Petition gegen geplantes Holzkraftwerk in Stade
Umweltorganisationen und BI appellieren an potenzielle Wärmeabnehmer
4. September 2025 - „Sagen Sie NEIN zur klimaschädlichen Energie aus Holzverbrennung – entscheiden Sie sich für saubere, klimafreundliche erneuerbare Wärme“ - eine Petition mit diesem Appell an die potenziellen Abnehmer von Energie aus dem geplanten Holzkraftwerk in Stade-Bützfleth haben die Umweltorganisationen NABU, ROBIN WOOD, Biofuelwatch und der BUND Stade heute gemeinsam mit der örtlichen Bürgerinitiative (BI) gestartet.
Das Unternehmen Hansekraft will in Stade-Bützfleth ein neues Kraftwerk bauen, in dem jährlich 500.000 Tonnen importiertes Altholz verheizt werden sollen. Bei der geplanten Anlage würde es sich bundesweit um die bisher größte Holzverbrennungsanlage handeln. Daher ist aus Sicht der Initiator*innen auch überregional mit Widerstand zu rechnen.
„Wir appellieren an die Stadt Stade und die Unternehmen in der Nachbarschaft des geplanten Kraftwerks, Dow, AOS und Airbus, sich nicht von klimaschädlicher und schmutziger Wärme aus dem geplanten Holzkraftwerk abhängig zu machen. Damit wären sie nur auf dem Papier klimaneutral – in Wirklichkeit wird weiterhin CO2 freigesetzt und wertvolle Ressourcen landen im Feuer“, sagt Eric Häublein, Bioenergie-Referent vom NABU.
Den wertvolle Rohstoff Altholz nicht in Flammen aufgehen lassen!
„Altholz zu verfeuern, erhöht den Druck auf unsere Wälder, denn dann können andere Industrien den wertvollen Rohstoff nicht mehr recyceln. In Stade-Bützfleth ist nicht einmal ausgeschlossen, dass auch Holz aus dem Wald verbrannt wird, wenn Altholz auf dem Markt in so großen Mengen nicht zu bekommen ist. Das ist nicht nachhaltig, zumal die Wälder in Deutschland und vielen Ländern Europas durch Klimaschäden und Fehler der Forstwirtschaft bereits zur CO2-Quelle geworden sind“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferentin Jana Ballenthien.
Die BI ist vor allem besorgt über die Schadstoffe aus dem Kraftwerk und warnt angesichts der häufigen Brände an Holzverbrennungsanlagen vor der Gefahr eines Störfalles. Jan Witt, Sprecher der BI, erklärt: „Direkt neben dem geplanten Kraftwerk befinden sich die Chemietanks des Aluminium-Unternehmens AOS. Das ist brandgefährlich! Wir wollen saubere, sichere und wirklich klimafreundliche Energie für die Stadt und den Chemiepark.“
Bei einer Veranstaltung am 2. September kamen 130 Menschen in Bützfleth zusammen, um sich über die Pläne zu informieren und über Handlungsmöglichkeiten und Alternativen zu diskutieren. Dazu eingeladen hatte die BI gemeinsam mit NABU, ROBIN WOOD, Biofuelwatch und dem BUND Stade.
Werden Sie aktiv:
Links zur Petition:
https://weact.campact.de/petitions/deutschlands-grosstes-holzkraftwerk-in-stade-verhindern
https://www.robinwood.de/holzkraftwerk-petition
DAs könnte Sie auch interessieren:
Nach dem Kohleausstieg setzen einige Kraftwerksbetreiber auf die Verbrennung von Holzbiomasse. Diese Pläne erzeugen zusätzlich Druck auf die Wälder – auf Kosten von Klima und Artenvielfalt. Noch besteht die Chance, diese Fehlentwicklung aufzuhalten. Mehr →
Gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen und Kooperationspartnern hat der NABU ein Infopapier verfasst, das über die Aktivitäten und Planungen des Unternehmens Forte Energie in Norddeutschland aufklärt. In der Kritik stehen die geplanten Holzheizkraftwerke. Mehr →
Vertreter*innen des NABU Wilhelmshaven, von Scientists for Future Wilhelmshaven Friesland sowie lokale Umweltorganisationen haben am 23.9. in Sichtweite des Kohlekraftwerks der Firma Onyx gegen die dort geplante Verfeuerung von Holzpellets protestiert. Mehr →
