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Jungtiere in der Natur belassen

Jungtiere in der Natur belassen

Keine „Notfä(e)lle“ schaffen!


16. April 2014 - Durch die zumeist warmen Temperaturen der vergangenen Wochen ist nicht nur die Vegetation weiter fortgeschritten, auch die Tierwelt hat entsprechend reagiert und früher als sonst tummeln sich bereits zahlreiche Jungtiere vieler Arten in der Natur. Der NABU Niedersachsen und sein Team vom NABU-Artenschutzzentrum Leiferde rät dringend dazu, die Jungtiere nicht anzufassen und mitzunehmen.

„Für junge Wildtiere stellt das aprilhafte Wetter kein Problem dar“, berichtet Bärbel Rogoschik, Leiterin NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, „wohl aber das Eingreifen der Menschen in die natürlichen Abläufe.“ So mehren sich in den letzten Tagen die „tierischen Notfälle“ im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, die bei genauem Hinsehen alle Menschengemacht waren. So wurden durch Gartenarbeiten wie Heckeschneiden und Rasenmähen Amseljunge zu Waisen, durch Baumfällarbeiten oder das Einreißen von Gartenschuppen junge Eichhörnchen oder Wildkaninchen mutterlos und durch das Mitnehmen von scheinbar hilflosen Jungtieren Gänseeltern oder Rehmütter kinderlos.

„In über 80 Prozent der Fälle handelt es sich bei diesen Tieren nicht um verlassene Jungtiere. Noch nackte Jungvögel sollten möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden. Im Gegensatz zu Säugetieren haben Vögel einen schlechteren Geruchsinn und stören sich nicht am menschlichen Geruch, sodass die Jungvögel auch nach dem Umsetzen noch von den Eltern wieder angenommen und versorgt werden“, erläutert Rogoschik weiter. Übrigens verteilt sich oftmals die fast flügge Vogelbrut an verschiedene Stellen, etwa von Gärten. So können nur einzelne Tiere, und nicht die gesamte Brut auf einmal, von natürlichen Feinden entdeckt werden.

Wildkaninchen klein

Junges Wildkaninchen

Wird dann tatsächlich einmal ein Jungvogel gefressen, sollte dies unter dem Aspekt, dass unsere Singvögel mit mehreren Bruten jährlich einen sinnvollen Überschuss produzieren, auch als naturgegeben akzeptiert werden.

Junge Vögel, die mit nach Hause genommen werden, haben deutlich schlechtere Überlebenschancen als in der Natur! Deswegen empfiehlt Rogoschik nur in absoluten Ausnahmefällen, echte Waisen in das NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde oder in andere anerkannte Vogelpflegestationen zu bringen.

„Auch wenn wir in Leiferde eine sachkundige Pflege gewährleisten können, müssen wir immer wieder darauf hinweisen, dass gemäß Bundesnaturschutzgesetz Jungvögel nur dann vorübergehend aufgenommen werden dürfen, wenn sie verletzt, krank oder tatsächlich hilflos sind. Wir sind da im NABU-Artenschutzzentrum wie ein Waisenhaus für menschliche Kinder. Bei allem Engagement können wir die elterliche Fürsorge in der Naturaufzucht niemals ersetzen. Eine Handaufzucht von Jungtieren ist immer nur die zweitbeste Lösung!“, appelliert Rogoschik an eine Vorgehensweise mit Fingerspitzengefühl.

Mit Vogelbabys richtig umgehen

Aus dem Nest gefallene Jungvögel nicht aufnehmen!

Junge Amsel gross

Junge Amsel


15. Mai 2013 - Der NABU Niedersachsen appelliert jetzt an die Bevölkerung, vermeintlich hilflose Vogelkinder auf jeden Fall in der freien Natur zu belassen. Nur ganz selten handelte es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen, so der NABU Niedersachsen. Es tschirpt und piept in den Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Mit zarten Stimmchen bettelt der Vogelnachwuchs vehement um Futter. Nun verlassen die Kleinen das sichere Nest und bekommen von den Eltern die leckersten Ecken gezeigt, erklärte der NABU. Dies bedeutet auch wieder ein starkes Telefonaufkommen beim NABU und seinem Team im Artenschutzzentrum Leiferde: Tierfreunde wollen vermeintlich in Not geratenen Jungvögeln helfen.

„Manche Vogelarten verlassen nämlich das Nest bereits, bevor sie fliegen können“, erläuterte Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde. „Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasanen oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten.“ Im Stadtbereich handelt es sich zumeist um die düster bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der drangvollen Enge des Nestes entflohen sind. „Wer aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass diese unbeholfen herumflatternden Federknäule mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht verlassen sind“, so Bärbel Rogoschik, „sondern auch weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden.“ Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte Standortlaute hören.

Junge Waldkäuze

Junge Waldkäuze

In diesem Stadium fallen sie nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer. Doch handelte es sich dabei um einen natürlichen Regulationsmechanismus, an den die Vögel angepasst sind und der ein Überhandnehmen der Art verhindert, so der NABU. Bei Gefahr durch Katzen oder an vielbefahrenen Straßen sollten die Tiere ins Geäst des nächsten Busches gesetzt werden. Man kann Jungvögel ohne Probleme berühren, der Geruchssinn ist bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren sehr gering ausgeprägt. Die Eltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung wieder an.

Auch junge Greifvögel und Eulen durchlaufen ein sogenanntes Ästlingsstadium, in dem sie noch im Dunenkleid im Geäst umherturnen. Auch sie werden im Normalfall von ihren Eltern betreut. „Man sollte aufgefundene Jungvögel daher generell strikt in Ruhe lassen“, forderte Bärbel Rogoschik. „Hilfe ist erst notwendig, wenn nach längerer Beobachtung aus angemessener Entfernung feststeht, dass es sich wirklich um einen verlassenen oder kranken Vogel handelt.“ Wer keine Erfahrung mit der Aufzucht solcher Findelkinder hat, sollte dies am besten Fachleuten überlassen. Dies gilt insbesondere für seltene und geschützte Arten! „Jungvögel sind Wildtiere, man darf ihnen nur im echten Notfall helfen und sie nicht dauerhaft halten“, betont Rogoschik.

Die beste Vogelhilfe ist der naturnahe Garten mit abwechslungsreichen, einheimischen Pflanzen. Eine Broschüre mit Tipps über „Vögel im Garten“ mit Pflanzlisten, Bestimmungstafeln der wichtigsten Vogelarten und vielen weiteren Hinweisen rund um die gefiederten Freunde gibt es gegen sechs Briefmarken zu 60 Cent beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Vögel im Garten“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

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