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Schutzgebiet Voslapper Groden

Stadtrat Wilhelmshaven macht den Weg frei für fossile Industrie auf Kosten der lokalen Natur

Das Schutzbündnis für den Voslapper Groden-Nord kritisiert den Beschluss des Stadtrates Wilhelmshaven scharf und kündigt rechtliche Schritte an. Gegen die akut drohende Zerstörung des Schutzgebiets kündigt das Bündnis einen Eilantrag an.


Für dieses einmalige Brut- und Rastgebiet mit seinen bedrohten Vogelarten gibt es weder in Wilhelmshaven noch in der Region geeignete Ausgleichs- oder Ersatzflächen.  - Foto: Klaus Mendla/NABU-naturgucker.de

Für dieses einmalige Brut- und Rastgebiet mit seinen bedrohten Vogelarten gibt es weder in Wilhelmshaven noch in der Region geeignete Ausgleichs- oder Ersatzflächen. - Foto: Klaus Mendla/NABU-naturgucker.de

21. Januar 2026- Trotz erheblicher Bedenken und Protest von Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen, stimmte der Stadtrat Wilhelmshaven in seiner Sitzung am 21. Januar 2026 der Änderung der Naturschutzgebietsverordnung und dem Bebauungsplan 225 Voslapper Groden Nord/Nördlich Tanklager zu. Damit wird eines der wertvollsten Schutzgebiete im europäischen Verbund Natura 2000 faktisch entwertet. Das Bündnis für den Schutz des Voslapper Groden Nord kritisiert den Beschluss des Stadtrats Wilhelmshaven scharf und kündigt rechtliche Schritte an.

Gefährlicher Präzedenzfall mit Wirkung über Wilhelmshaven hinaus

Die Bauleitplanung sieht auf dem Gelände den Aufbau von Importinfrastruktur für verflüssigte Gase vor. Bis voraussichtlich 2045 wird damit ein fossiler Lock-in festgeschrieben, der als “Brückentechnologie” zum Übergang für grüne Gase bezeichnet wird. Der Bundesrechnungshof empfiehlt mittlerweile jedoch einen Realitätscheck für den stockenden Wasserstoffhochlauf, der den Import von fossilem LNG ablösen soll.

Für den Bau der Industrieanlagen liegt dem Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg bereits ein Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn vor. Nach Bekanntgabe der Ratsentscheidung rechnet das Schutzbündnis im Laufe der nächsten Woche mit ersten Eingriffen in das Naturschutzgebiet. Um irreversible Schäden am Naturschutzgebiet zu verhindern, wird das Bündnis einen Eilantrag gegen den schon angekündigten vorzeitigen Maßnahmenbeginn stellen.

Stellungnahmen der Bündnispartner:

Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen: „Die Entscheidung der Stadt Wilhelmshaven ist ein schwerer Schlag für den Natur- und Artenschutz. Mit der Freigabe des Voslapper Groden-Nord für industrielle Bebauung wird eines der wertvollsten Schutzgebiete Niedersachsens unwiderruflich zerstört und das für ein Projekt, welches weder nachhaltig noch zukunftsfähig ist. Hier wird mit vermeintlich grünen Versprechungen Augenwischerei betrieben, während in Wahrheit fossile Infrastruktur auf Kosten unserer letzten Rückzugsräume für seltene Arten durchgedrückt wird. Wir werden nun den juristischen Weg bestreiten müssen und alles daran setzen, dieses naturzerstörerische Vorhaben zu stoppen.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Mit seinen Beschlüssen erfüllt der Stadtrat Wilhelmshaven die Wunschliste der Industrie. Entgegen den Behauptungen der Vorhabenträgerin, handelt es sich bei dem Energiepark nicht um ein innovatives Projekt: Tatsächlich wird vor allem klassisch fossile Infrastruktur errichtet. Statt die Projektbestandteile gründlich auf ihre Zukunftsfähigkeit zu prüfen, winkt der Rat die Zerstörung des Voslapper Groden-Nords durch und ebnet damit dem Großprojekt im Natur- und Vogelschutzgebiet den Weg. Statt die Energiewende voranzutreiben, wird damit ein sensibler Schutzraum für gefährdete Arten zerstört und fossile Abhängigkeiten verlängert. Dagegen gehen wir als Bündnis rechtlich vor.”

Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen: „Wir bedauern, dass der Stadtrat der Zerstörung des EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord zugestimmt hat. Diese Entscheidung bedeutet die unwiderrufliche Vernichtung eines einmaligen, historisch gewachsenen Lebensraums von europaweiter Bedeutung – denn es gibt aktuell keine geeigneten Ersatzflächen für die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Angesichts des ungebremsten Artensterbens in Niedersachsen, Deutschland und Europa wird der Stadtrat Wilhelmshaven seiner Verantwortung nicht gerecht. Im Gegenteil: Der Beschluss steht im Widerspruch zum notwendigen Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen."


Umweltverbände schließen Schutzbündnis

Sensibles Naturschutzgebiet und EU-Vogelschutzgebiet in Wilhelmshaven droht fossilem Industriepark geopfert zu werden

12. Januar 2026 Der NABU Niedersachsen, die Deutsche Umwelthilfe und der BUND Niedersachsen haben sich zu Jahresbeginn in einem Bündnis für den Erhalt des Naturschutzgebiets Voslapper Groden-Nord zusammengeschlossen. Mit großem Nachdruck verfolgt die Stadt Wilhelmshaven aktuell den Plan, den Voslapper Groden-Nord – eines der wertvollsten Naturgebiete der Region – für industrielle Bebauung freizugeben. Die belgische Firma Tree Energy Solutions (TES) und ihr Joint Venture Deutsche Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV) stehen bereits in den Startlöchern, um auf der Fläche des Naturschutzgebietes u.a. eine Anlage für den Import von fossilem LNG zu errichten.

Am 21. Januar entscheidet der Stadtrat über die Zukunft des Naturschutzgebietes und EU-Vogelschutzgebietes, vorher stehen bereits Entscheidungen verschiedener Ratsausschüsse an. Das Schutzbündnis der Umweltverbände kündigt an, wenn nötig auch auf dem rechtlichen Weg, gegen diese vollständige Entwertung der Fläche vorzugehen. Für die Realisierung des Projektes müssen der Flächennutzungsplan, der Bebauungsplan sowie die Naturschutzgebiets-Verordnung Voslapper Groden-Nord geändert werden.

Prof. Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen: „Während die Artenvielfalt weltweit und auch in Niedersachsen weiter dramatisch zurückgeht, geraten unsere natürlichen Lebensgrundlagen zunehmend ins Wanken. In dieser Situation ein einzigartiges Schutzgebiet wie den Voslapper Groden-Nord ausgerechnet für industrielle Interessen zu opfern, wäre ein fatales Signal. Schon heute läuft ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland wegen der mangelhaften Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie. Niedersachsen hinkt dabei besonders hinterher. Eigentlich müssten neue Schutzgebiete ausgewiesen werden, nicht bestehende gestrichen. Ein so bedeutendes Vogelschutzgebiet zu opfern, ohne dafür einen gleichwertigen Ausgleich zu schaffen, wäre ein EU-weiter Präzedenzfall mit unabsehbaren Folgen - auch für das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Pläne für einen Import-Industriepark in Wilhelmshaven werden vollständig auf Kosten des Biodiversitäts- und Naturschutzes gemacht. Die Stadt will hier ein wichtiges Schutzgebiet für seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten komplett entwerten. Alternative Umsetzungsmöglichkeiten, bei denen sich das Projekt auf tatsächlich grüne Produkte beschränkt und Synergien mit bestehender Industrie und den dafür vorhandenen Flächen in Wilhelmshaven nutzt, wurden nicht geprüft. Der Großteil des geplanten Energieparks hat nur einen grünen Anstrich, bedient letztlich aber vor allem fossile Interessen.“

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen:„Ein international bedeutendes Schutzgebiet wie der Voslapper Groden-Nord ist eindeutig der falsche Standort für die Realisierung großflächiger Industrievorhaben. Für dieses einmalige Brut- und Rastgebiet mit seinen bedrohten Vogelarten wie Rohrdommel und Blaukehlchen gibt es weder in Wilhelmshaven noch in der Region geeignete Ausgleichs- oder Ersatzflächen. Ein solches Gebiet mit seinem herausragenden Arteninventar kann nicht einfach verlegt und darf deshalb nicht für die wirtschaftlichen Interessen einzelner Konzerne aufgegeben werden.“

Hintergrund:
Das Naturschutzgebiet „Voslapper Groden-Nord“ ist seit 2007 geschützt und ein international bedeutendes Brut- und Rastgebiet bedrohter Vogelarten. Besonders geschützte Arten wie die Rohrdommel, das Blaukehlchen, und der Schilfrohrsänger sind dort zu Hause. Die Firma Tree Energy Solutions hat bereits seit längerer Zeit Interesse an dem sensiblen Gebiet geäußert.



Energiewende darf kein Vorwand für Naturzerstörung sein!

17. Juli 2025- Die Entscheidung über die Nutzung des Voslapper Grodens Nord wird die Entwicklung der regionalen Energiewirtschaft maßgeblich prägen und ist für den Schutz einzigartiger Naturflächen von essentieller Bedeutung. Die bisherige Planung wird dem Anspruch einer ganzheitlichen und verantwortungsvollen Abwägung nicht gerecht. Im Zuge der aktuellen Diskussion um die künftige Nutzung des Voslapper Groden Nord betonen mehrere Naturschutzverbände die Notwendigkeit einer präzisen fachlichen Bewertung. Nach bisher vorliegenden Informationen bleiben wesentliche energie- und klimapolitische Fragen unbeantwortet. Sie sind jedoch entscheidend für die Beurteilung des langfristigen Nutzens und der ökologischen Folgewirkungen der geplanten Anlagen.

Energieversorgungssicherheit und fossile Abhängigkeiten

Als Ziel des Projekts wird vielfach die Sicherung der Energieversorgung angeführt. Allerdings bleibt unklar, ob die geplante Infrastruktur tatsächlich überwiegend auf erneuerbare Energieträger ausgerichtet ist oder im Wesentlichen eine Verlängerung fossiler Lieferketten darstellt. Synthetische Gase („eNG“) sind bislang nicht in industriell relevanten Mengen verfügbar. Zudem kann nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass die vorgesehenen Prozessketten überwiegend fossiles Erdgas nutzen und dadurch bestehende Abhängigkeiten von Importen fossiler Energieträger verstetigen.

Wasserstoff: Einsatzfelder und Wirtschaftlichkeit

Fachliche Analysen legen nahe, dass Wasserstoff als Energieträger vor allem in ausgewählten industriellen Prozessen und als Langfristspeicher eine Rolle spielen kann. Für den großflächigen Einsatz im Verkehrs- oder Wärmesektor gilt Wasserstoff nach derzeitigem Stand als wenig effizient und wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig gegenüber der direkten Elektrifizierung. Die langfristige Tragfähigkeit des Projekts erscheint deshalb auch vor dem Hintergrund des raschen Ausbaus erneuerbarer Stromerzeugung und der dezentralen Speichertechnologien als fraglich.

Ökologische Bedeutung des Standortes

Der Voslapper Groden Nord ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und weist eine hohe Bedeutung für den Arten- und Lebensraumschutz auf. Eingriffe in diese Flächen sind nach geltendem Recht nur dann zulässig, wenn ein übergeordnetes öffentliches Interesse besteht und keine ökologisch weniger wertvollen Alternativen zur Verfügung stehen. Eine Kompensation durch Ausgleichsmaßnahmen an anderen Standorten kann nach Auffassung von Fachkreisen im Fall des Voslapper Groden den Verlust von Lebensraumqualität und Biodiversität nicht ausgleichen.

Potenzial bestehender Flächen und Nachnutzung

Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob vorhandene bereits versiegelte oder minder genutzte Industrieareale für die geplanten Vorhaben genutzt werden könnten. Die fortgesetzte Ausweitung auf unversiegelte Schutzgebiete, obwohl zahlreiche Industrie- und Hafenflächen brachliegen oder nachgenutzt werden könnten, ist aus naturschutzfachlicher Sicht nicht vertretbar. Solche Planungen ignorieren grundlegende Prinzipien der Flächen- und Ressourcenschonung und befördern eine Entwicklung, die den Verlust einzigartiger Naturflächen billigend in Kauf nimmt.

Transparenz der Planungsgrundlagen

Für eine sachliche Beurteilung sind belastbare Informationen zu den tatsächlichen Lieferketten, der Herkunft der Energieträger, den vorgesehenen Umwandlungsverfahren und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erforderlich. Insbesondere vor dem Hintergrund der langfristigen Bindungswirkung solcher Infrastrukturprojekte ist eine transparente und unabhängige Bewertung notwendig.

Beteiligung der Bevölkerung und wissenschaftliche Begleitung

Vor dem Hintergrund der erheblichen räumlichen und ökologischen Auswirkungen sollten die Planungen in einer breiten öffentlichen Debatte begleitet und wissenschaftlich überprüft werden. Neben dem Klima- und Artenschutz betrifft dies auch Fragen der regionalen Entwicklungsperspektiven, der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und der sozialen Akzeptanz.

Die anstehende Entscheidung über die Nutzung des Voslapper Groden Nord wird prägend sein für die Entwicklung der Energiewirtschaft in der Region und insbesondere für den Schutz einmaliger Naturflächen. Eine nachhaltige Transformation der Energieversorgung kann nur gelingen, wenn ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in ihrer Gesamtheit berücksichtigt und transparent abgewogen werden.

Aus naturschutzfachlicher Sicht ist bislang nicht erkennbar, dass die Planung dem Anspruch einer ganzheitlichen und verantwortungsvollen Abwägung gerecht wird. Statt einer sorgfältigen Prüfung der ökologischen Folgen entsteht der Eindruck, dass erhebliche Eingriffe in wertvolle Naturflächen vorangetrieben werden, ohne die langfristigen Schäden für Artenvielfalt und Klima angemessen zu berücksichtigen. Das wäre verheerend. Wenn wir wirtschaftliche Entwicklung weiter auf Kosten von Natur und Umwelt betreiben, statt sie mit ökologischen Zielen in Einklang zu bringen, zerstören wir langfristig unsere eigenen Lebensgrundlagen.


Schutzgebiet Voslapper Groden ist kein Verhandlungsgegenstand!

Totalentwertung des EU-Vogelschutzgebietes in Wilhelmshaven geplant

Demonstration in Wilhelmshaven - Foto: Stefanie Eilers

Demonstration in Wilhelmshaven - Foto: Stefanie Eilers

19. Mai 2025- Der NABU Niedersachsen ist alarmiert: Ausgerechnet eines der wertvollsten EU-Vogelschutzgebiete Deutschlands – der Voslapper Groden Nord – soll für einen Industriekomplex geopfert werden. Der NABU Niedersachsen fordert von Politik und Wirtschaft ein sofortiges Umdenken – und von der EU ein klares Nein zur beabsichtigten Löschung des Schutzstatus.

„Wie kann es sein, dass ein Natura 2000-Gebiet, das nachweislich internationale Bedeutung als Brut- und Rastgebiet besitzt, an einen rein wirtschaftlich motivierten Energiekonzern ausgeliefert werden soll?“, fragt Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen. „Wenn wir selbst in solch hochwertigen Schutzgebieten wirtschaftliche Interessen vorziehen, verabschieden wir uns nicht nur vom europäischen Naturschutzrecht, sondern auch von jeglicher Glaubwürdigkeit.“

56 Prozent des Schutzgebiets in Gefahr – Totalentwertung droht

Die Pläne der Firma Tree Energy Solutions (TES), im Vogelschutzgebiet einen sogenannten „Energiepark“ zu errichten, gefährdet über die Hälfte der Schutzfläche – und damit auch das Überleben geschützter Arten wie Tüpfelsumpfhuhn, Rohrdommel oder Blaukehlchen. Der Stadt Wilhelmshaven zufolge würde das Projekt zur vollständigen ökologischen Entwertung des Gebiets führen. Dennoch wurde bereits ein Verfahren zur Bauleitplanung eingeleitet – unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen.

Ein solcher Schritt wäre aus Sicht des NABU Niedersachsen ein Dammbruch: „Es geht hier nicht nur um ein einzelnes Bauprojekt, sondern um einen gefährlichen Präzedenzfall. Wenn wirtschaftliche Interessen ausreichen, um ein EU-Vogelschutzgebiet aufzulösen, sind alle Natura 2000-Gebiete in Deutschland gefährdet“, warnt Buschmann.

Greenwashing auf Kosten der Artenvielfalt

Zwar bewirbt TES den Energiepark unter dem Deckmantel der Energiewende – doch laut Planungsunterlagen sollen dort nicht nur erneuerbare Energien, sondern weiterhin fossiles Flüssiggas verarbeitet werden. Bereits seit Sommer 2023 errichtet das Unternehmen im Wattenmeer eine schwimmende LNG-Anlage – unmittelbar vor dem Schutzgebiet.

„Wer fossile Infrastruktur unter dem Label ‚grüner Wasserstoff‘ tarnt, betreibt kein Zukunftsprojekt, sondern Greenwashing“, so Buschmann weiter. „Das vermeintliche Energieprojekt ist eine Gefahr für die Biodiversität und ein Etikettenschwindel gegenüber Öffentlichkeit und EU.“

Auch die oft bemühte fossile Brücke zu angeblich „grünen Molekülen“ öffnet Tür und Tor für blauen Wasserstoff – insbesondere dann, wenn ein belastbarer Herkunftsnachweis für die neue Energieform fehlt.

Natura 2000 braucht politische Rückendeckung – nicht Abwicklung

Der NABU Niedersachsen erinnert daran, dass Deutschland durch das Kunming-Montreal-Abkommen und die EU-Biodiversitätsstrategie verpflichtet ist, 30 Prozent seiner Landes- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Die Zerstörung eines bestehenden Schutzgebiets läuft diesem Ziel diametral entgegen.

„Wer jetzt ein Natura 2000-Gebiet opfert, muss erklären, wo und wie diese Fläche künftig kompensiert werden soll – das sind wir der Natur und kommenden Generationen schuldig“, betont der NABU-Vorsitzende. Es gebe ausreichend Alternativstandorte für den Energiepark, die naturschutzfachlich weit weniger konfliktbeladen seien – etwa im Rüstersieler oder Heppenser Groden.

NABU fordert: Keine Aufhebung des Gebiets, keine industrielle Nutzung

Angesichts der drohenden ökologischen Katastrophe appelliert der NABU Niedersachsen an die Stadt Wilhelmshaven: Das Bauleitverfahren muss umgehend gestoppt werden. Die Stadt muss ihrer ihrer Rolle im UNESCO-Biosphärenreservat sowie im Bündnis für Biologische Vielfalt gerecht werden.
Das Land Niedersachsen muss die Pläne kritisch prüfen und sich auf Bundes- und EU-Ebene klar gegen die Aufhebung des Schutzgebiets aussprechen.
An die EU-Kommission ergeht der Appel einer Streichung des Gebiets von der Natura 2000-Liste nicht zuzustimmen – denn wirtschaftliche Argumente reichen laut EuGH-Rechtsprechung dafür nicht aus.

„Natura 2000 ist kein Wunschkonzert – es ist unsere verbindliche Zusage an die Natur. Wenn wir den Naturschutz an wirtschaftliche Interessen verkaufen, verlieren wir weit mehr als seltene Vogelarten. Wir verlieren unsere Glaubwürdigkeit und unsere Zukunftsfähigkeit“, so Buschmann abschließend.

Hintergrund:
Der Natura 2000-Tag wird jährlich am 21. Mai begangen – dem Tag, an dem 1992 die EU-Vogelschutzrichtlinie und die FFH-Richtlinie verabschiedet wurden. Ziel ist es, das weltweit größte Schutzgebietsnetzwerk bekannt zu machen und seine Bedeutung für Natur und Gesellschaft ins Bewusstsein zu rufen.


Kritik an Überplanung von EU-Vogelschutzgebiet

Öffentlichkeitsbeteiligung zur Bauleitplanung im Voslapper Groden Nord gestartet

Tüpfelsumpfhuhn - Foto: Christoph Moning

Für die Brut des Tüpfelsumpfhuhns sind die Flächen von landesweiter Bedeutung. - Foto: Christoph Moning

5. Oktober 2023- Bevor die beiden Vogelschutzgebiete im Voslapper Groden überplant werden, müssten zunächst alle übrigen brachliegenden Grodenflächen und stillgelegten Industrieanlagen an Wilhelmshavens Jadeküste in wirtschaftliche Nutzung gebracht werden, fordert der NABU. Vor 50 Jahren wurde das Watt vor dem Wilhelmshavener Stadtteil Voslapp aufgespült und eingedeicht – ein Lebensraum, der inzwischen von der UNESCO als Welterbe der Menschheit anerkannt wurde. Mangels Bedarf an wirtschaftlicher Nutzung entwickelte sich die Natur auf großen Flächen dieses Voslapper Grodens erneut nach ihren eigenen Regeln und wurde aufgrund ihrer ökologischen Wertigkeit als EU-Vogelschutzgebiet und Naturschutzgebiet ausgewiesen. Mehr als 100 Vogelarten wurden 2021 auf dieser Teilfläche im Voslapper Groden Nord nachgewiesen. Hier kommen zahlreiche seltene und gefährdete Brutvögel vor allem der Röhricht-Lebensräume in außergewöhnlich hoher Bestandsdichte vor.

Ausgerechnet dort plant derzeit die niederländische Firma TES einen Energiepark - zunächst für fossiles Flüssigerdgas und später für Wasserstoff. Unter dem Schirm des Beschleunigungsgesetzes wird bereits seit diesem Sommer mit vorzeitigem Maßnahmenbeginn außendeichs das LNG-Importterminal gebaut. Der NABU fordert, vor einer Überplanung der beiden Schutzgebiete im Voslapper Groden zunächst alle übrigen brachliegenden Grodenflächen und stillgelegten Industrieanlagen an Wilhelmshavens Jadeküste in wirtschaftliche Nutzung zu bringen.

Brutvogelräume sind von nationaler Bedeutung

„Hier soll ein Brutvogellebensraum von nationaler Bedeutung zerschlagen werden, dessen ökologischer Ausgleich sich auf rund zehn Flächen im Umkreis von 50 km verteilen soll, deren Verfügbarkeit noch nicht umfänglich gesichert ist“, kritisiert der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen, Dr. Holger Buschmann. „Wir erinnern daran, dass für die Entwicklung gleichwertiger Habitate auf den Ersatzflächen gemäß Landesraumordnungsprogramm fünf Jahre vorgesehen sind, bevor das Vogelschutzgebiet beansprucht wird.“

Im Zeitraum 1996 bis 2020 zeigen 54 Prozent der Vogelarten in Niedersachsen negative Bestandstrends. Im gleichen Zeitraum hat Deutschland 14 Millionen Brutvögel verloren. Vor allem die Zerstörung von Lebensräumen führt zu einem massiven Verlust an Artenvielfalt und Biomasse. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union haben daher unter Mitwirkung Deutschlands beschlossen, 30 Prozent aller Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen. Im September hatte der Europäische Gerichtshof in einem Vertragsverletzungsverfahren geurteilt, dass Deutschland und insbesondere Niedersachsen seinen Verpflichtungen hinsichtlich Ausweisung und Management von Natura 2000-Gebieten nur unzureichend nachgekommen ist.

NABU-Stellungnahme im Planungsamt nicht auffindbar

Der NABU hatte bereits Anfang 2022 im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung eine Stellungnahme zum Vorentwurf dieser Bauleitplanung ordnungsgemäß eingereicht, die im Planungsamt der Stadtverwaltung unerklärlich verschollen ist. „Das ist frustrierend, aber wir lassen uns mit unserem ehrenamtlichen Engagement für die Natur davon nicht demotivieren“, so Stefanie Eilers, Vorsitzende der NABU Kreisgruppe Wilhelmshaven. Anfang Oktober startete die sechswöchige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf der Bauleitplanung, die der NABU erneut für eine förmliche Eingabe nutzen wird.

Der NABU bekennt sich zu den Klimazielen, hält die Energiewende für erforderlich und begrüßt Wilhelmshavens Ambitionen zur Nachhaltigkeitstransformation seiner Industrie. Jedoch müssen die öffentlichen Interessen am Schutz der Natur angemessen berücksichtigt werden. Wilhelmshaven kommt dabei als Mitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ eine Vorbildrolle zu.


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