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Keine Gänsejagd in Schutzgebieten

Keine Gänsejagd in Schutzgebieten

NABU kritisiert Mängel im Umgang mit Schutzgebieten in Niedersachsen

Graugans

Graugans

12. Januar 2012 - Der NABU Niedersachsen hat am 6. Januar anlässlich einer auf Einladung der Emder Grünen durchgeführten Erörterung der Jagd im Naturschutzgebiet (NSG) Petkumer Deichvorland (Landkreis Leer / Stadt Emden) die Mängel im Umgang mit den Schutzgebieten in Niedersachsen kritisiert. In der Überführung der Vogelschutzgebiete in Landesrecht sowie in der Aufstellung und Umsetzung der Managementpläne sei Niedersachsen bundesweit mit Abstand das Schlusslicht. Obwohl durch die Jagd mitunter Schutzgüter erheblich beeinträchtigt würden, gebe es bislang kaum Einschränkungen der Jagd in Form von Jagdruhezonen, betonte der NABU Niedersachsen.

Am Beispiel des Vogelschutzgebiet „Emsmarsch zwischen Emden und Leer“ hat der NABU Niedersachsen gefordert, dass die durch Jagd verursachten Beeinträchtigungen für die Schutzgüter im Zuge der Aufstellung und Neufassung der Schutzgebietsverordnungen sowie der Managementpläne abgestellt werden müssen. Michael Steven, Leiter NABU-Regionalgeschäftsstelle Ostfriesland, NABU-Woldenhof, erklärte: „Verschiedene Rast- und Brutvogelarten wie die Bläss-, Nonnen- und Graugänse gehören zu den wertbestimmenden Vogelarten dieses und anderer EU-Vogelschutzgebiete im Nordwesten Niedersachsens. Deren Bejagung ist grundsätzlich nicht mit den Zielen der Schutzgebietsausweisung vereinbar. Grundsätzlich dürfen zudem Blässgänse nach der Niedersächsischen Jagdzeitenverordnung in dem NSG und Vogelschutzgebiet 'Emsmarschen von Leer bis Emden', wie auch in sieben weiteren niedersächsischen Vogelschutzgebieten, nicht bejagt werden.“

Ein zentrales durch die Jagd verursachtes Problem sei außer der unmittelbaren Tötung der zu schützenden Arten aber vor allem die Störung der mitunter riesigen Vogelrastbestände in den Vogelschutzgebieten durch die Jagd auf Wildgänse. Wenn zum Beispiel im NSG Petkumer Deichvorland während der Jagdzeit auf Gänse täglich bis zu zwei Mal gejagt werde, sei dies mit erheblichen Störungen verbunden, die zu einem Vitalitätsverlust der dort rastenden Vögel führten, betonte Michael Steven.

Nonnengans

Nonnengans

Daher fordert der NABU Niedersachsen, dass unter anderem im Rahmen der Schutzgebietsausweisungen sowie im Zuge der Umsetzung von Managementplänen in den empfindlichen Bereichen der Vogelschutzgebiete Jagdruhezonen ausgewiesen werden. Michael Steven weiter: „Die Möglichkeit hierzu hat die Jagdbehörde nach dem Landesjagdgesetz durch Verordnung und das Land durch Ausweisung von jagdberuhigten Eigenjagden. Wie in kaum einem anderen Gebiet sei das Ausmaß von Störung und Jagdvergehen im Petkumer Deichvorland gut dokumentiert.“ Das Land Niedersachsen sei daher vorrangig hier gefordert, diesen zentralen Rastplatz in eine Jagdruhezone umzuwandeln, um seinen aus der EU-Vogelschutzrichtlinie erwachsenden Pflichten gerecht zu werden. Da das Gebiet nahezu vollständig im Besitz der öffentlichen Hand ist, könnte umgehend eine Eigenjagd eingerichtet werden.

Betont wurde vom NABU Niedersachsen aber auch, dass trotz der von Eilert Voß dokumentierten Jagdverstöße die Jägerschaft nicht unter einen Generalverdacht gestellt werden dürfe. Der NABU Niedersachsen habe gegen eine nachhaltige, auf Nutzung ausgerichtete Jagd außerhalb der Schutzgebiete nichts einzuwenden, wenn schutzbedürftige Arten und Zugvögel davon ausgenommen würden, die Jagdpraxis jede Verwechslungsgefahr mit geschützten Arten ausschließt und auf Bleischrot verzichtet wird. Insbesondere in Schutzgebieten muss die Jagd zu einem lediglich den Schutzzielen dienenden Managementinstrument weiter entwickelt werden.

Keine Gänsejagd in Niedersachsen

NABU Niedersachsen fordert erneut Abschaffung

Blessgänse

Blässgänse

24. November 2011 - Anlässlich des vorgestellten Landesjagdberichtes hat der NABU Niedersachsen nochmals seine langjährige Forderung unterstrichen, nordischen Wildgänsen auch künftig sichere Rastgebiete zu garantieren und fordert das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung auf, die Gänsejagd in Niedersachsen landesweit abzuschaffen. Zudem fordert der NABU das Jagdministerium in einem 'öffentlichen Brief' auf, gegen die ordnungswidrige Jagdausübung im Naturschutzgebiet Petkumer Deichvorland (Landkreis Leer / Stadt Emden) vorzugehen. Nachweislich war in dem Schutzgebiet eine dort nicht jagdbare Blässgans mit Schrotkugeln getötet worden, obwohl dies nach der Niedersächsischen Jagdzeitenverordnung in dem Vogelschutzgebiet 'Emsmarschen von Leer bis Emden', wie auch in sieben weiteren niedersächsischen Vogelschutzgebieten, unzulässig ist.

„Es kann doch nicht sein, dass ziehende Arten dem enormen Jagddruck ausgesetzt werden, die sie auf ständig neue Flächen treibt“, sagte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen. „Es ist geradezu grotesk, wenn hierzulande von hoher moralischer Warte gegen den Vogelfang in südlichen Ländern gewettert wird und man selbst das Halali gegen die Gänse als Zugvögel bläst!“ Gerade Niedersachsen als Drehscheibe des internationalen Gänsezugs müsse seiner Verantwortung nachkommen.

„Wer die Jagdzeiten für Arten wie Bläss- und Saatgänse auch und gerade in Naturschutzgebieten sowie in vielen nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie eingestuften Landschaftsräumen weiterhin zulässt, handelt nicht nur kurzsichtig, sondern gefährdet Tiere, die nicht nur Teil unseres niedersächsischen, sondern auch europaweiten Naturerbes sind“, betonte Dr. Holger Buschmann.

Eine Jagd auf alle nordischen und arktischen Gänsearten dürfe es weder im Naturschutzgebiet Petkumer Deichvorland und dem Vogelschutzgebiet Emsmarschen von Leer bis Emden noch in anderen geschützten Rast- und Brutgebieten in Niedersachsen geben.

Offener Brief an den Niedersächsischen Jagdminister

Keine Gänsejagd in Niedersachsen

Dr. Buschmann: „Gänsejagd widerspricht Artenschutz!“

Blessgänse

Blässgänse

07. März 2011 - Der NABU Niedersachsen unterstreicht nochmals seine langjährige Forderung, nordischen Wildgänsen auch künftig sichere Rastgebiete zu garantieren und fordert das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung auf, die Gänsejagd in Niedersachsen landesweit abzuschaffen. „Wer die Jagdzeiten für Arten wie Bläss-, Saat- und Ringelgänse auch und gerade in Naturschutzgebieten sowie nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora Habitat-Richtlinie eingestuften Landschaftsräumen weiterhin zulässt, handelt nicht nur kurzsichtig, sondern gefährdet Tiere, die nicht nur Teil unseres niedersächsischen, sondern auch europaweiten Naturerbes sind. Eine Jagd auf nordische und arktische Gänsearten darf weder im Naturschutzgebiet Petkumer Deichvorland, im Vogelschutzgebiet Emsmarschen von Leer bis Emden und im FFH-Gebiet Unter- und Aussenems wie auch in anderen Rast- und Brutgebieten nicht geben“, erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen.

Die Niedersächsische Landesregierung hatte mit einer Änderung ihrer Jagdzeitenverordnung die Jagd auf rastende Wildgänse ausgeweitet. Da Gänse Grasfresser sind, kann es, wo sie lange und in großer Zahl rasten, zu Fraßschäden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen kommen. „Jagd taugt nicht zur Schadensverminderung. Doch leider wird schnell übersehen, dass mit einer Bejagung und Störung der Gänse letztlich das Gegenteil erreicht wird. Es ist zudem zu befürchten, dass sie infolge der Klimaerwärmung große Teile ihrer bisherigen Brutgebiete verlieren werden. Umso mehr kommt es darauf an, dass sie entlang ihrer Zugwege sichere und störungsarme Gebiete vorfinden, wo sie ihren Energiebedarf ausreichend decken können“, so Dr. Holger Buschmann weiter.

Bejagte Gänse werden scheu, flüchten bereits auf große Distanzen, und benötigen durch häufiges Umherfliegen letztlich mehr Energie - und damit auch mehr Futter. Abgesehen davon lässt sich die Jagd auf Wildgänse nicht tierschutzgerecht durchführen: Oftmals werden die Gänse durch Schrotpartikel nur verletzt und verenden später qualvoll, Familienverbände werden auseinander gerissen und Jungvögel verlieren den für sie überlebenswichtigen Anschluss an ihre Eltern.

Ein erhebliches Problem stellt die Verwechslungsgefahr zwischen den einzelnen Arten dar. Obwohl das Jagdgesetz klar die Artenkenntnis als Grundbedingung voraussetzt, sind viele Jäger nicht in der Lage, die geschützte Nonnengans zu erkennen. Die hoch bedrohte Zwerggans ist ohne spezielle Optik ohnehin nicht von der Blässgans zu unterscheiden. „Insbesondere bei der traditionellen Jagdausübung bei Sonnenaufgang oder am späten Abend beim Einflug der Gänse können selbst Fachleute einzelne Gänse nicht sicher auseinanderhalten.“ Der NABU ist entsetzt, dass bei der Jagd auf fliegende Wildgänse durch die breit streuende Schrotmunition immer neben den angezielten Gänsen auch die sogenannten 'byflyer' verletzt werden. „Eine Jagdausübung während Nebelwetterlagen widerspricht zudem dem Jagdgesetz“, unterstrich NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann.

Um den Nahrungsbedarf der Vögel zu sichern, gleichzeitig aber auch Schäden für die Landwirtschaft zu minimieren, plädierte der NABU für eine flexible Handhabung von Ausgleichszahlungen an betroffene Landwirte. Zum Schutz der Gänse dürfe es keine Alternative geben.

Wie Bestandszählungen zeigen, haben Bless-, Saat- und Ringelgänse in ihren arktischen Brutgebieten keineswegs zugenommen, sondern lediglich einen Teil ihrer Zugwege verlagert. „Die nordischen Gänse sind hilfsbedürftiger denn je. Hinsichtlich der Schadensproblematik macht uns die Nonnengans die meisten Sorgen. Denn diese ist nach europäischem Recht streng geschützt und darf sowieso nicht gejagt werden“, mahnte NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann.

Petition gegen Gänsejagd

Gänsefreunde wenden sich an niedersächsischen Landtag - NABU Niedersachsen und Vogelschutz-Komitee übergeben Petition

Übergabe Petition Gänsejagd

v.l.n.r. - Dr. Eberhard Schneider (Präsident Vogelschutzkommitee), Stefan Wenzel (MdL), Hans-Jörg Helm (NABU-Landesvorsitzender) bei der Übergabe der Unterlagen 'Keine Gänsejagd in Niedersachsen'.

21. Mai 2008: Schon mehr als 8.300 Bürger haben in den letzten drei Monaten über eine Internetplattform gegen die Ausweitung der Jagd auf Wildgänse in Niedersachsen protestiert. Unter dem Vorzeichen der Forderung nach Erhaltung der Biologischen Vielfalt wurde am Montag die Petition und zugehörige Unterschriften vom hamburgischen Vogelschutz-Komitee gemeinsam mit dem NABU Niedersachsen an den Vorsitzenden des niedersächsischen Umweltausschusses Stefan Wenzel im Landtag in Hannover übergeben.

Seit Dezember sammelten die Gänseschützer im Internet Unterschriften gegen die Gänsejagd in Niedersachsen. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium plant eine drastische Ausweitung der Jagdzeitendauer und zusätzlich die Einführung der Jagd auf bisher geschützte Arten wie die Bläss- und Saatgans. Das wollen die Vogelschützer nicht hinnehmen. "Artenschutz beginnt vor unserer eigenen Haustür" stellte der Präsident des Vogelschutz-Komitee Dr. Eberhard Schneider, Göttingen, mit Blick auf die zum selben Zeitpunkt beginnende UNO-Biodiversitäts-Konferenz in Bonn fest.

Hans-Jörg Helm, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, erinnerte daran, dass Wildgänse eine besondere Attraktion Niedersachsens seien: "Das Land hat daher eine besonders hohe Verantwortung für den Erhalt der Zugvögel. Die Pläne des Landwirtschaftsministeriums gefährden nicht nur den Artenschutz, sondern auch die Umsetzung von Vertragsnaturschutzprogrammen und in vielen Orten bereits heute den regionalen Naturtourismus."

Blässgänse

Blässgänse

Dr. Eberhard Schneider: "Deutschland muss endlich mit gutem Beispiel vorangehen und sachgerecht handeln". Dem grassierenden Artenschwund könne man aber nicht mit Schusswaffen Einhalt gebieten. Töten sei keine Lösung, hinschauen und zuhören sind angesagt, um Tiere und die Biologische Vielfalt zu erhalten. "Deshalb verbietet sich die Ausweitung der Gänsejagd in Niedersachsen", so Dr. Schneider weiter. Die Freizeitjagd auf Gänse gefährde zudem auch andere seltene Vogelarten durch Fehlabschüsse und vor allem die Beunruhigung. Der Gebrauch von Bleischrot vergifte Gewässer und verletze auch viele Vögel, die dann elend zugrunde gehen.

Der Vorsitzende des Umweltausschusses MdL Stefan Wenzel zeigte sich beeindruckt von der Zahl der Unterschriften. Gerade in diesen Tagen, so führte er aus, wenn sich Experten aus der ganzen Welt in Deutschland treffe, um Wege zu suchen, dem Artenschwund Einhalt zu gebieten, sei es besonders wichtig, den Blick auch auf Deutschland selbst zu richten. Gerade die Nachhaltigkeit im Umgang mit den natürlichen Ressourcen müsse dabei beachtet werden. Dabei stellt das Naturerlebnis vieler begeisterter Menschen eine schonende Form der "Nutzung" von Naturgütern dar.

Die Unterschriftensammlung gegen die Gänsejagd wird fortgesetzt. Erklärtes Ziel ist dabei, auch eine Initiative des Bundestags einzuleiten, die Jagd auf Wildgänse in Deutschland massiv einzuschränken und aufzuheben. Dazu finden sich im Internet weitergehende Informationen zur Gänsejagd und dem jeweiligen Stand des Petitionsverfahrens.

NABU gegen "Abschussliste" der Jägerschaft

Keine Ausdehnung der Jagd auf Gänse in Niedersachsen!

Kanadagans fliegend

Kanadagans

16. April 2008: Der NABU Niedersachsen hat sich in seiner Stellungnahme entschieden gegen die geplante Erweiterung der "Abschussliste" der Landesjägerschaft sowie die geplante Verlängerung der Jagdzeiten ausgesprochen. Das Landwirtschaftsministerium plant, in enger Zusammenarbeit mit der niedersächsischen Landesjägerschaft, die Liste der Arten, die zukünftig in Niedersachsen geschossen werden dürfen zu erweitern. Zukünftig sollen auch Nil-, Bläss-, Saat-, Grau- und Kanadagänse geschossen und eine Verlängerung der Jagdzeit u.a. auf Höckerschwäne, Dachse sowie Baum- und Steinmarder zugelassen werden.

Der NABU empfindet es als ausgesprochen zynisch, dass diese Änderungen mit der Umsetzung von Naturschutzzielen begründet werden. Angeblich diene die Zulassung bzw. die Erweiterung des Abschusses einer Reduzierung gebietsfremder Tiere und der Schaffung eines ausgewogenen Gleichgewichts zwischen den Arten. Eine fachlich nachvollziehbare Begründung dazu wird nicht vorgelegt.

Wir rufen alle Vogelfreunde dazu auf, NEIN zur Gänsejagd in Niedersachsen zu sagen. Es ist selbstverständlich, dass wir uns über einen Vogelfang und -jagd in Südeuropa aufregen. Nun sollen in Niedersachsen geschützte, gefährdete Gänse aus arktischen und nordischen Brutgebieten abgeschossen werden. Bitte unterstützen Sie die Protestaktion. Nutzen Sie auch die Kopiervorlage "Gänsefreunde sagen NEIN" für Unterschriften ihrer Freunde und Bekannten. Rücksendungen erbeten bis 2. Mai 2008 an den NABU Niedersachsen, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Unterschriftenliste Gänsejagd
Graugänse fliegend

Graugänse

Niedersachsen hat in Europa eine hervorgehobene Stellung zum Schutz bestimmter Zugvogelarten, insbesondere der Nordischen Gänse und Schwäne. Anstatt stolz darauf zu sein, dass die Anstrengungen der letzten beiden Jahrzehnte nun endlich Früchte tragen und die Populationen sich erholen, wird die höhere Anzahl der Zugvögel zum Anlass genommen, hier eine intensive Bejagung zu ermöglichen. Eine Folge dieser nun geplanten Jagd führt zu einer erheblichen Verschlechterung des Schutzregimes in Niedersachsen, so dass dies eine umfassende Kohärenzprüfung, d.h. eine Überprüfung der Vollständigkeit der Gebietskulisse der gemeldeten Vogelschutzgebiete nach sich ziehen muss. Schließlich hat das Land Niedersachsen für verschiedene Zugvögel keine Schutzgebiete gemeldet, und dies mit der Begründung, dass diese Vögel aufgrund der bestehenden Vollschonung (also keine Jagderlaubnis) auf der gesamten Landesfläche sicher wären.

Darüber hinaus sieht der NABU Niedersachsen eine erhebliche Gefährdung besonders geschützter Arten durch die Gefahr der Verwechslung beim Abschuss sowie durch die Störung durch die Jagdausübung. Bereits heute kommt es immer wieder zu Verwechslungen, denen gefährdete Arten wie z.B. Sing- und Zwergschwäne zum Opfer fallen, weil Zugvögel meist in gemischten Trupps rasten und äsen. Eine Jagd unter den in Niedersachsen üblichen Bedingungen stellt nach unserer Einschätzung daher einen Verstoß gegen §1 Abs. 3 JagdzeitV dar, da landesweit überall von der "Gefahr einer Verwechslung" auszugehen ist. Die Missachtung des Tierschutzes, durch aktives in-Kauf-nehmen von einer zukünftigen großen Anzahl von Tieren mit Schroteinschüssen, die trotz ihren Verletzungen versuchen den anderen zu folgen und langsam zugrunde gehen, ist außerdem ein Verstoß gegen das Grundgesetz.

NABU-Stellungnahme zur Änderung der Niedersächsischen Verordnung über Jagdzeiten

Zugvogeljagd und Gänseabschüsse

NABU Niedersachsen: Diktierte Jägerschaft Regelungen zum Abschuss?

Auffliegende Blässgänse

Blässgänse

14. März 2008: Angesichts der anhaltenden Proteste gegen eine Zugvogeljagd in Niedersachsen und dem geplanten Abschuss von nordischen und arktischen Gänsen fordert der NABU Niedersachsen das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (ML) auf, den Verordnungsentwurf sofort zurückzuziehen. Die Verordnung über die Jagdzeiten wurde gemeinsam vom Landwirtschaftsministerium und der Landesjägerschaft, die selbst immer wieder betont anerkannter Naturschutzverband zu sein, erarbeitet. "Zugvogeljagd und Gänseabschüsse dürfen sich die Beteiligten nicht untereinander in die Feder diktieren. Im Jahr der Artenvielfalt kann dieses Vorgehen nur als Skandal bezeichnet werden. Die Landesjägerschaft Niedersachsen stellt sich damit selbst als ein "anerkannter Naturschutzverband" in Frage", erklärte Hans-Jörg Helm, NABU-Landesvorsitzender.

Hans-Jörg Helm, NABU-Landesvorsitzender, weiter: "Wer sich als anerkannter Naturschutzverband zur biologischen Vielfalt bekennt, muss auch ja zu deren konsequenten Schutz sagen. Der Gänseabschuss wird mit ökonomischen Problemen bei hoher Dichte begründet. Hätte das Landwirtschaftsministerium behördliche Gänseexperten, das Umweltministerium oder seine eigenen Landwirte gefragt, so hätten sie erfahren können, dass es Ausgleichszahlungen für Fraßschäden gibt. Beide Ministerien liegen nur 50 Meter auseinander. Warum gibt es keine Abstimmung bei gemeinsam zu bearbeitenden Themen? Wer Gänse in Niedersachsen abschießen will, gefährdet den Vertragsnaturschutz zum Gänsemanagement in Niedersachsen. Es scheint nur um die Jagd und das Abschießen schlechthin zu gehen."

Eine besonders groteske Begründung für eine jagdliche Veränderung wird auf Seite vier des Verordnungstextes geliefert: "Die Verlängerung von Jagdzeiten flexibilisiert die jagdlichen Einsätze und kommt damit den Familien entgegen". Hans-Jörg Helm: "Eine Regelung auf einem derartigen Niveau muss das Landwirtschaftsministerium zurückziehen."

Zur Protestaktion

Verordnungsentwurf

NABU kritisiert geplante Jagd auf Zugvögel

Helm: "Ministerpräsident muss der Gänsejagd ein Ende bereiten!"

Graugänse

Graugänse

6. März 2008: Der NABU Niedersachsen kritisiert scharf die vom Landwirtschaftsministerium geplante Jagd auf Zugvögel. Die Unterlagen zur Gänsejagd mit der Änderung der Jagdzeitenverordnung liegen seit heute vor und werden vom NABU aus fachlichen und wissenschaftlichen Gründen abgelehnt.

Hans-Jörg Helm, NABU-Landesvorsitzender, erklärte: "Wir fordern Ministerpräsident Christian Wulff auf, dem Tun ein Ende zu bereiten. Zugvögel dürfen in Niedersachsen nicht abgeschossen werden. Ehlens geplante Abschüsse auf geschützte und gefährdete Gänse gefährden Sanders Vertragsnaturschutz. Beide Ministerien müssen hier an einem Strang zu ziehen und die Änderung der Jagdzeitenverordnung zurückziehen. In vielen Regionen Niedersachsens sind die Scharen der Gänse und Schwäne im Herbst, im Winter und im Frühjahr heute so landschaftsprägend, dass sie die Entwicklung eines naturerlebnisorientierten Tourismus und die Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft ermöglichten. "

Helm weiter: "Wer Gänse in Niedersachsen abschießen will, gefährdet den Vertragsnaturschutz zum Gänsemanagement in Niedersachsen. Es ist zudem fraglich, ob der derzeit in Niedersachsen sehr erfolgreich praktizierte Vertragsnaturschutz mit Landwirten, der in den Schwerpunktrastgebieten des Landes ja gerade zum Schutz der Gänse angeboten wird, bei einer Bejagung noch eine EU-Kofinanzierung erfahren würde."

NABU Niedersachsen gegen Jagd auf Zugvögel

Helm: "Vogelfreunde sagen Nein zur Gänsejagd in Niedersachsen"

Gänseschwarm Sonnenuntergang

Gänseschwarm

6. März 2008: Der NABU Niedersachsen befürchtet eine Einführung der Jagd auf Zugvögel, insbesondere auf geschützte und gefährdete Gänsearten, in Niedersachsen. Dieses Vorhaben hat bereits in der Öffentlichkeit für eine breite Empörung gesorgt. Der NABU Niedersachsen und weitere Organisationen rufen alle Naturfreunde dazu auf, gegen die Jagd auf Zugvögel wie Bless-, Saat- und Nonnengänse zu protestieren.

Hans-Jörg Helm, NABU-Landesvorsitzender, erklärte: "Wir rufen alle Vogelfreunde dazu auf, Nein zur Gänsejagd in Niedersachsen zu sagen. Bitte unterstützen Sie die Protestaktion. Es ist selbstverständlich, dass wir uns über einen Vogelfang und -jagd in Südeuropa aufregen. Nun sollen in Niedersachsen geschützte, gefährdete Gänse aus arktischen und nordischen Brutgebieten abgeschossen werden. Eine Jagd auf arktische und nordische Wildgänse darf es in Niedersachsen nicht geben. Es gibt nicht einen Gänseexperten, der eine fachliche oder wissenschaftliche Begründung für das Vorhaben sieht."

Ringelgänse

Ringelgänse

Helm fordert, die Aussage aus der Koalitionsvereinbarung vom Februar 2008 - 'Die biologische Vielfalt in Niedersachsen ist zu erhalten und weiterzuentwickeln' - ernst zu nehmen. Hans-Jörg Helm, weiter: "Niedersachsen trägt eine hohe Verantwortung zum Schutz ziehender und rastender Gänse-Populationen, die aus Brutgebieten zu uns kommen, die Tausende von Kilometern entfernt sind. Die Vögel sind von intakten und störungsarmen, ausreichend großen Rast- und Nahrungsgebieten abhängig. Sie stellen in Niedersachsen in vielen Rastgebieten wertbestimmende Vogelarten dar und sind nach den Vorgaben internationaler Richtlinien (EU-Vogelschutzrichtlinie) und Konventionen (Ramsar-Konvention, Bonner Konvention, Konvention zur Erhaltung der biologischen Vielfalt) zu schützen. Eine Gänsejagd führt zu massiven Störungen. Wir fordern die Niedersächsische Landesregierung auf, dass Niedersachsen weiterhin im internationalen Gänseschutz als 'Gastgeberland für Zugvögel' seine vorbildliche Rolle behauptet und entsprechende Ausgleichszahlungen zur Verfügung stellt."

Bejagte Gänse werden scheu, flüchten bereits auf große Distanzen und benötigen durch häufiges Herumfliegen mehr Energie, was durch erhöhte Nahrungsaufnahme kompensiert werden muss. Sie konzentrieren sich dann auf ungestörte Nutzflächen und fressen dort länger und häufiger, so dass dann im Endeffekt höhere Schäden auftreten, die ohne Beschuss hätten vermieden werden können.

mehr Zur Protestaktion

NABU Niedersachsen gegen neues Jagdgesetz

Helm: "Zurück ins tiefste Mittelalter"

Weißwangengänse

Weißwangengänse

12. Dezember 2007: Im Niedersächsischen Landtag wurde heute die Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes beschlossen. Dazu erklärte Hans-Jörg Helm, NABU-Landesvorsitzender:

"Das neue Jagdgesetz wirft uns in das tiefste Mittelalter zurück. Das Fangen mit Rabenmassenfallen und auch die Gänsejagd sind jetzt in Niedersachsen möglich. Einen zweiten Rabenfallenfang darf es in Niedersachsen nicht geben. Ebenso auch keine Jagd auf arktische und nordische Wildgänse. Daher rufen wir alle Naturfreunde auf, sich gegen eine Gänsejagd auszusprechen."

Der NABU Niedersachsen zeigte sich erfreut über die große Resonanz: Aktuell haben knapp 4.500 Gänsefreunde ein klares "Nein zur Gänsejagd" ausgesprochen.

Zur Protestaktion

Informationen: Änderung Niedersächsisches Jagdgesetz in LT-Drs. 15/4137 und Beschlussempfehlung in LT-Drs. 15/4276.

Gänsefreunde sagen NEIN zur Jagd

NABU Niedersachsen und weitere Organisationen protestieren gegen die Gänsejagd in Deutschland.

Graugänse

Für Graugänse ist eine Ausweitung der Jagdzeiten geplant.

6. Dezember 2007: Der NABU Niedersachsen und weitere Organisationen protestieren gegen die Gänsejagd in Deutschland.

Das neue Niedersächsische Jagdgesetz wird in der kommenden Woche im Landtagsplenum behandelt werden. Der NABU Niedersachsen spricht sich gegen eine Gänsejagd in Niedersachsen aus und lehnt aus fachlichen und wissenschaftlichen Gründen die geplante Änderung der Jagdzeiten-Verordnung ab. Die ungestörte Naturbeobachtung der rastenden Vögel, ein zunehmend wichtiger touristischer Wirtschaftsfaktor in einigen Regionen, wird unmöglich. Eine Jagd auf arktische und nordische Wildgänse darf es in Niedersachsen nicht geben. Die Niedersächsische Landesregierung wird aufgefordert, dass Niedersachsen weiterhin im internationalen Gänseschutz als "Gastgeberland für Zugvögel" seine vorbildliche Rolle behauptet.

Erklärung gegen Gänsejagd von NABU, DDA, DRV und DOG

Keine Gänsejagd in Niedersachsen

NABU Niedersachsen lehnt geplante Änderung der Jagdzeiten-Verordnung ab

Blässgänse

Blässgänse

25. Oktober 2007: Der NABU Niedersachsen spricht sich gegen eine Gänsejagd in Niedersachsen aus und lehnt aus fachlichen und wissenschaftlichen Gründen die geplante Änderung der Jagdzeiten-Verordnung ab. Eine Jagd auf arktische und nordische Wildgänse darf es in Niedersachsen nicht geben. Die Niedersächsische Landesregierung wurde aufgefordert, dass Niedersachsen weiterhin im internationalen Gänseschutz als "Gastgeberland für Zugvögel" seine vorbildliche Rolle behauptet.

Die Änderung der Niedersächsischen Jagdzeitenverordnung mit einer starken Zunahme der Gänsezahlen und damit verbundenen Schäden in der Landwirtschaft begründen zu wollen, kann fachlich nur als unhaltbar zurückgewiesen werden und ist zudem auch wissenschaftlich nicht belastbar.

Als Zugvögel, die zwischen den Brutgebieten Nordeuropas und Sibiriens und den Überwinterungsgebieten in Mittel- und Westeuropa jährliche Wanderungen unternehmen, stellen einen Teil des internationalen Naturerbes und auch des Niedersächsischen dar.

Saatgans

Saatgans

Niedersachsen trägt eine hohe Verantwortung zum Schutz ziehender und rastender Gänse-Populationen, die aus Brutgebieten zu uns kommen, die Tausende von Kilometern entfernt sind. Die Vögel sind von intakten und störungsarmen, ausreichend großen Rast- und Nahrungsgebieten abhängig. Eine Bejagung führt zu massiven Störungen.

Bejagte Gänse werden scheu, flüchten bereits auf große Distanzen und benötigen durch häufiges Herumfliegen mehr Energie, was durch erhöhte Nahrungsaufnahme kompensiert werden muss. Sie konzentrieren sich dann auf ungestörte Nutzflächen und fressen dort länger und häufiger, so dass dann im Endeffekt höhere Schäden auftreten, die ohne Beschuss hätten vermieden werden können.

So weist der aktuelle Bericht der international reputierten Organisation "Wetlands International" für die Ringelgans einen deutlichen Bestandsrückgang von 30 Prozent aus. Die Bestände von Saat- und Blessgans werden seit 15 Jahren als stabil eingeschätzt, ein Bestandswachstum ist mithin nicht nachweisbar. Gleichzeitig gilt die Waldsaatgans als bedroht, und die mit der Blessgans leicht zu verwechselnde Zwerggans, die auch in gemischten Trupps mit anderen Gänsearten wandert und rastet, ist sogar unter den weltweit bedrohten Vogelarten gelistet.

Ringelgänse

Ringelgänse

Es ist zudem fraglich, ob der derzeit in Niedersachsen sehr erfolgreich praktizierte Vertragsnaturschutz mit Landwirten, der in den Schwerpunktrastgebieten des Landes ja gerade zum Schutz der Gänse angeboten wird, bei einer Umsetzung der Bejagung noch eine EU-Kofinanzierung erfahren würde.

Wildgänse aus arktischen Brutgebieten überwintern in großer Zahl in Westeuropa. Sie stellen in Niedersachsen in vielen Rastgebieten wertbestimmende Vogelarten dar und sind nach den Vorgaben internationaler Richtlinien (EU-Vogelschutzrichtlinie) und Konventionen (Ramsar-Konvention, Bonner Konvention, Konvention zur Erhaltung der biologischen Vielfalt) zu schützen.

In vielen Regionen Niedersachsens sind die Scharen der Gänse und Schwäne im Herbst, im Winter und im Frühjahr heute so landschaftsprägend, dass sie die Entwicklung eines naturerlebnisorientierten Tourismus und die Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft ermöglichten.

Schreiben an den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff
Keine Gänsejagd in Niedersachsen, von der Landesvertreterversammlung am 8. September 2007 verabschiedete Resolution
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