Jahrestagung 2026 LFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik
Termin und Programm stehen fest
Wer dabei sein will muss schnell sein und sich jetzt bis zum 02. April 2026 anmelden! Das Programm hält spannende Infos bereit – von einem Laubfrosch-Wiederansiedlungsprojekt im Umfeld des Steinhuder Meers über die Wiederansiedlung der Knoblauchkröte in der Gemeinde Hatten und dem Einsatz von Arten-Spürhunden in der Feldherpetologie bis hin zur neuen Arten-Informations-Plattform. Anschließend geht es direkt in die Natur – in die Meerbruchwiesen. Los geht's am Samstag, den 12. April 2026, um 9:30 Uhr im Ratskeller Rehburg.
Neugierig geworden? Alle weiteren Programmpunkte sind der Tagungseinladung zu entnehmen.
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Rückblick
Jahrestagung 2025 LFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik
1. Mai 2025 - Am 26. April 2025 fand die 17. Jahrestagung des NABU Landesfachausschusses für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik in Niedersachsen statt. 47 Teilnehmer und Teilnehmerinnen fanden sich in der Weinschänke Rohdental im Weserbergland zusammen, um ein reiches Vortragsprogramm zu verfolgen und sich auszutauschen.
Der Landesfachausschuss tagte 2025 im Weserbergland. - Foto: LFA Feldherpetologie
Nach den einleitenden Grußworten der LFA-Sprecherin Dr. Pia Oswald und einigen Kurzbeiträgen aus dem Plenum eröffnete Dr. Mirjam Nadjafzadeh das Vortragsprogramm. Sie berichtete vom derzeitigen Stand des LIFE-Projektes “Management der Gelbbauchunke und anderer Amphibienarten dynamischer Lebensräume”, kurz LIFE BOVAR. Ansässig im nahegelegenen Hessisch Oldendorf betreut das niedersächsische Team eine Vielzahl an Projektgebieten im südlichen Niedersachsen und legte 2024 neben anderen Maßnahmen etwa 1500 Kleinstgewässer und 50 Kleingewässer an.
Anschließend berichtete Dr. Heike Pröhl von den Ergebnissen populationsgenetischer Untersuchungen einer Laubfroschpopulation am Steinhuder Meer. Nach der Wiederansiedlung der Art in den Jahren 2005 bis 2008 hat sich mittlerweile eine mehrere tausend Individuen umfassende Population etabliert, die eine aus fünf Quellpopulationen resultierende gute genetische Diversität aufzeigt.
Ebenfalls am Steinhuder Meer werden Europäische Sumpfschildkröten wiederangesiedelt. Bernd Breitfeld vom NABU Niedersachsen stellte die bisherigen Erfolge und derzeitigen Entwicklungen im Rahmen eines Zwischenberichts vor. Seit 2014 konnten mehr als 500 Individuen ausgesetzt und bereits zwei erfolgreiche Reproduktionen nachgewiesen werden.
Nach der Mittagspause referierte Jannis Ernst die Ergebnisse seiner Bachelor-Arbeit zur Besiedlungsdynamik von Fischen im NSG “Meerbruchswiesen” und deren Einfluss auf dortige Amphibienpopulationen. Nach dem Winterhochwasser 2023/24 untersuchte er 100 Kleingewässer und konnte bereits im ersten Jahr einen negativen Effekt auf die Reproduktion von Lurchen feststellen. Nur der Teichfrosch schien hier eine Ausnahme darzustellen.
Moritz Rennack von der Ökologischen Station “Grafschaft Bentheim - Emsland Süd” berichtete im Anschluss von den ersten Ergebnissen des Projektes “Amphibien der Sandlandschaften in der Grafschaft Bentheim und dem südlichen Emsland”. Im Rahmen des Projekts erfolgte der Einsatz von Hydromotten, es wurden insgesamt 11 Amphibienarten – darunter erstmalig der Seefrosch – nachgewiesen und zahlreiche Gewässeranlagen sowie -sanierungen durchgeführt.
Danach stellte Leonard Bolte die Ergebnisse seiner Doktorarbeit zu limitierenden Habitatfaktoren der Kreuzkröte im Mitteldeutschen Braunkohlerevier vor. Dabei zeigte er u. a. die Abhängigkeit der Mikrohabitatwahl von der Körpergröße, spannende Erkenntnisse zur Hybridisierung von Kreuz- und Wechselkröte sowie die Ansprüche an Laichgewässer und Landlebensräume auf.
Nach der nachmittäglichen Kaffeepause leitete Lennart Tödter in den letzten Vortragsblock der Tagung ein. Er stellte die vorläufigen Ergebnisse einer koordinierten Erfassungsaktion des Springfroschs im Frühjahr 2025 in Niedersachsen vor. Insgesamt konnten im Rahmen dieser Untersuchungen 13 Erstnachweise für TK25-Quadranten erbracht und die Kenntnis um das Verbreitungsgebiet der Art damit erheblich erweitert werden.
Im Anschluss folgten zwei Kurzvorträge von Moritz Wartlick und Wilfried Vogel zum Einsatz von Kameratechnik zur Erfolgskontrolle an Amphibiendurchlässen sowie einer Bildreihe der Häutung eines Laubfrosches.
Abschließend stellte Dr. Mirjam Nadjafzadeh das abendliche Exkursionsziel, den Steinbruch Rohden, vor. Nach dieser etwa 90-minütigen Exkursion mit Berg- und Fadenmolchen sowie Gelbbauchunken und Kreuzkröten klang der Abend beim gemeinsamen Abendessen aus.
Am Sonntagvormittag führte Dr. Mirjam Nadjafzadeh zudem durch die Station von LIFE BOVAR – eine tolle Gelegenheit, Gelbbauchunken, Geburtshelferkröten und Kreuzkröten zu sehen und Fragen zur Zucht und Wiederansiedlung zu stellen! Im Anschluss unternahmen die verbliebenen Teilnehmer eine Exkurstion in die ehemalige Tongrube “Doberg”, ein weiteres Projekt-Gebiet von LIFE BOVAR. Nach etlichen Beobachtungen seltener Gelbbauchunken endete das Tagungswochenende gegen Mittag bei sonnigem Wetter.
