Naturnaher Garten
Gute Vorsätze für Vogelschutz, Igel & Co.
Alle aufgeführten Maßnahmen lassen sich leicht mit etwas Geschick umsetzen und werden jedem naturbegeisterten Gartenbesitzer und Kleingärtner schnell Freude bereiten, wenn sich die ersten tierischen Besucher einstellen. Wenn viele mitmachen, könnten viele Schmetterlingswiesen, Froschteiche, zehntausende Nistkästen und Bruthecken für Vögel geschaffen werden.
Sie wollen es lieber schriftlich? Alle unten stehenden Tipps sind auch in unserem NABU-Infopaket gesammelt. Es enthält eine 30-seitige Bauplansammlung für Nisthilfen und die Broschüre „Gartenlust“. Es kann angefordert werden gegen Einsendung eines Fünf-Euro-Scheins beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Gute Vorsätze“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.
Vorsatz 1: Bau und Anbringung von Nistkästen
Viele Vögel kämpfen neben der Futtersuche vor allem damit, einen geeigneten Brutplatz zu finden. Das gilt nicht nur für Höhlenbrüter und Halbhöhlenbrüter, sondern auch für Vögel wie den Baumläufer oder Stare. SHöhlenbrüter sind etwa Kohl- und Blaumeise, Sumpf-, Weiden- und Haubenmeise, Trauerschnäpper, Star, Zaunkönig, Kleiber; Halbhöhlenbrüter sind u.a. Grauschnäpper, Bachstelze, Rotschwänzchen.
Hier finden Sie Bauanleitungen und viele Tipps zur Reinigung, Anbringung und Pflege von Nistkästen für (Halb-)Höhlenbrüter.
Der Baumläufer brütet in speziellen Nistkästen, die mit seitlichen Eingangsschlitzen versehen sind und die direkt mit offener Vorderseite an grobrindigen Stämmen angebracht werden müssen. Die Bauanleitung können Sie hier herunterladen.
Vorsatz 2: Auf chemische Düngemittel verzichten
Organische Düngemittel wie Kompost oder Hornspäne sind umweltfreundlich und fördern die Bodengesundheit. Im Gegensatz zu chemischen Düngern stellen die organischen Alternativen keine Bedrohung für Insekten dar.
Vorsatz 3: Anlegen einer Blühwiese oder eines Blühstreifens
Das Anlegen einer naturnahen, artenreichen Wiese hilft beispielsweise Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten. Diese sind wiederum Nahrungsquelle für Fledermäuse.
Hier finden Sie Tipps für die Anlage einer Blühwiese und hier Rat und Hilfe zu Gehölzpflanzungen.
Vorsatz 4: Die heimische Tierwelt besser kennenlernen
Dazu bietet der NABU Niedersachsen vielfältige Möglichkeiten! Beteiligen Sie sich beispielsweise bei den Vogelzählaktionen "Die Stunde der Wintervögel" und "Die Stunde der Gartenvögel". Ende August können Sie bei der "Batnight" Fledermäuse beobachten.
In unserer Termindatenbank stehen viele Veranstaltungen, bei denen Sie mitmachen können. Und auch Ihre NABU-Gruppe vor Ort freut sich, wenn Sie einfach vorbeischauen und aktiv werden.
Vorsatz 5: Den Schwalben helfen
Schwalben kämpfen bei uns ums Übeleben. Sie können ihnen helfen beispielsweise durch den Bau und die Anbringung von Kotbrettchen, Nistsimse oder Schwalbennestern für Mehl- und Rauchschwalben an Gebäuden.
Hier finden Sie eine Anleitung für den Bau von Nistbrettchen und Schwalbennestern sowie viele weitere Tipps. Sie wollen mehr über die Schwalben erfahren? Schauen Sie in unsere Schwalben-FAQs. Vielleicht siedeln Sie sogar Schwalben bei sich an? Der NABU Niedersachsen belohnt Schwalbenfreunde mit einer Plakette.
Vorsatz 6: Bau und Anbringung von Fledermauskästen
Als Tagesquartiere und Wochenstuben für Fledermäuse an Bäumen oder Gebäuden. Fledermäuse sind faszinierende Tiere, aber leider sind die 19 in Niedersachsen vorkommenden Arten selten geworden. Nahrungsmangel und Quartierverlust sind die wichtigsten Ursachen für den dramatischen Rückgang der Fledermauspopulationen.
Hier erfahren Sie mehr über die Flugkünstler und hier finden Sie Informationen zu Fledermauskästen.
Vorsatz 7: Pflanzung einer Bruthecke aus heimischen Sträuchern
Dies hilft strauchbrütenden Vogelarten. Hecken dienen als Nist-, Nahrungs- und Versteckräume. Sie sollten aus heimischen und standortgerechten Sträuchern bzw. Bäumen bestehen. Dazu gehören beispielsweise Haselnuss, Weißdorn, Schlehe, Faulbaum, Buche, Wildapfel und Schneeball . Exotische Sträucher sind keine adäquate Nahrungsquelle für unsere Vogel- und Insektenarten, da sie die spezifischen Anforderungen der Nahrungsprofile nicht erfüllen.
Doch nicht nur Vögeln und Säugetieren bieten Hecken Nahrung, sondern auch uns Menschen: Hecken schmecken! Erfahren Sie mehr über den "Lebensraum Hecke".
Hier finden Sie Rat und Hilfe zu Gehölzpflanzungen und zur Heckenpflege.
Vorsatz 8: Torffrei gärtnern
Torfabbau zerstört wertvolle Moore, die als CO₂-Speicher und Lebensraum dienen. Der Einsatz torffreier Erde schont diese wichtigen Ökosysteme. Sie besteht aus nachhaltigen Materialien wie Rindenhumus, Holzfasern, Kokosfasern und Grünschnittkompost.
Worauf Sie beim Kauf von Blumenerde achten sollten, erfahren Sie hier.
Vorsatz 9: Teich anlegen
Ein Gartenteich ist Vogeltränke und Lebensraum für Frösche, Kröten, Molche und Libellen. Und für den Menschen ein wunderbarer Naturbeobachtungs-Patz. Der Teich sollte sonnig bis halbschattig liegen und mit einem nährstoffarmen Bodensubstrat angereichert sein.
Weitere Tipps zur Anlage eines Teiches finden Sie hier. Informationen speziell zu Lichtteichen finden Sie hier. Von diesen Kleingewässern profitieren nicht nur seltene Amphibienarten und Libellen, sondern auch eine Vielzahl von Kleinlebewesen.
Vorsatz 10: Nisthilfe für Hautflügler installieren
Viele Hummelarten und solitär lebende Wildbienen sind bei uns vom Aussterben bedroht. Helfen können Sie, indem Sie ihnen ein "Dach überm Kopf" einrichten. Mangels Aufklärung werden viele Insektenquartiere immer noch falsch gebaut, etwa durch die Wahl von hohlen Stäben mit viel zu großem Durchmesser oder Stängelenden, an denen sich Wildbienen verletzten können – oder auch durch falsche Anbringung, etwa in Schattenlagen
Wie Sie Nisthilfen für Insekten selbst und garantiert wildbienenfreundlich herstellen können, erfahren Sie hier.
Sie wünschen sich noch weitere Informationen? Ein Infopaket zum Thema können Sie für 5 Euro beim NABU Oldenburg anfordern: NABU Oldenburg, Stichwort ‚Insekten‘, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg.
Vorsatz 11: Anpflanzen von Wildblumen und Wildstauden
Der NABU Niedersachsen hält dazu an, wilde Stellen im Garten zuzulassen oder sogar anzupflanzen. Denn in einem naturnahen Garten finden Insekten ihr benötigtes Futter und auch Vögel, Eidechsen und Igel haben dort ihren Platz.
Empfehlenswert sind Pflanzen, die über die gesamte Vegetationsperiode hinweg blühen und so kontinuierlich Nahrung für Insekten bieten. Glockenblumen, Storchschnabel und Katzenminze stellen nicht nur ein grundsolides Nahrungsangebot dar. Ein duftendes Wildblumenbeet mit heimischen Pflanzen ist zugleich ein farbenfroher, flirrenden Hingucker im Garten. Zu den geeigneten Pflanzen im sonnigen Bereich des Gartens gehören z.B. Natternkopf oder Liegender Ehrenpreis, für halbschattige Lagen eignen sich u.a. Wiesensalbei und Pracht-Nelke und an besonders schattigen Plätzchen können Walderdbeere, Akelei oder auch Geflecktes Lungenkraut gut wachsen.
Vorsatz 12: Bau und Aufstellung einer Igelburg aus Holz
Mit Laub und Reisig abgedeckt ist eine Igelburg ein ideales Quartier für Igelmütter, denn dort können sie ihre Jungigel zur Welt bringen. Außerdem dient sie als Winterquartier in der dunklen Jahreszeit.
Ein Video für den Igelburgenbau und die Bauanleitung der Igelburg gibt es hier. Allerdings wird kein Igel in einer Betonwüste in die Igelburg einziehen. Deshalb zeigen wir Ihnen hier, wie Sie Ihren Garten insgesamt igelfreundlicher gestalten können.
Vorsatz 13: Totholz und Trockenmauern anlegen
Totholz im Garten und Trockenmauern bieten Unterschlupf für Insekten und Reptilien. Sie dienen Eidechse und Co als Rückzugsort und Winterquartier.
So legen Sie eine Trockenmauer an.
