Nachhaltige Weihnachten
6 Tipps: Umweltfreundlich feiern und bewusst schenken
Baumschmuck aus Papier - Foto: Hans-Heinrich Köhnecke
Verpackungsmüll, energieintensive Beleuchtung und umweltschädliche Produkte trüben den festlichen Glanz. Der NABU Niedersachsen zeigt, wie sich das Weihnachtsfest mit wenig Aufwand nachhaltig gestalten lässt. Mit ein wenig Achtsamkeit wird aus dem Weihnachtsfest ein Fest für die Sinne und für die Umwelt. Wer kreativ verpackt, bewusst schenkt, energiesparend schmückt und beim Essen auf Qualität und Herkunft achtet, kann die Feiertage mit gutem Gefühl genießen. Ein ganz besonderes Geschenk sorgt dabei für Begeisterung unter dem Baum: das liebevoll gestaltete Hummelspiel, das Wissen, Spielspaß und Artenschutz in einer Geschenkidee vereint.
Tipp 1: Nachhaltige Geschenkideen
Jahr für Jahr füllen Geschenke die Wohnzimmer und der Verpackungsmüll die Mülltonnen. Doch wer ein wenig umdenkt, kann weiterhin Freude bereiten und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun. Selbstgemachte Geschenke, Zeitgutscheine oder Spenden an Umweltorganisationen wie den NABU sind sinnvolle Alternativen. Besonders schön für naturbegeisterte Menschen: eine Geschenkmitgliedschaft im NABU Niedersachsen oder eine NABU-Tierpatenschaft oder eine Geschenk-Spende.
Eine Geschenkidee mit Umweltbildungscharakter ist das Hummelspiel des NABU Niedersachsen. Es vermittelt auf spielerische Weise Wissen über heimische Hummelarten, ihre Lebensräume und Gefährdungen. Gespielt wird ähnlich wie Canasta – statt Kartenwerten stehen hier Hummelstaaten im Mittelpunkt, ergänzt durch Ereigniskarten und Überraschungen wie die listige Kuckuckshummel. Das Spiel eignet sich hervorragend als nachhaltiges Weihnachtsgeschenk für Groß und Klein und verbindet Spaß mit Umweltbildung. Wer das in limitierter Auflage erschienene Spiel erwerben möchte, kann es beim NABU Niedersachsen, Stichwort 'Hummelspiel', Allestraße 36, 30167 Hannover, gegen Einsendung eines 10-Euro-Scheins bestellen.
Tipp 2: Müll vermeiden, umweltfreundliche Geschenkverpackungen nutzen
Nachhaltige Geschenke verdienen nachhaltige Verpackungen. Mit Stofftüchern, bemalten Zeitungspapieren oder wiederverwendbaren Kartons wird jedes Präsent zum Unikat. Naturmaterialien wie Tannenzweige, getrocknete Orangenscheiben oder Zimtstangen machen daraus kleine Kunstwerke. Als Geschenkband eignen sich Stoffschleifen, Bänder aus Naturfasern oder Bastbänder. Mit Zweigen, getrockneten Blättern oder Blumen und fantasievoll bemalt lassen sich die Geschenke zusätzlich stilvoll dekorieren. So entsteht ganz ohne Glitzerfolie und Plastikband ein liebevoller, umweltfreundlicher Anblick unter dem Weihnachtsbaum.
Tipp 3: Weihnachtsbaum: Öko-Anbau oder selbstgemacht als nachhaltige Alternative
Ein Weihnachtsbaum gehört für viele fest zur Tradition. Doch die meisten Bäume stammen aus intensiv bewirtschafteten Plantagen mit hohem Pestizideinsatz. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Bäumen aus Durchforstungsmaßnahmen, von Sonderflächen unter Strom- oder auf Leitungstrassen oder ökologisch angebaute Weihnachtsbäume. Alternativ lassen sich Bäume auch ganz einfach selbst basteln: aus Ästen, Kordeln und Naturdeko entsteht ein kreativer Hingucker, der sich jedes Jahr wiederverwenden lässt.
Immer wieder in der Diskussion ist auch der Einsatz von Kunststoffbäumen, die zwar wiederverwendet werden können und bei der Entsorgung keine klimaschädlichen Gase freisetzen, aber fast ausschließlich aus China importiert werden. Damit sich Herstellung, Transport und Entsorgung lohnen, müssen die Bäume bis zu 20 Weihnachten immer wieder aufgestellt werden. Eine echte Alternative sind sie also nicht. Ein Vorteil der echten Weihnachtsbäume: Sie wachsen acht bis zehn Jahre und können in dieser Zeit viel CO2 speichern. Auch dieser Aspekt geht bei einem Plastikweihnachtsbaum verloren.
Tipp 4: Den Tannenbaum mit Naturmaterialien schmücken
Weniger ist oft mehr und das gilt insbesondere beim Baumschmuck. Essbare Deko wie Plätzchen, Trockenfrüchte oder Nüsse sowie Anhänger aus Holz, Stroh oder Wachs verleihen dem Baum eine natürliche, festliche Note. Auf Glitzersprays und künstlichen Schnee sollte hingegen verzichtet werden, da sie Mikroplastik freisetzen und die Kompostierung des Baums verhindern.
In der besinnlichen Zeit ist es besonders schön bei Kerzenschein zusammenzukommen. Doch neben Erdöl (Paraffin) bestehen Kerzen häufig aus pflanzlichen Ölen (Stearin). Stearin ist ein industriell hergestellter Kerzenrohstoff. Häufig wird auch Palmöl als Rohstoff verwendet. Auch wenn Palmöl als Inhaltsstoff nicht immer klar erkennbar ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es enthalten ist. Eine besonders schöne und auch umweltfreundlichere Wahl sind deshalb Kerzen aus Bienenwachs, die das RAL-Gütezeichen für Kerzen tragen. Das RAL-Gütezeichen für Kerzen garantiert gesunde und umweltverträgliche Inhaltsstoffe, Dochte und Lacke.
Tipp 5: Mehr Licht: aber energiesparend!
Die dunkle Jahreszeit lädt zu Lichterglanz ein, doch übermäßige Beleuchtung stört nachtaktive Tiere und erhöht den Energieverbrauch. Energiesparende LED-Lichterketten oder Kerzen aus Bienenwachs sorgen für Gemütlichkeit und sind umweltfreundlicher. Eine Zeitschaltuhr hilft dabei, das richtige Maß zu finden.
Generell gilt daher: Weniger Lichter einsetzen, energiesparende LED-Lichterketten und diese – vor allem in der Nacht – auch immer wieder ausschalten.
Tipp 6: Festessen mit Verantwortung
Ob Gans, Braten oder veganes Menü: Beim Weihnachtsessen entscheidet nicht nur der Geschmack, sondern auch die Herkunft. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte auf regionale Bio-Produkte achten. Viele pflanzenbasierte Alternativen bringen Abwechslung auf den Tisch und sind gleichzeitig klima- und tierfreundlich.
Vorsicht ist auch bei typischem Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen oder Mandelstollen geboten: Die meisten dieser fertig verpackten Produkte enthalten Palmöl. Also lieber selber backen!
Einen Tipp haben wir noch:
Alle Jahre wieder werden zu Weihnachten Tiere verschenkt. Die Freude an dem Haustier währt aber leider oft nur kurz und die unüberlegt gekauften Tiere werden bald „entsorgt“. Der NABU appelliert daher, keine Tiere als Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Mehr →
