Artenporträts
Amphibien in Niedersachsen
Hier finden Sie die Artenporträts der in Niedersachsen heimischen Amphibien. Natürlicherweise kommen fünf Schwanzlurcharten, 13 Froschlurcharten und der Hybrid "Teichfrosch" vor. Mehr →
Erdkröten - Foto: NABU/Kathy Büscher
20. Februar 2026- Nachdem der Winter Niedersachsen seit langem mal wieder fest im Griff hatte, kündigt sich mit langsam steigenden Temperaturen die Amphibienwanderung an. Zahlreiche ehrenamtlich Aktive haben sich bereits darauf vorbereitet, schützende Amphibienzäune aufzubauen, um die Tiere sicher über vielbefahrene Straßen zu bringen. Umgangssprachlich werden diese Zäune auch „Krötenzäune“ genannt oder es wird sich „zum Krötensammeln“ verabredet. Der Name rührt daher, dass in den Eimern, die entlang der Folienzäune in regelmäßigen Abständen in den Boden eingegraben werden, überwiegend Erdkröten landen. Auch Molche, Grünfrösche wie der Teichfrosch und Braunfrösche wie der Grasfrosch gehen in die Eimer. Erdkröten sind jedoch meist in der Überzahl. Noch zählen sie zu den häufigsten Amphibien Niedersachsens.
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Erdkröten vergleichsweise gut mit Fischen in ihren Laichgewässern zurechtkommen. Spezielle Bitterstoffe schützen sowohl die Kröten als auch ihre Larven und machen sie für Fische zu einer unattraktiven Beute. Selten bis sehr selten gewordene Arten wie der Laubfrosch, Gelb- und Rotbauchunke, die Kreuzkröte oder die in Niedersachsen fast ausgestorbene Wechselkröte haben in Gewässern mit Fischbesatz hingegen kaum eine Chance, sich erfolgreich fortzupflanzen.
In den vergangenen Jahren werden jedoch sowohl aus der Wissenschaft als auch von ehrenamtlich Aktiven im Amphibienschutz zunehmend alarmierende Stimmen laut, die von einem deutlichen Rückgang der Erdkröten berichten. Der Klimawandel mit seinen extremen Wetterlagen wie den zuletzt sehr trockenen Sommern, der Insektenschwund sowie Umweltgifte in Luft, Wasser und Boden, die über die empfindliche Haut der Tiere aufgenommen werden, gelten als mögliche Ursachen.
Sie haben sich vorgenommen, im Naturschutz aktiv zu werden? Die Amphibiensaison ist ein guter Zeitpunkt dafür: Viele lokale NABU-Gruppen freuen sich über helfende Hände beim Bau von Schutzzäunen, der morgendlichen Zaunkontrolle und beim Monitoring der Tiere.
Fragen Sie doch einfach bei Ihrer NABU-Gruppe in der Nähe nach.
Um diese Entwicklung mit belastbaren Zahlen zu belegen, ruft der Landesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik des NABU Niedersachsen dazu auf, Erdkröten zu melden. Die neuen Daten werden in der Amphibien-Meldeplattform HerpetoMap des NABU Niedersachsen zusammengeführt, ausgewertet und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für den behördlichen Naturschutz zur Verfügung gestellt. Voraussetzung für einen Zugang zu der Map sind gute bis sehr gute Kenntnisse in der Bestimmung von Amphibien und/oder Reptilien. Auch Zufallsfunde können gemeldet werden. Wer bereits einen Zugang bei der KI-gestützten Meldeplattform Observation.org oder bei NABU-naturgucker.de besitzt, kann seine Daten mit Foto selbstverständlich auch dort eingeben.
Erdkröte - Foto: Mathias Schäf
Auch wer keinen Expertenstatus hat oder wer über keinen Zugang zu den genannten Plattformen verfügt, kann helfen und einen Erdkröten-Fund per E Mail an herptomap@nabu-niedersachsen.de senden. Wichtige Angaben sind das Datum, ein möglichst genauer Fundort, die Anzahl der Tiere, mindestens ein gutes Belegfoto sowie die Erlaubnis, den Fund in die HerpetoMap eintragen zu dürfen.
Der NABU Niedersachsen versichert: Der Eintrag erscheint ohne Namensnennung und ohne punktgenaue Darstellung, sondern mit dem Mittelpunkt eines fünf mal fünf Kilometer Quadrates, in der öffentlich zugänglichen Karte der HerpetoMap.
Als Hilfestellung für die Fundmeldung steht ein Meldeformular zur Verfügung, das genutzt werden kann. Darin sind alle erforderlichen Angaben übersichtlich zusammengefasst.
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Die „HerpetoMap“ ist eine Fachplattform zur Meldung von Amphibien- und Reptilienvorkommen in Niedersachsen. Mehr →