Wissenswertes über Bienen und Wespen
Hätten Sie's gewusst?
Wespen fliegen auf blühenden Efeu
Die Blütezeit des Efeus reicht von August bis Dezember. Besonders Wespen gehören zu seinen Bestäubern; das ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Funktionen der Wespen im Naturhaushalt. Bei ihrer Bestäubungsarbeit lassen sich die Wespen Ende September hervorragend an den blühenden Efeubeständen beobachten. Auf Mauerkronen oftmals sogar bequem in Augenhöhe. Viele der Tiere sind – neben Jungköniginnen – Männchen, die an den Blütenständen ihr Gnadenbrot in Form von Nektar finden, ehe ihr Leben zu Ende geht.
Ihre Aufgabe ist es, die Jungköniginnen zu begatten, danach werden sie vom Wespenvolk nicht mehr gebraucht. Während die Königinnen überwintern, um im Frühjahr ein neues Volk zu gründen, überleben die Männchen – ebenso wie alle Arbeiterinnen – den Herbst nicht.
Wespenmännchen haben keinen Stachel
Zu erkennen sind Wespenmännchen an den Fühlern, die wesentlich länger sind als bei den Arbeiterinnen und Königinnen.
Sehr erfreulich ist auch, dass die Wespenmänner keinen Stachel haben und uns somit auch nicht stechen können. Das macht ihre Beobachtung zusätzlich attraktiv.
Nur zwei der sechszehn sozialen Faltenwespen können lästig werden
Wespen gibt es einige in der Welt der Hautflügler. Viele Wespenarten leben als Einsiedlerwespen also "solitär". Es gibt zwölf Wespenarten die als staatenbildende soziale Faltenwespenarten in den Focus gelangt sind. Allerdings sind nur zwei dieser Arten für den Menschen lästig. Sie fangen Schadinsekten für ihren Nachwuchs und fliegen manchmal eben auch auf Grillwürste und Pflaumenkuchen. Die Gemeine und die Deutsche Wespe haben dadurch allen anderen Wespenarten einen schlechten Ruf eingebracht. Die Leidtragenden sind die Hornissen und die im Freien, in Büschen oder unter Vordächern nistenden Langkopfwespen, die sich mit pflanzlicher Nahrung versorgen.
In einem Wespennest geht es turbulent zu. Die Arbeiterinnen versorgen die Larven, die je nach Jahreszeit Arbeiterinnen oder Drohnen (die männlichen Wespen) oder als begattete Eier die jungen Königinnen des nächsten Jahres sein können.
Mimikry: Tarnung ist alles
Einige Insektenarten wie z.B. Schwebfliegen täuschen Gefährlichkeit nur vor. Sie haben ein Tarnkleid entwickelt, mit dem sie Wespen täuschend ähnlich sehen. So täuschen diese harmlosen Insekten ohne Stachel eine Wehrhaftigkeit vor. Diese Tarnung wird in der Biologie als Mimikry bezeichnet. Gut zu unterscheiden sind die Schwebfliegen (Zweiflügler) von den Wespen (Vierflügler) durch die Umbildung des zweiten Flügelpaares zu Schwingkölbchen, den sogenannten Halteren.
Waldwespen werden von den Waldkuckuckswespen parasitiert. - Foto: Michael Kalkreuth/www.naturgucker.de
Parasiten: Kuckucksbienen und Kuckuckswespen
Fast jeder kennt den Kuckuck. Doch wer weiß, dass fast jede Bienen- und Wespenart auch eine Kuckucksart hat? Kuckucksbienen und -wespen schlüpfen in einem unbewachten Augenblick in das Nest der Wirtsbiene und legen ihr Ei in den Futtervorrat einer Zelle, den die Wirtin gerade zusammenträgt - wie der Kuckucksvogel, der sein Ei in fremde Nester legt und das Großziehen des Nachwuchses einer fremden Art überlässt.
Die Kuckucksbienenlarve wächst oft schneller und vertilgt bei den Bienen den Pollenvorrat. Die Kuckuckswespenlarve verspeist bei den Wespen das der Larve beigelegte Insekt und oft auch noch die Larve der Wirtsart. Die Kuckucksbienen haben aus dem Grund, da sie nicht selber Pollen eintragen auch keine Sammelvorrichtung.
Eine stachelige Angelegenheit
Die Stacheln der Honigbiene, Wespe und Wildbiene sind unterschiedlich gebaut. Der Stachelapparat ist mit einer Giftblase und zwei Giftdrüsen kombiniert. Während Faltenwespen den Stachel zur Erbeutung von Insekten, zur Eiablage und zur Verteidigung nutzen, benutzen ihn Bienen zur Verteidigung des Nestes und ebenfalls zur Eiablage. Die Stachel von Wildbienen (außer Hummeln) und Grabwespenarten sind so gebaut, dass sie die menschliche Haut nicht durchdringen können.
Und was die Giftigkeit angeht: Da hat der Volksmund ausnahmsweise nicht recht mit der Aussage, dass 7 Hornissenstiche ein Pferd und 3 Stiche einen Menschen töten. Für einen Menschen sind erst ca. 1.000 Stiche der Hornisse lebensgefährlich. Das Gift der Biene ist sogar zehnmal stärker als das der Hornisse.
Tatsächlich gefährlich kann jedoch schon ein Stich für einen Allergiker sein, da es aufgrund einer Überreaktion des Körpers zu einem anaphylaktischen Schock kommen kann. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, als bisher unerkannter Allergiker an einem anaphylaktischen Schock aufgrund eines Insektenstiches zu sterben, nach statischen Untersuchungen etwa so groß, wie durch einen Blitzschlag ums Leben zu kommen.
Gallwespen: Pflanze liefert Schutz und Nahrung
Einige Arten der Gallwespen (Schlupfwespenartige) rufen in Pflanzen eine merkwürdige Erscheinung hervor. Durch den Stich der Gallwespe erzeugt die Pflanze eine sogenannte Galle - buntgefärbte Wucherungen in der sich die Larve der Gallwespe entwickeln und ernähren kann. Häufig sieht man an Rosen (nie an Kulturformen) eigenartige zottelige Gebilde, die man Schlapfäpfel, Rosenkönige oder Bedeguare nennt. Mit ihnen verbindet sich der Aberglaube, dass der Schlaf gefördert wird, wenn man diese Galläpfel unter das Kopfkissen legt. Hervorgerufen werden diese Schlafäpfel durch die Gemeine Rosengallwespe Diplolepis rosae.
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Weitere interessante Fakten finden Sie in der Broschüre "Bienen, Wespen und Hornissen" des NABU Niedersachsen. Zu beziehen gegen Einsendung von vier Briefmarken zu 95 Cent beim:
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