diskussionen bzw. Informationen zu Inhalten und Absichten. Der Umweltminister torpediert damit sein eigenes Wolfskonzept vom November 2010.“
Die geplante Kooperation bedeutet, dass das Niedersächsische Umweltministerium die Grundlage und gültige Regelung im Wolfskonzept verlassen hat, wonach die erhobenen Daten über Wölfe für das gesamte Land Niedersachsen beim NLWKN gesammelt, bewertet und dokumentiert sowie den zuständigen Behörden und ggf. anderen Stellen zur Verfügung gestellt werden. Von dieser Stelle werden auch Entschädigungszahlungen für Landwirte und Schäfer beurteilt. Darüber hinaus wird der vom Umweltministerium selbst ins Leben gerufene 'Arbeitskreis Wolf' sowie die vom Umweltministerium benannten Wolfsberater mit dieser Vereinbarung übergangen. Dr. Holger Buschmann betonte: „Wenn die Beobachtungsdaten in Zukunft ebenso geheim gehalten werden wie die Kooperationsvereinbarung, fürchten wir um den Bestand unserer niedersächsischen Wölfe.“
Da der Wolf eine streng geschützte Art ist, sollte das Umweltministerium nach Auffassung des NABU Niedersachsen die Erfassung von Beobachtungsdaten als unmittelbare Umsetzung des Artenschutzes in eigener Kompetenz, d.h. im bisher sehr gut arbeitenden behördlichen Fachnaturschutz belassen, da diese Daten auch der Erfüllung der FFH-Berichtspflicht dienen.
Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender, unterstrich, dass durch die Zuordnung des Wolfes zur Jägerschaft, d.h. einem Interessenverband, der Wolf in Niedersachsen als natürlich vorkommendes Tier der heimischen Natur nachhaltig Schaden nehmen werde.
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