Niedersachsen.NABU.de Natur erleben Naturbeobachtung & Naturtipps Naturtipps Jungvögel

Richtiger Umgang mit Vogelbabys

Mit Vogelbabys richtig umgehen

Aus dem Nest gefallene Jungvögel nicht aufnehmen!

Junge Amsel gross

Junge Amsel

15. Mai 2013 - Der NABU Niedersachsen appelliert jetzt an die Bevölkerung, vermeintlich hilflose Vogelkinder auf jeden Fall in der freien Natur zu belassen. Nur ganz selten handelte es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen, so der NABU Niedersachsen. Es tschirpt und piept in den Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Mit zarten Stimmchen bettelt der Vogelnachwuchs vehement um Futter. Nun verlassen die Kleinen das sichere Nest und bekommen von den Eltern die leckersten Ecken gezeigt, erklärte der NABU. Dies bedeutet auch wieder ein starkes Telefonaufkommen beim NABU und seinem Team im Artenschutzzentrum Leiferde: Tierfreunde wollen vermeintlich in Not geratenen Jungvögeln helfen.

„Manche Vogelarten verlassen nämlich das Nest bereits, bevor sie fliegen können“, erläuterte Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde. „Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasanen oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten.“ Im Stadtbereich handelt es sich zumeist um die düster bräunlich gefleckten Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der drangvollen Enge des Nestes entflohen sind. „Wer aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass diese unbeholfen herumflatternden Federknäule mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht verlassen sind“, so Bärbel Rogoschik, „sondern auch weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden.“ Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte Standortlaute hören.

Junge Waldkäuze

Junge Waldkäuze

In diesem Stadium fallen sie nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer. Doch handelte es sich dabei um einen natürlichen Regulationsmechanismus, an den die Vögel angepasst sind und der ein Überhandnehmen der Art verhindert, so der NABU. Bei Gefahr durch Katzen oder an vielbefahrenen Straßen sollten die Tiere ins Geäst des nächsten Busches gesetzt werden. Man kann Jungvögel ohne Probleme berühren, der Geruchssinn ist bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren sehr gering ausgeprägt. Die Eltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung wieder an.

Auch junge Greifvögel und Eulen durchlaufen ein sogenanntes Ästlingsstadium, in dem sie noch im Dunenkleid im Geäst umherturnen. Auch sie werden im Normalfall von ihren Eltern betreut. „Man sollte aufgefundene Jungvögel daher generell strikt in Ruhe lassen“, forderte Bärbel Rogoschik. „Hilfe ist erst notwendig, wenn nach längerer Beobachtung aus angemessener Entfernung feststeht, dass es sich wirklich um einen verlassenen oder kranken Vogel handelt.“ Wer keine Erfahrung mit der Aufzucht solcher Findelkinder hat, sollte dies am besten Fachleuten überlassen. Dies gilt insbesondere für seltene und geschützte Arten! „Jungvögel sind Wildtiere, man darf ihnen nur im echten Notfall helfen und sie nicht dauerhaft halten“, betont Rogoschik.

Die beste Vogelhilfe ist der naturnahe Garten mit abwechslungsreichen, einheimischen Pflanzen. Eine Broschüre mit Tipps über „Vögel im Garten“ mit Pflanzlisten, Bestimmungstafeln der wichtigsten Vogelarten und vielen weiteren Hinweisen rund um die gefiederten Freunde gibt es gegen sechs Briefmarken zu 58 Cent beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Vögel im Garten“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

Mehr zum NABU-Artenschutzzentrum:

Aktuelles aus LeiferdeAktuelles aus Leiferde

Ob Storchennachwuchs, Auswilderungen, Exkursionen oder Ferienspaß: hier erfahren Sie das Neueste aus dem NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde. mehr Mehr

Jubel im NABU-Artenschutzzentrum LeiferdeNachwuchs im Storchennest geschlüpft

Große Freude herrscht zur Zeit bei den Mitarbeitern des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde. Im Storchennest auf dem hohen Schornstein sind drei kleine wackelige Köpfchen zu sehen! Die Weißstörche sind geschlüpft. mehr Mehr

Tierpatenschaften für das NABU-Artenschutzzentrum LeiferdeWollen Sie Tieren wirklich helfen?

Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde nimmt im Jahr über 2.000 artengeschützte Wildtiere auf, die krank, verletzt oder hilflos sind, aus nicht artgerechter Haltung stammen oder auf Grund fehlender Papiere beschlagnahmt wurden. Helfen Sie mit, werden Sie Tierpate. mehr Mehr

Mitglied werden

 

LIFE+NATURE-Projekt AMPHIKULT

Amphikult

„300 Teiche für Niedersachsen“ Vernetzung und Management von AMPHIbien in der KULTurlandschaft Mehr

 

NABU Gut Sunder

Titel Sunderprogramm 2013 quer

bietet ein umfangreiches Seminarprogramm 2013 Mehr

 

NABU-Wildtiernis

Button Wildtiernis

Wo sich Steinmarder, Eisvogel und Hornisse vor der Kamera tummeln. Mehr

 

NABU-Paradiese

Button Schutzgebiete neu

Der NABU stellt Ihnen das Schutzgebiet des Monats vor Mehr

 

Anzeigenmotive

Gartenrotschwanz

Helfen Sie dem NABU und der Natur, indem Sie eine Anzeige kostenlos abdrucken. Mehr

 

Infomaterial

Broschüren

Faltblätter und Broschüren des NABU Niedersachsen zum Herunterladen und Bestellen Mehr

 

NABU-Naturgucker

Vogelbeobachter

Die interaktive Datenbank für Ihre Naturbeobachtungen Mehr

 

Studentenjobs

studentenjobs Wesser

Mitgliederwerbung für den NABU: Studenten- und Ferienjobs. Mehr

 

Verbandsbeteiligung

Handbuch Verbandsbeteiligung

Band I und II des überarbeiteten Handbuchs sowie der neue Band III können beim Landesbüro der Naturschutzverbände bestellt werden. Mehr

 

Von Aal bis Zilpzalp

Reseda-Weissling

Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon Mehr